Mehr Bewohner, weniger Arbeit - BIBS sieht große Veränderungen auf die Innenstadt zukommen

Die vielen Einzelhandelsflächen hätten Braunschweig aus Sicht der BIBS eher geschwächt als gestärkt.

Aus Sicht des BIBS-Bezirksratsmitglieds Friedrich Walz wird die Innenstadt in 30 Jahren ganz anders aussehen. (Archivbild)
Aus Sicht des BIBS-Bezirksratsmitglieds Friedrich Walz wird die Innenstadt in 30 Jahren ganz anders aussehen. (Archivbild) Foto: Alexander Dontscheff

Braunschweig. Aus Sicht der BIBS-Fraktion müsse Braunschweig für die Zukunft der Innenstadt umdenken und eine "nachhaltige Umstrukturierung" anstreben. Laut Friedrich Walz, Mitglied des Bezirksrates Innenstadt könne es "zu Wohnungs-, Büro- und Einzelhandelsleerständen im verstärkten Ausmaß kommen." Grund dafür sei die verstärkte Digitalisierung der Arbeitswelt. "Braunschweig muss alles auf den Prüfstand stellen um zu sehen, welche Strukturinvestitionen noch zukunftsfähig sind", so Walz in einer Pressemitteilung.


Nicht nur die EU und ihre Mitgliedsstaaten, sondern auch deren Städte hätten sich zum Ziel gesetzt, bis spätestens 2050 klimaneutral zu sein. So muss sich Braunschweig fragen, ob ein geplantes Einwohnerwachstum von bis zu 20.000 in den nächsten 20 Jahren bei einem gleichzeitigen zu erwartenden Rückgang von 20.000 Beschäftigten diese Wachstumsstrategie zielführend ist.

Zu viele Einzelhandelsflächen


"Die aggressive Standortpolitik der letzten 25 Jahre fortzusetzen, wird keinen Erfolg mehr haben. Insbesondere der rücksichtslose Wettstreit der Kommunen um die Erweiterung von Einzelhandelsflächen hat die Innenstädte der Region, wenn nicht ruiniert, doch eher geschwächt als gestärkt", meint Walz. Es sei schon vor 20 Jahren vor zu vielen Einzelhandelsflächen gewarnt worden. "Dennoch wurden Schlossarkaden und BRAWO-Park zugelassen", stellt das Bezirksratsmitglied fest.

Alle Planungen für die nächsten 30 Jahre seien aus Sicht der BIBS vorrangig an den Bedürfnissen der Braunschweiger Bürgerinnen und Bürger auszurichten, um ihre Lebensqualität in ihrer Stadt zu sichern und zu verbessern, nicht zuletzt den Bedürfnissen der 14.400 BewohnerInnen der Innenstadt, die unter hohem Verkehrsaufkommen und vielen Eventveranstaltungen besonders belastet sind. Leerstände von Einzelhandelsflächen seien bisher fast immer durch Mietpreisanpassungen und/oder Eigentümerwechsel beseitigt worden.

Flächen müssen umgenutzt werden


Sollte das in Zukunft in Braunschweig nicht mehr so funktionieren, müssen die Flächen für andere Nutzungen eingesetzt werden können. Für die Umnutzung kämen verschiedene „Player“ infrage. Für sehr große Objekte sind die Eigentümer gefordert oder andere wie Fondsgesellschaften, Immobilienentwickler oder Immobilienunternehmen. An kleineren Objekten zeigen oft Handwerksbetriebe, Privatpersonen oder Crowdfunding-Gesellschaften Interesse. Belebung erzielt man auch, wenn die Obergeschosse in den Verkaufsstraßen für Wohnzwecke genutzt werden können. Die Stadt habe dabei zunächst die Aufgabe, für Umnutzungen möglichst das passende Baurecht zu liefern. Bauliche Veränderungen müssten außerdem natürlich Denkmalschutz- und Stadtbildbelangen genügen.


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