Verkehrsberuhigter Bereich: Diese Maßnahmen sind für den Löwenwall geplant

Derzeit würden vor allem viele Autofahrer zu schnell unterwegs sein. Wie kann man das ändern?

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Symbolbild | Foto: regionalHeute.de

Braunschweig. Der Löwenwall ist eigentlich ein sogenannter verkehrsberuhigter Bereich. Das heißt, Autos und Radfahrer dürfen höchstens Schrittgeschwindigkeit fahren, Fußgänger sind auf der Straße gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer. Doch offenbar wird diese Regelung häufig missachtet. Der Stadtbezirksrat Mitte hat sich daher weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen gewünscht. Diese könnten auch kommen, allerdings erst 2028.



Vor allem durch zu schnell fahrende Autos würden Fußgänger gefährdet, hieß es im April letzten Jahres aus dem Stadtbezirksrat. Viele Autofahrer seien sich gar nicht bewusst, sich in einem verkehrsberuhigten Bereich zu befinden. Hinzu komme, dass die Parkanlagen häufig von den Schülern der angrenzenden Gaußschule genutzt würden. Die Verwaltung solle weitere Maßnahmen prüfen. Nun ist dies geschehen, und die Verwaltung hat dem Stadtbezirksrat eine neue Beschlussvorlage vorgelegt, über die das Gremium am 24. Februar entscheidet.

Bodenmarkierung nicht geeignet


Die Verwaltung habe die potenziellen Maßnahmen auf ihre Umsetzbarkeit geprüft. Großflächige Maßnahmen zur baulichen Umgestaltung des Löwenwalls im Sinne eines verkehrsberuhigten Bereiches seien dabei aus Kosten- und Gestaltungsgründen nicht weiter betrachtet worden. Eine vom Stadtbezirksrat vorgeschlagene Bodenmarkierung wird ebenfalls abgelehnt. Eine flächige Bodenmarkierung, zum Beispiel mit einem Piktogramm "Beginn verkehrsberuhigter Bereich", sei nicht geeignet, weil sie durch ihre Kleinteiligkeit im Zusammenhang mit häufigem Überfahren nur eine geringe Haltbarkeit habe.

Daher schlägt die Verwaltung alternativ vor, die Einfahrsituation auf den Löwenwall optisch einzuengen. Durch Markierung und Poller könne die Fahrbahnbreite in diesem Bereich auf zirka 4 Meter reduziert werden. Gleichzeitig würden die auf beiden Seiten aufgestellten Verkehrszeichen "verkehrsberuhigter Bereich" jeweils auf eine Sperrfläche auf der Fahrbahn versetzt und somit besser sichtbar gemacht. Die Größe der Zeichen richte sich nach der Geschwindigkeit und entspreche den Vorgaben.

Fahrzeugbegegnungen nicht mehr möglich


Das Einfahren in den verkehrsberuhigten Bereich werde durch die Markierung besser wahrnehmbar. Fahrzeugbegegnungen seien nicht mehr möglich, so dass der Bereich mit angepasster Geschwindigkeit durchfahren beziehungsweise bei Gegenverkehr gewartet werden müsse. Der Bereich sei gut einsehbar und biete ausreichend Flächen zum Warten, so dass hierdurch keine unverhältnismäßigen Nachteile für den Autoverkehr entstünden und auch große Fahrzeuge den Bereich weiterhin passieren könnten.

Durch die Aufweitung der Seitenräume könnten Fußgänger zum Queren an die Fahrbahn herantreten und hätten eine bessere Sicht auf herannahende Fahrzeuge. Im Planungsbereich bleibe der bestehende Behindertenparkplatz als Längsparkplatz auf der Westseite erhalten. Der Senkrechtparkplatz auf der Ostseite soll als Längsparkplatz an den Fahrbahnrand verlegt werden.

Umsetzung erst 2028


Stimmt der Stadtbezirksrat am Dienstag zu, werden die Maßnahmen allerdings nicht zeitnah umgesetzt. Eine vollständige Umsetzung solle erst nach Abschluss der Bauarbeiten an der Gaußschule Ende 2028 erfolgen, heißt es in der Beschlussvorlage. Der Grund sei, dass die Flächen nach derzeitigem Stand maßgeblich vom Baustellenverkehr betroffen sein werden und Beschädigungen der Markierung sowie der Poller während der Bauphase absehbar seien. In Abstimmung mit der Baustelleneinrichtung könnten aber sinnvolle Teile der Markierung bereits zeitnah umgesetzt werden.

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