Historische Verantwortung: Erbeutete Kulturgüter sollen zurück zum Besitzer

Aktuell geht es um die Rückgabe des Patronengurts des Kahimemua und die koloniale Vergangenheit Deutschlands. Dazu äußerte sich nun auch die Bundestagsabgeordnete Anikó Merten.

Bundestagsabgeordnete Anikó Merten - sie ist Berichterstatterin der FDP-Fraktion für Restitution und koloniales Erbe.
Bundestagsabgeordnete Anikó Merten - sie ist Berichterstatterin der FDP-Fraktion für Restitution und koloniales Erbe. | Foto: FDP

Braunschweig. Der Patronengurt eines 1896 von deutschen Truppen hingerichteten Stammesführers soll restituiert, also zurückgegeben, werden. Seine Geschichte ist bewegend, könnte nun aber noch zu einem guten Ende kommen. So ist sich die Bundestagsabgeordnete Anikó Merten sicher und informiert in einer Pressemitteilung zum Thema. Aktuell befindet sich der Gurt in Braunschweig.



Der Patronengurt, der dem Chief des Ovambanderu-Stammes nach einem Aufstand in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika 1896 abgenommen wurde, soll nun an sein Herkunftsland Namibia zurückgegeben werden. Im Anschluss an die Archivierung 1898 verlor sich die Spur des Gurts im Städtischen Museum Braunschweig, bis er 2019 wiederentdeckt wurde. Im November 2021 war eine Delegation aus dem heutigen Namibia im Städtischen Museum zu Gast, die die Authentizität des Gurts bestätigte.


Das Thema Restitution wurde auch im Ausschuss für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag diskutiert, wo auch Dr. Peter Joch, der Direktor des Städtischen Museums Braunschweig, als Sachverständiger Auskunft gab. Im gegenseitigen Austausch informierte sich auch die kulturpolitische Sprecherin der Liberalen im Deutschen Bundestag, Anikó Glogowski-Merten, vor Ort, im Städtischen Museum ihres Wahlkreises, über die historischen Hintergründe und die Bedeutung des Patronengurtes.

"Die Rückgabe des Patronengurtes ist ein bedeutender Schritt zur Aufarbeitung unserer kolonialen Vergangenheit und ein wichtiges Signal der Versöhnung", betont die Berichterstatterin der FDP-Fraktion für Restitution und koloniales Erbe. "Es ist unsere historische Verantwortung, unrechtmäßig erworbene Kulturgüter zurückzuführen und damit den betroffenen Gemeinschaften ein Stück ihrer Identität zurückzugeben."

Rat entscheidet über Patronengurt


Die Restitution des Patronengurtes werde ebenfalls von der namibischen Regierung und dem Auswärtigen Amt unterstützt. Der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig berät am 21. Mai öffentlich über den Vorschlag, bevor der Rat der Stadt am 11. Juni entscheidet.


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