Steht die Braunschweiger Taxi-Alternative vor dem Aus?

Diese Mietwagenzentrale befindet sich im Insolvenzverfahren. Der Betrieb läuft aber vorerst weiter.

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Eine Alternative zum Taxi befindet sich im Insolvenzverfahren (Symbolfoto).
Eine Alternative zum Taxi befindet sich im Insolvenzverfahren (Symbolfoto). | Foto: Pixabay

Braunschweig. Seit Jahrzehnten stellen sie eine in Braunschweig beliebte oder zumindest etablierte Alternative zum Taxi dar: die roten "Mietwagen" der MC Mini-Car GmbH – kurz: Mini-Car. Derzeit steckt das Unternehmen aber in einer Krise und befindet sich im Insolvenzverfahren.



Anders als Taxis müssen die Mietwagen des Mini-Cars vom Fahrgast bei der Zentrale des Unternehmens bestellt werden. Mini-Car-Fahrer dürfen keine Fahrgäste unterwegs aufgabeln. In Taxis können Kunden dagegen auch einsteigen, wenn diese frei sind oder an Taxen-Plätzen warten. Ansonsten sind die Dienstleistungen des Braunschweiger Mietwagen-Unternehmens, dessen Ursprung auf die 1970er Jahre zurückgeht, den Taxis doch ganz ähnlich. Fahrer und Fahrzeug transportieren Kunden von A nach B auf Bestellung – dazu gehören unter anderem auch Krankentransporte und Flughafen-Transfers. Rund 25 Fahrzeuge gehören zur Flotte des Unternehmens aus der Braunschweiger Nordstadt.

Uber-Konkurrenz zu groß?


Seit jeher war das Mini-Car eine Alternative zum Taxi. Seit etwas mehr als einem Jahr gibt es allerdings in Braunschweig neue Konkurrenz: Mit Uber gibt es einen weiteren Anbieter für Fahrdienste, der die Platzhirsche unter Druck setzt. Ähnliche Anbieter drängen derzeit in Deutschlands Großstädte.

Ob diese neue Konkurrenzsituation jetzt zur drohenden Zahlungsunfähigkeit der Mini-Car-Gesellschaft geführt hat, lässt sich nicht eindeutig belegen. Fest steht aber: Die drei Geschäftsführer haben Mitte Februar das Insolvenzverfahren beantragt, das Amtsgericht Braunschweig hat das Verfahren eröffnet und den Anwalt Tim Gätcke zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Geschäftsbetrieb soll weiterlaufen


"Wir versuchen jetzt, den Geschäftsbetrieb am Laufen zu halten", sagt Gätcke im Gespräch mit regionalHeute.de. Es gehe darum, eine "positive Lösung zu finden". Bestenfalls wäre das natürlich die vollständige Rettung des Unternehmens.

Der Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht habe kürzlich eine Betriebsversammlung durchgeführt. Beim Unternehmen seien derzeit rund 50 Mitarbeiter beschäftigt. Diese zu halten, sei ein wichtiges Ziel. Daher strebe Gätcke Insolvenzgeld an, um die Bezahlung der Mitarbeiter vorerst sicherzustellen.

Nach Verlusten 2020 ging es zunächst bergauf


Die öffentlich einsehbaren Bilanzen zeigen, dass das Unternehmen vor allem im Corona-Jahr 2020 dunkelrote Zahlen geschrieben hat. Rund 186.000 Euro Verlust stehen da zu Buche. Seitdem ging es zumindest bis 2024 wirtschaftlich wieder bergauf. Zahlen für 2025, das Jahr, in dem Uber in den Braunschweiger Markt eingestiegen ist, liegen derweil bislang nicht öffentlich vor.

Der Anwalt Tim Gätcke habe jedenfalls zuletzt auch Insolvenzen anderer Taxi-Betriebe unter anderem in Peine, Wolfsburg und Celle betreut. "Der Markt ist hart umkämpft", bestätigt er im Gespräch mit regionalHeute.de. Neben der verschärften Konkurrenzsituation würde auch der steigende Mindestlohn den Unternehmen zu schaffen machen.

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