Braunschweig. Sie ist ganz offensichtlich nicht mehr das Maß der Dinge, die Querumer Straße – eine der beiden Hauptadern zwischen Gliesmarode und Querum. Ausgerechnet jetzt ist sie zudem eine wichtige Route vom Norden der Stadt in die City, da der Bültenweg über Jahre teilweise gesperrt ist. Ähnlich wie der Bültenweg müsste wohl auch die Querumer Straße eigentlich komplett erneuert werden. Das fordert so mancher Anwohner und Ortspolitiker.
Einer davon ist Bezirksratsmitglied Gerhard Masurek (Bündnis90/Die Grünen): Er hat jetzt in einer Stadtbezirksratssitzung den Antrag auf einen Ortstermin gestellt. Gegenüber regionalHeute.de sagt er: "Der Zustand der Straße kann so nicht bleiben." Auch Stadtbezirksbürgermeisterin Sonja Lerche (SPD) betont: "Die Straße muss gemacht werden."
Kein Platz für alle Verkehrsteilnehmer
Im Antrag erklärt Masurek die Bedingungen vor Ort, die für alle Verkehrsteilnehmer schwierig seien: "Fußgänger müssen sich immer wieder an parkenden Pkw vorbeischlängeln. Der Abstand zwischen Grundstücksbegrenzungen und den Pkw beträgt weniger als 1 Meter. Radfahrer, denen die Nutzung der Fußwege erlaubt ist, haben dafür überhaupt keinen Platz."
Auch die Fahrbahn für Pkw ist offensichtlich nicht mehr im besten Zustand. Bezeichnend ist zudem eine extreme Wölbung an den Rändern. Im Gespräch mit regionalHeute.de sagt Masurek: "Die Querumer Straße ist seit Jahren ein Problemthema."

Sobald kein Schnee mehr liegt, soll das Thema Querumer Straße bei einem Ortstermin behandelt werden. Foto: Bastian Lüpke
Aus der Stadtverwaltung heißt es zum Thema: Die Querumer Straße insgesamt befinde sich in einem nicht mehr neuen, aber verkehrssicheren Zustand. Sie werde regelmäßig kontrolliert. Festgestellte Mängel werden im Rahmen der baulichen Unterhaltung beseitigt.
Lerche erklärt mit Blick auf den avisierten Stadtbahnausbau in Richtung Querum: "Die Stadt argumentiert seit Jahren damit, dass noch nicht klar ist, wo die Straßenbahnführung langgehen wird." Deswegen sei auch die Querumer Straße bislang nicht saniert worden. "Bis der Entschluss feststeht, können wir aber nicht mehr warten. Es muss bald aber etwas gemacht werden", so Lerche im Gespräch mit regionalHeute.de.
Grundsätzlich werde der südliche Teil der Querumer Straße im Zuge des Baus der Stadtbahnwendeschleife Gliesmarode umgebaut, erklärt die Stadtverwaltung. Für den sich nördlich anschließenden Bereich gebe es demnach derzeit eine Vorplanung aus dem Jahr 2021, die durch ein Ingenieurbüro erstellt worden sei. Die Planung sowie die damit verbundene grundhafte Erneuerung zielten auf ein Konzept zur Neuordnung der Verkehrsanlagen unter Berücksichtigung der Belange aller Verkehrsteilnehmer ab. Da zunächst eine Entscheidung über eine mögliche Stadtbahnführung in der Querumer Straße erforderlich sei, werde diese derzeit nicht weiterbearbeitet.
Verkehrskonzept überdenken
Bei einer Sanierung müsse auch das Verkehrskonzept neu gedacht werden, um für Auto- und Radfahrer sowie für Fußgänger Lösungen zu finden, erklärt Lerche. "Es muss neu geordnet werden. Dort ist wenig Platz. Der muss aber auf alle gerecht verteilt werden", so Lerche weiter. Sie sagt: "Wir erwarten von der Verwaltung ein Konzept und entsprechende Planungsgelder."
Für die Stadtbezirksbürgermeisterin sei klar: Sobald ihr Stadtbezirk Wabe-Schunter-Beberbach an der Reihe sei für ein Großprojekt, könne es sich eben nur um die Sanierung der Querumer Straße handeln. Dass sich dort etwas nachhaltig verbessert, habe höchste Priorität. Masurek fordert derweil: "Der Braunschweiger Norden darf nicht wieder abgehängt werden!"
Das Thema ist komplex – daher soll ein Ortstermin mit der Verwaltung und der Polizei vor Ort Lösungen aufzeigen. Derzeit sei ein solcher Termin aber nicht sinnvoll, da große Teile der "Problemfälle" noch von Schnee bedeckt sind, erklären sowohl Lerche als auch Masurek.

