Kriegstotengedenken in Braunschweig: verehren – betrauern -verdrängen




Braunschweig. Die Braunschweiger Katharinengemeinde hat in der Dienstzeit von Pfarrer Martin Bücking („Redner vom Schlossplatz“) kurz nach dem 1. Weltkrieg eine eindrückliche Erinnerung an ihre im Weltkrieg gefallenen Gemeindeglieder entwickelt. Ein geradezu monumental anmutendes Denkmal wurde im nördlichen Seitenschiff in der Kirche am Braunschweiger Hagenmarkt eingerichtet. Zum Vortrag lädt die Kirchengemeinde am Dienstag, 3. Februar, um 19 Uhr ein.

Dieses Denkmal hat in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg – zuerst aus gegebenem Anlass – wiederholt bemerkenswerte Veränderungen erfahren, bis dahin, dass es als Gefallenendenkmal inzwischen unkenntlich geworden ist. Anhand dieser Vorgänge lässt sich mit Hilfe von Archiv- und Bildmaterial ein erstaunlicher Wandel zeigen. „Die Gedenkkultur einer Kirchengemeinde für ihre Kriegstoten braucht über die historische Aufklärung hinaus aber auch theologische Kriterien“, erläutert Katharinenpfarrer Werner Busch eine Intention dieser Veranstaltung. Ansonsten bleibe das Kriegstotengedenken missverständlich und beziehungslos zum heutigen Leben. Die Katharinengemeinde öffnet hiermit eine innergemeindliche Diskussion bewusst für die Öffentlichkeit. „Denn unsere Kirchen gehören zum historischen Gedächtnis der Stadt“, gibt Referent Werner Heinemann zu bedenken. Es gehe exemplarisch sowohl um grundsätzliche als auch praktische Herausforderungen der Gedenkkultur für Kriegstote, über in der Gemeinde öffentlich diskutiert werden sollte, sind sich die Referenten einig. Der Kirchenvorstand lädt alle Interessierten herzlich ein. Der Eintritt ist frei.

Referenten: Werner Busch, Werner Heinemann
Ort: Großer Saal Gemeindehaus, An der Katharinenkirche 4 (Hagenmarkt), 38100 Braunschweig


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