Braunschweig. Am Freitag wurden am Forschungszentrum Battery Labfactory Braunschweig (BLB) der Technischen Universität Braunschweig drei Anlagen zur Produktion zukunftsfähiger Batteriezelltechnologien feierlich in Betrieb genommen. Das berichtet die TU in einer Pressemitteilung. Mit der erweiterten Infrastruktur stärke der Regionalverbund BLB+ (Braunschweig Labfactories for Batteries and more) seine Position als führende Plattform für die industrienahe Erforschung zirkulärer, nachhaltiger Batterieproduktionsprozesse.
Die TU Braunschweig wurde dafür insgesamt mit über zehn Millionen Euro gefördert. Ziel der vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) finanzierten Investitionen ist es, innovative Herstellungsverfahren für Batterieelektroden unter industrienahen Bedingungen zu erforschen und damit zentrale Beiträge zum weiteren Aufbau der Batteriezellproduktion in Deutschland zu leisten. An der Einweihung nahmen der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs, und der BMFTR-Referent Dr. Stefan Jung teil.
"Damit sind wir bundesweit Vorreiter“
„Wir brauchen eine forschungsstarke, mit Unternehmen und Start-ups eng vernetzte und national gut abgestimmte Batterieforschung. Dafür steht die TU Braunschweig. Vor allem die Frage, wie man Batterien und Batteriematerialien erneut nutzen kann, wird hier bearbeitet. Die neuen Forschungsanlagen ergänzen diese Infrastruktur hier optimal – damit sind wir bundesweit Vorreiter“, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs. „Unser Ziel als Land ist: Wir wollen Abhängigkeiten reduzieren und Wertschöpfung bei uns halten. Unsere Forschungsaktivitäten hier tragen direkt zur High-Tech Agenda Deutschland sowie unserer technologischen Souveränität und wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit bei.“

Bei der Einweihung der Batterieforschungsanlage ForBatt an der TU Braunschweig am 6. März 2026: TU-Präsidentin Prof. Angela Ittel, Prof. Arno Kwade, BMFTR-Referent Dr. Stefan Jung und Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs (v.l.). Foto: Christian Bierwagen / TU Braunschweig
„Seit 2007 forschen wir erfolgreich an Batterietechnologien und haben mit der BLB unsere international führende Rolle in der Batterieproduktionsforschung gefestigt. Dass sich stetig weitere Unternehmen in der Region ansiedeln,- - zeigt: Die Impulse der Technische Universität Braunschweig treiben den Aufbau eines starken Batterie-Ökosystems entscheidend voran“, so TU-Präsidentin Angela Ittel.
Das sind die drei Anlagen
Im Rahmen der Veranstaltung wurden folgende über die BMFTR-Ausschreibung „ForBatt“ finanzierte Anlagen inklusive zugehöriger Labor- und Analyseinfrastruktur eingeweiht:
- Eine Pilotanlage zur Trockenbeschichtung mit Trockenraum und Laborinfrastruktur: Die Trockenbeschichtung stellt eine neuartige Produktionsmethode dar, die im Vergleich zur klassischen Nassbeschichtung deutliche Vorteile hinsichtlich Kosten, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bietet.
- Eine Tandem-Nassbeschichtungsanlage zur zirkulären Batteriezellproduktion: Die Anlage wurde insbesondere für die Realisierung einer mehrfachen Kreislaufproduktion mit nachhaltigen Trocknungsverfahren konzipiert und ermöglicht die reproduzierbare Herstellung größerer Mengen von Elektroden und Zellen. Damit schafft sie zusammen mit der schon vorhandenen Recycling-Anlage die Voraussetzung für industrienahe Untersuchungen geschlossener Materialkreisläufe.
- Eine 3D-Druckanlage für Festkörperelektroden: Der Fokus liegt hier auf der Entwicklung und Herstellung innovativer 3D-Festkörperelektroden für zukünftige Batteriegenerationen.
„In ihrer Gesamtheit komplettieren die drei Anlagen eine deutschlandweit einzigartige Forschungsinfrastruktur, mit der wir Innovationen für nachhaltige, zirkuläre und leistungsfähige Batteriezelltechnologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Grundlagenforschung bis zur industrienahen Demonstration – entwickeln können“, erläutert Professor Arno Kwade, Vizepräsident für Transfer und Innovation der TU Braunschweig und Vorstandssprecher der BLB. „Mit diesen vom BMFTR mit über zehn Millionen Euro geförderten Anlagen stärkt der Regionalverbund BLB+ den Ausbau der Region Braunschweig und Niedersachsen zu einem führenden Hotspot für die zirkuläre Produktion von Energiespeichern und -wandlern und leistet einen wichtigen Beitrag zur Transformation der Batteriezellproduktion in Deutschland.“

