Braunschweig. Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Karin Heidemann-Thien, Bürgerstiftung Braunschweig, haben auf dem Grundstück Adolfstraße 52 Persönlichkeitstafeln enthüllt. Diese sollen an den ehemaligen Oberbürgermeister Ernst Böhme sowie an den Industriellen Max Jüdel erinnern.
In der Adolfstraße 52 stand bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg die Villa Jüdels, die Max Jüdels der Stadt Braunschweig als Wohnung des jeweiligen Oberbürgermeisters vermachte und vor der jetzt beide Tafeln ihren Standort gefunden haben. "Ernst Böhme und Max Jüdel haben unsere Stadt in einer Weise geprägt, die es zu ehren gilt. Die Tafeln sollen dazu beitragen, dass wir uns weiterhin an diese beiden bedeutenden Braunschweiger erinnern", sagte Oberbürgermeister Markurth. "Als verantwortliche in der Wirtschaft, der Politik und im sozialen Miteinander haben sich beide in einer Vorbild gebenden Weise für ihre Stadt eingesetzt", sagte Karin Heidemann-Thien.
Max Jüdel
Ernst Böhme
Zum anderen wird an den ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig, Ernst Böhme, erinnert, der in dieser Villa von 1892 bis zu seinem Tod im Jahre 1968 gelebt hat. Er hatte das Amt des Oberbürgermeisters seit dem 23. November 1929 inne. Er war damals der jüngste Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt. Als SPD-Mitglied war er 1930 Mitglied des Braunschweigischen Landtages. Während der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde er am 13. März 1933 durch die SA seines Amtes enthoben. Nach der Besetzung der Stadt durch amerikanische Truppen am 12. April 1945 kehrte Böhme wieder in die Stadt zurück und wurde am 1. Juni 1945 von der US-Militärregierung erneut zu deren Oberbürgermeister bestimmt. Dieses Amt hatte er bis zum 17. Dezember 1948 inne.
Zu den Tafeln
Es sind die Persönlichkeitstafeln Nummer 40 und 41. Seit 2006 werden von der Stadt Braunschweig und ihrem Projektpartner, der Bürgerstiftung Braunschweig, Tafeln an oder vor früheren Wohnhäusern bedeutender Braunschweiger angebracht. Die Tafeln werden von der Bürgerstiftung finanziert, wenn es keine anderen privaten Stifter gibt. In diesem Fall hat die Bürgerstiftung die Kosten getragen.