Braunschweig. Über 140 Jahre lang war der Alltag in der Justizvollzugsanstalt Rennelberg streng reglementiert. Seit 2024 herrscht in den Fluren jedoch Stille. Die JVA ist geschlossen. regionalHeute.de erhielt einen exklusiven Blick hinter die Gefängnistüren, die normalerweise verschlossen bleiben.
Errichtet in den Jahren 1884/85, prägte der Backsteinbau am Rennelberg über Generationen hinweg das westliche Ringgebiet. Die Anstalt überdauerte politische Umbrüche vom Kaiserreich über die NS-Zeit bis hin zur Bundesrepublik. Zuletzt diente die JVA am Rennelberg primär als Untersuchungsgefängnis. Hier waren Personen untergebracht, die bis zu ihrem Prozess oder Urteil in Haft bleiben mussten. Massive Mauern, vergitterte Fenster und die typischen Zellentrakte zeugen bis heute von der ursprünglichen Nutzung.
JVA steht zum Verkauf
Seit der Verlegung der letzten Inhaftierten steht das rund 13.000 Quadratmeter große Areal leer. Die Sicherheitstechnik wurde bereits teilweise zurückgebaut und das Land Niedersachsen hat das Gelände mittlerweile zum Verkauf ausgeschrieben. Für 3,6 Millionen Euro kann das Gebäude samt Grundstück erworben werden. Aufgrund des Denkmalschutzes in weiten Teilen des Komplexes erfordert jede künftige Planung eine enge Abstimmung mit den Behörden. Für die künftige Nutzung stehen verschiedene Konzepte im Raum.

Bis 2024 warteten hier Tatverdächtige in Untersuchungshaft auf ihre Verhandlungen. Foto: Stefan Stümpel
Ideen für die Nachnutzung
Von der Stadt Braunschweig gibt es beispielsweise Bestrebungen, Teile des Komplexes als Erinnerungsort zu erhalten, um insbesondere die Rolle des Gefängnisses während der NS-Zeit aufzuarbeiten. Das schwere Eingangstor könnte so nicht mehr die Trennung von der Außenwelt symbolisieren, sondern den Übergang in eine neue Phase der Stadtentwicklung bedeuten. .





















