"Viel Arbeit, wenig Geld" - Der Handel ging auf die Straße

Immer mehr Arbeitnehmende im Handel seien von Altersarmut und hoher Arbeitsbelastung betroffen.

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Symbolfoto. | Foto: Über dts Nachrichtenagentur

Braunschweig. Unter dem Motto „Ohne uns kein Geschäft – Würde.Wert.Wir.“ fand am heutigen Donnerstag ab 10:30 Uhr auf dem Kohlmarkt in Braunschweig eine Kundgebung zu der aktuellen Tarifrunde des Handels statt. Dies teilte die Gewerkschaft Verdi mit, die dazu aufgerufen hatte.



Rund 140 Beschäftigte aus Betrieben des Einzel- sowie Groß- und Außenhandels haben daran teilgenommen. Die Kundgebung hatte zum Ziel, die prekäre Situation im Handel in die Öffentlichkeit zu bringen und darauf aufmerksam zu machen. Immer mehr Arbeitnehmende im Handel seien von Altersarmut und hoher Arbeitsbelastung betroffen.

Für den Einzelhandel wird in dieser Runde eine Erhöhung des Entgelts von 2,50 Euro bei einem Mindesteinkommen von 13,50 Euro gefordert, im Groß- und Außenhandel 13 Prozent, mindestens 400 Euro mehr.

Auch Betriebe ohne Tarifbindung


Zudem waren ebenfalls Arbeitnehmer bei der Kundgebung, die in Betrieben ohne Tarifbindungen arbeiten und daher noch weniger Einkommen bei gleicher Belastung bekommen. Hier sind die Unternehmen von Verdi aufgefordert worden, in Verhandlungen über Tarifverträge zu treten.

Nach Abschluss der einstündigen Kundgebung folgte ein Demonstrationszug zum Gewerkschaftshaus, um dort die Vernetzung untereinander in einem Streiklokal fortzuführen.

Nicht mehr als ein Dankeschön


„Die heutige Kundgebung hat zum Ziel, den Menschen in der Stadt zu verdeutlichen, wie schwierig die Lage im Handel eigentlich ist. Der Handel hat in den Krisen und Notlagen der letzten Jahre immer funktioniert und es werden teilweise Rekordumsätze erwirtschaftet, aber die Kolleginnen und Kollegen bekommen nicht viel mehr als ein Dankeschön. Warme Worte bringen wenig, wenn kein Geld mehr für Benzin oder Essen am Ende des Monats da ist.“ Sagt Britta Bittner, Moderatorin der Kundgebung und Betriebsrätin bei IKEA.

Ufuk Kilic, Betriebsrat bei Wessels und Müller in Hedemünden, ergänzt dazu: „Die Belastung wird größer und größer, denn es finden sich immer weniger Menschen, die bereit sind für die aktuellen Arbeitsbedingungen im Handel arbeiten zu gehen. Nur Tarifverträge sind ein Schutz davor, dass eine ganze Branche noch mehr an Attraktivität verliert.“

Am 8. Juni wird ein zentraler Streiktag des Handels in Hannover folgen.