So wirbt die Stadt um Fachkräfte aus dem Ausland

Die Verwaltung zeigt auf, mit welchen Mitteln sie sich um internationale Fachkräfte bemüht.

Zum Beispiel Kranken- und Altenpflege gehören zu den Berufszweigen, in denen in Deutschland Fachkräftemangel vorherrscht.
Zum Beispiel Kranken- und Altenpflege gehören zu den Berufszweigen, in denen in Deutschland Fachkräftemangel vorherrscht. | Foto: Pixabay

Braunschweig. Auf der einen Seite herrscht in Deutschland Fachkräftemangel, der längst auch in Braunschweig seine Auswirkungen zeigt. Auf der anderen Seite gibt es gut ausgebildete Kräfte im Ausland, die Interesse daran hätten, zum Beispiel in Braunschweig ihrer Tätigkeit nachzugehen. Ausgehend von dieser Rechnung wollte der Stadtschülersprecher Atakan Koctürk wissen, ob und wie sich die Stadtverwaltung direkt um solche Fachkräfte bemüht.



Zur Anfrage des jungen SPD-Kommunalpolitikers im städtischen Ausschuss für Vielfalt und Integration hat die Verwaltung jetzt ihre Antwort vorgelegt. Darin heißt es, dass die Stadt zum Beispiel im Fachkräftebündnis Südostniedersachsen vertreten sei – zusammen mit regionalen Arbeitsagenturen, Kammern, Verbänden, Gewerkschaften und weiteren kommunalen Gebietskörperschaften. Aufgabe des Bündnisses sei es, Fachkräfte zu sichern, aber auch zu gewinnen – mitunter eben auch aus dem Ausland.

Projekte laufen


Aktuell liefen demnach zwölf Projekte im Fachkräftebündnis mit dem Schwerpunkt der Fachkräfteentwicklung. Unter anderem auch zwei Projekte des Welcome Centers – einer zentralen Anlaufstelle zu diesem Thema. Das Projekt „ExperTUN“ beschäftige sich mit der Fachkräftegewinnung aus Tunesien, das Projekt „welcometogether“ mit der Integration internationaler Fachkräfte. Die Stadt Braunschweig fördert, neben anderen Kommunen, das Welcome Center mit 30.000 Euro jährlich.

Dabei sei die Stadt mit einer Tochtergesellschaft stets im Austausch mit den Braunschweiger Betrieben und weiteren maßgeblichen Arbeitsmarktakteuren. Dabei werde regelmäßig deutlich, dass die Bedarfe der Arbeitsmigration und der dabei aktiven Gewinnung internationaler Fachkräfte je nach Branche oder Berufsbild und damit auch die Anforderungen sehr unterschiedlich seien, heißt es in der Anfragenbeantwortung. Auch die TU Braunschweig habe laufende Projekte, um ausländische Studenten für den hiesigen Arbeitsmarkt zu gewinnen.

Das tut die Stadt für die Integration


Um Fachkräfte aus dem Ausland, die in Braunschweig ihre Arbeit aufgenommen haben, möglichst schnell zu integrieren, habe die Stadt gleich ein ganzes Bündel an Maßnahmen parat. Das Welcome Center als Anlaufstelle für internationale Fachkräfte und hiesige Unternehmen spiele dabei eine zentrale Rolle.

Außerdem stelle die Stadt Infomaterial in verschiedenen Sprachen bereit, engagiere sich rund um das Thema Anerkennung ausländischer Abschlüsse und ist an runden Tischen zur Integration vertreten. Zudem fördert die Stadt zum Beispiel interkulturelle Vereine und Begegnungsprojekte.

Vorstellbar seien aber noch weitere Aktivitäten zur Integration aber auch zur Fachkräftegewinnung – wie beispielsweise die Organisation von Orientierungsveranstaltungen, um die Integration in der Stadt und der Region zu erleichtern, das Angebot von Sprachkursen auszubauen, Patenschaften und Mentoring, Jobmessen oder Recruiting-Events.