Braunschweig. Bereits seit Juli letzten Jahres ist die Straßenbahnstrecke der Linie 1 zwischen „Sachsendamm“ und „Salzdahlumer Weg“ wegen gravierender Mängel an den Gleisen gesperrt. In diesem Bereich fährt ein Schienenersatzverkehr. Zuletzt hatte regionalHeute.de Mitte Januar berichtet, dass es im März mit den Bauarbeiten losgehen soll. Einen Termin, wann die Bahnen wieder fahren sollen, gab es aber nicht. Das hat sich jetzt geändert.
Nachdem die Schäden an den Gleisen festgestellt worden waren, hatten zunächst Gewährleistungsansprüche mit der Baufirma geklärt werden müssen. Die BSVG hatte dann im zuständigen Stadtbezirksrat Braunschweig-Süd auf Anfrage der CDU mitteilen lassen, dass der Baustart ab März 2026 geplant sei und die Stadtbahn noch im Frühjahr 2026 wieder den Betrieb aufnehmen soll. Wie schnell die Maßnahme umgesetzt werden könne, sei aber abhängig von Witterung und verfügbaren Ressourcen seitens der zu beauftragenden Baufirma.
Wetterlage als Problem?
Daraufhin hatte die CDU im Stadtbezirksrat im Januar erneut eine Anfrage gestellt. Aufgrund der Wetterlage bestehe die Befürchtung einer Gefährdung des ambitionierten Zeitplans für die Wiederinbetriebnahme der Straßenbahnstrecke. Gleichzeitig müssten Stöckheims Bürger weiterhin umständlich den Schienenersatzverkehr nutzen. Man wolle nun wissen, wie der aktualisierte Zeitplan für die Sanierung der Straßenbahnstrecke aussieht.
In der Sitzung am vergangenen Mittwoch gab es nun die Antwort. "Im Dezember 2025 wurde die Ausschreibung für die Maßnahme bekannt gegeben. Im Januar 2026 befasste sich der Aufsichtsrat der BSVG mit dem Vorhaben, bevor im Februar 2026 die Vergabe erfolgt. Die Bauausführung ist für den Zeitraum von März bis Mai 2026 vorgesehen. Die Wiederaufnahme des Stadtbahnbetriebes ist für den 31. Mai 2026 geplant", teilt die Verwaltung mit.
Wie ausgelastet sind die Busse?
Die CDU wollte zudem wissen, wie ausgelastet der eingerichtete Schienenersatzverkehr der Linie 1E ist. Laut Verwaltung stelle sich dies insgesamt als moderat dar. Im Durchschnitt nutzten 21 Fahrgäste eine Fahrt. Dabei variiere die Nachfrage jedoch deutlich in Abhängigkeit von Tageszeit und Fahrtrichtung: Die Spannweite reiche von lediglich fünf Fahrgästen in nachfrageschwachen Zeiten bis hin zu maximal 74 Fahrgästen in einzelnen, stark frequentierten Fahrten.
Der überwiegende Teil der Fahrten bewege sich in einem Bereich zwischen 15 und 35 Fahrgästen je Fahrt. Dies deute darauf hin, dass die Kapazitäten in den meisten Fällen ausreichend bemessen seien, während es in einzelnen Spitzenzeiten zu einer deutlich höheren Auslastung komme. Auf der Linie 1E würden Gelenkbusse mit einer Kapazität von etwa 110 Fahrgästen eingesetzt, wovon etwa 45 auf Sitzplätze entfallen.
Gibt es Mehrkosten?
Um den ungeplanten Schienenersatzverkehr für die Dauer von mehreren Monaten leisten zu können, wurden die Linienführungen der Stadtbahnlinie 1 und 2 angepasst, berichtet die Verwaltung weiter. Das Fahrpersonal mit Ausbildung für Stadtbahn und Bus werde nun im Bussektor eingesetzt. Dadurch entstehe pro Betriebstag ein Mehraufwand von zwei Diensten, was Mehrkosten von monatlich etwa 17.000 Euro entspreche.

