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Vorstand des AfD-Kreisverbands Wolfenbüttel/Salzgitter tritt zurück



Vorstand des AfD-Kreisverbands Wolfenbüttel/Salzgitter tritt zurück

von Robert Braumann


Der Vorstand des AfD-Kreisverbands Wolfenbüttel/Salzgitter ist komplett zurückgetreten. Auch Kreisvorsitzender Andreas Boom und Sören Schmidt (rechts) machen nicht mehr weiter . Foto: privat
Der Vorstand des AfD-Kreisverbands Wolfenbüttel/Salzgitter ist komplett zurückgetreten. Auch Kreisvorsitzender Andreas Boom und Sören Schmidt (rechts) machen nicht mehr weiter . Foto: privat Foto: privat

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Wolfenbüttel. Andreas Boom teilte mit, er habe sich vor über zwei Jahren erstmalig politisch engagiert und sei in die unter anderem von Prof. Bernd Lucke gegründete AfD eingetreten, um mit dieser eine demokratischen Alternative zu den  Altparteien zu werden. Zu lange hätten diese an den Wünschen ihrer Wähler vorbei regiert und diese nicht nur in Bezug auf eine bevorstehende Griechenlandpleite dreist belogen. Nach den neuesten Entwicklungen, legt der Kreisvorstand aber seine Ämter nieder.

Am letzten Wochenende habe er gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Prof. Reiner Kroppenstedt, Sören Schmidt, Roland Hentschel und Axel Steinkampf-Sommer auf dem Parteitag in Essen das Ende der ursprünglichen AfD erleben müssen. Mit Hilfe einer zum Teil radikalisierten, grölenden und pöbelnden Anhängerschaft sei der Essener Parteitag beherrscht und eine schlagartige Verwandlung der AfD zu einer neuen Rechtspartei herbeigeführt worden. In einer für eine politische Partei in Deutschland unerhörten Art und Weise habe ein regelrechter Mob dabei ihren verdienten Sprecher und Parteigründer Prof. Lucke bei seiner Rede niedergebrüllt, so Boom.


Mit der neuen Linie, könne sich niemand im Wolfenbütteler Kreisvorstand identifizieren. Auch Paul Hampel, Landesvorsitzenden der AfD Niedersachsen,  und seinen Gefolgsleute wolle man nicht folgen. Mit diesen Personen würde Boom nicht einmal mehr ein Bier trinken gehen. Eine Partei, welche darauf verzichtet, politische Positionen durch eine mögliche Regierungsbeteiligung umzusetzen, sei zudem aus seiner Sicht  schlicht und ergreifend nicht politikfähig. Mit rechtspopulistischen Wirrköpfen wolle niemand aus dem Wolfenbütteler Kreisvorstand in Zukunft in einen Topf geworfen werden und so habe man einen einheitlichen Rücktritt von allen Ämtern per 10.7.2015 17.00 Uhr beschlossen sowie Prof. Reiner Kroppenstedt und Andreas Boom auch ihren Parteiaustritt. Außerdem gab Boom bekannt, dass die Austrittswelle nach dem Parteitag den Kreisverband nur bis zum heutigen Tag von 47 auf 36 Mitglieder und damit um rund 23 Prozent dezimiert habe. Entgegen der von nur 10 Prozenz Mitgliederverlust sprechenden Angaben offizieller AfD-Funktionäre würde es in allen niedersächsischen Kreisverbänden ähnlich oder dramatischer aussehen. Aus Sorge sei auch gestern morgen per Rundmail des Landesvorsitzenden Hampel bereits nach noch “funktionierenden” Kreisverbänden gefragt worden.

Da sich weiterhin viele Menschen eine echte Alternative suchen, sei nach Prof. Kroppenstedt und Andreas Boom nicht ausgeschlossen, dass beide die Gründung einer neuen liberal-konservativen Partei unterstützen, die unter anderem. von den Europaabgeordneten Prof. Lucke, Ulrike Treberius, Bernd Kölmel und Prof Starbatty aus der Wiege gehoben werden könnte. Die Aktion “Neustart2015” gäbe es ja bereits.


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