Umgestaltung des Hauptbahnhofes soll öffentlich diskutiert werden


Bereits in den vergangenen Wochen wurden kritische Stimmen laut, die mit dem Entwurf für die Umgestaltung nicht zufrieden waren. Symbolbild: Sina Rühland
Bereits in den vergangenen Wochen wurden kritische Stimmen laut, die mit dem Entwurf für die Umgestaltung nicht zufrieden waren. Symbolbild: Sina Rühland Foto: Sina Rühland

Braunschweig. Im Rahmen des Planverfahrens für die Umgestaltung des Umfelds des Hauptbahnhofs wird es spätestens Anfang 2020 einen öffentlichen Workshop geben, wo die bisherigen Überlegungen von der Verwaltung erläutert und mit den Bürgern diskutiert werden sollen. Hier können die Braunschweiger auch ihre Vorstellungen einbringen und kritische Anmerkungen machen. Das hat Stadtbaurat Heinz Leuer heute im Verwaltungsausschuss bekräftigt, wie die Stadt Braunschweig in einer Pressemitteilung berichtet.


Der Ausschuss habe, wie von der Verwaltung vorgeschlagen, gestern einen Aufstellungsbeschluss für das Quartier gefasst. Dieser sehe vor, ausgehend von dem in einem Gestaltungswettbewerb siegreichen Entwurf der Architekten WelpvonKlitzing eine Planung für die Aufwertung und Neuentwicklung dieses Stadtraumes zu erarbeiten.

Öffentlichkeitsbeteiligung ist üblich


Leuer habe erneut betont, die Verwaltung stehe mit ihren Planungen ganz am Anfang. Ein Aufstellungsbeschluss ermögliche, aufgrund der Ideen im Wettbewerbsentwurf konkrete Planungen zu entwickeln. Entschieden sei zum derzeitigen Zeitpunkt noch nichts und die Verwaltung sei offen für Hinweise und kritische Anmerkungen. Wie in solchen Verfahren üblich gebe es dabei auch Öffentlichkeitsbeteiligungen. "Und mit dem öffentlichen Workshop wollen wir zu einem frühen Zeitpunkt, wie etwa auch beim Stadtbahnausbau, informieren und Anregungen für das weitere Verfahren sammeln." Themen wie Radwege, sozialer Wohnungsbau und insbesondere die Auswirkungen auf Viewegs Garten werde die Verwaltung sehr genau im Blick behalten und die Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger dazu hören.

Leuer habe um Verständnis für die Abfolge gebeten. "Bei dem Wettbewerb ging es für uns darum zu klären: Wie könnte denn ein künftiges Bahnhofsumfeld mit verbesserten Funktionalitäten aussehen? Das haben wir vorgestellt. Wir nehmen jedoch wahr, dass viele Bürgerinnen und Bürger in den vergangenen Wochen bereits mit uns über Details reden wollten und auch entsprechende konkrete Auskünfte erbeten haben. Wir können aufgrund eines Ideenwettbewerbs jedoch solche Details, wie zum Beispiel die Zahl von möglicherweise betroffenen Bäumen, noch gar nicht nennen, denn dafür fehlt uns eine erste konkrete Planung. Diese können wir jetzt beginnen und das gibt uns die Möglichkeit, auch frühzeitig die Öffentlichkeit zu beteiligen und in der Vorbereitung eines Bebauungsplans zu berücksichtigen."

Leuer sieht Potenzial für die Stadtentwicklung


Dieser sei ein lang angelegtes Vorhaben, im kommenden Jahr werde er auf alle Fälle noch nicht fertig. Da werde es auch weitere Gelegenheiten einer Beteiligung der Öffentlichkeit geben. Es gebe auch noch viele offene Fragen, die mit der Bahn und Grundstückseigentümern zu klären seien. Am Ende entscheide über den Bebauungsplan der Rat. Es sei insofern auch nicht hilfreich, wenn jetzt etwa konkrete Zahlen für Baumfällungen in den Raum gestellt würden. "Wir können diese Zahlen gar nicht nachvollziehen."

Leuer habe für die großen Chancen dieses Projekts geworben. "Es muss etwas geschehen am Hauptbahnhof und es wird etwas geschehen. Es gibt dort ein gewaltiges Potenzial für Stadtentwicklung und Klimaschutz und der Entwurf von WelpvonKlitzung ist ein guter Ansatz, dies anzugehen. Nicht zuletzt sind es dringende funktionale Verbesserungen wie Fahrradparkhaus und Busterminal, die wir gemeinsam mit der Bahn entwickeln wollen. Dazu kommen der Rückbau großer, letztlich ungenutzter Verkehrsflächen, Chancen für neues Wohnen und Gewerbe und die bessere Anbindung des Hauptbahnhofs an die Stadt. Das ist ein riesiges Projekt, da kann noch gar nicht alles in Stein gemeißelt sein; vielmehr freue ich mich, dass wir die Ausplanung jetzt beginnen können und darüber natürlich auch mit der Stadtgesellschaft öffentlich diskutieren."

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