„Schwanensee"-Geschäftsführer: „Wir diskriminieren niemanden!"

von Nick Wenkel


Tim Lemke und Oliver Strauß betreiben seit einigen Jahren gemeinsam mehrere Diskotheken und Bars in Braunschweig. Ihnen war es wichtig, dass auch sie bezüglich der Thematik Gehör finden. Foto: Schwanensee
Tim Lemke und Oliver Strauß betreiben seit einigen Jahren gemeinsam mehrere Diskotheken und Bars in Braunschweig. Ihnen war es wichtig, dass auch sie bezüglich der Thematik Gehör finden. Foto: Schwanensee Foto: Schwanensee Braunschweig

Braunschweig. Werden Braunschweiger Party-Gäste wirklich diskriminiert? Gegenüber regionalHeute.de äußerte sich nun Tim Lemke, Geschäftsführer vom im Fokus stehenden „Schwanensee". Zuvor hatte die Linksfraktion den Wunsch geäußert, Tests in den Diskotheken durchzuführen.


Tim Lemke ist Geschäftsführer mehrerer Clubs und Bars in Braunschweig. Zu seinen Diskothekengehören unter anderem „Fieber", das „Eulenglück" und das so heiß diskutierte „Schwanensee". Ihmsei es ganz wichtig, einige Sachen zu dieser Thematik klarzustellen - auch wenn ihn die anhaltenden Diskussionen müde und auch ein wenig traurig machten. Lemke war vor seiner Funktion als Geschäftsführer auch als Türsteher aktiv und begleitet stets das nächtliche Geschehen. Erbetont, dass es in keiner einzigen seiner Diskos eine Diskriminierung von ausländischen Party-Gästen gebe. Entschieden werde situations- und verhaltensbedingt. Allgemein hätten Türsteher nur ein winziges Zeitfenster um zu entscheiden, ob jemand als Gast in Frage komme oder eben nicht. Damit widerspricht er deutlich dem gestrigen Vorwurf der Diskriminierung (regionalHeute.de berichtete).

Andere Darstellung der Vorfälle


Zu den länger zurückliegendenAnschuldigungen, dass drei Afrikanern der Zutritt verweigert wurde, erklärt Lemke gegenüber regionalHeute.de: „Bei den Personen handelte es sich um weiße, südafrikanische Rugby-Spieler. Das hatte überhaupt nichts mit Diskriminierung zu tun. Die Jungs waren total betrunken und haben rum randaliert". Auch der Darstellung des aktuellen Falls widerspricht der Geschäftsführer mit aller Deutlichkeit: „Von unseren Türstehern hat überhaupt niemand zugeschlagen. Das eigentliche Geschehen fand ohnehin vor dem „Soho Club", auf der Etage unter uns statt." Laut Lemke hatten die drei jungen Männer zunächst versucht ins „Schwanensee" zu gelangen - ohne Erfolg. Sie wären stark alkoholisiert gewesen und hätten die Absage der Türsteher mit wenig Begeisterung aufgenommen. Zu den Schlägen wäre es dann eine Etage tiefer gekommen, nachdem sie auch im „Soho Club" keinen Zutritt bekommen hatten. „Ich habe ja das dazugehörige Video. Darauf ist klar zu sehen, dass wir damit nichts zu tun hatten. Selbst der Vorfall weiter unten schien bei der Aufnahme halbso wild gewesenzu sein," verdeutlicht Lemke nochmals.

Unterstützung vom Geschäftspartner


Der selben Meinung ist sein langjähriger Kollege Oliver Strauß, ebenfalls Geschäftsführer der Diskothek. Er wisse über die nächtlichen Vorfälle und sei davon überzeugt, dass seine Türsteher absolut richtig gehandelt haben. Auch für ihn stelle sich die Thematik der Diskriminierung überhaupt nicht: „Leute, die sich daneben benehmen oder stark betrunken sind, möchten wir nicht als Gäste in unserer Diskothek. Egal, woher sie kommen." Strauß erklärt, dass die Mehrheit der weggeschickten Feierlustigen ohnehin Deutsche seien. „Natürlich machen wir auch mal Fehler und lassen vielleicht jemanden nicht rein, der überhaupt nichts gemacht hat oder nur zur falschen Zeit am falschen Ort war. Ich selbst bin auch schon mal nicht in eine Disko gekommen. Ich kenne das ja alles", zeigte sich Strauß gegenüber regionalHeute.de verständnisvoll. Doch für ihn sei ganz wichtig zu betonen, dass man bei der Auswahl der Gäste wirklich nur nach der Situation oder dem Verhalten der Person handle und nicht nach deren Herkunft.

https://regionalbraunschweig.de/diskriminierung-im-schwanensee-linke-beantragen-tests/


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