Wenig Worte, viel Elektronik: Mesh und Blackbook im Westand

Elektronische Sounds aus Großbritannien und der Schweiz waren am Freitagabend in Braunschweig zu hören.

von Stefan Stümpel


Im Gepäck hatten Mesh ihr aktuelles Album „The Truth Doesn’t Matter“.
Im Gepäck hatten Mesh ihr aktuelles Album „The Truth Doesn’t Matter“. | Foto: fotobully

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Braunschweig. Große Geschichten zwischen den Songs gab es am gestrigen Freitagabend im Westand nicht. Blackbook redete wenig, Mesh später ebenfalls. Dafür blieb reichlich Platz für das, weswegen das Publikum gekommen war: elektronische Sounds, Melodien und einen Abend, der sich nicht lange mit Erklärungen aufhielt.



Den Anfang machte Blackbook. Das schweizerisch-niederländische Duo bewegte sich musikalisch zwischen Synthpop, New Wave und dunkleren elektronischen Klängen und passte damit ziemlich genau in einen Abend, dessen Richtung von Beginn an feststand. Lange Vorstellungen oder ausführliche Ansagen sparte sich der Support. Die Musik übernahm diesen Teil. Blackbook brachte den Saal auf Betriebstemperatur, bevor nach einer kurzen Umbaupause die Band auf die Bühne kam, auf die viele im Westand gewartet hatten.

Neues Album im Gepäck


Denn Mesh und Braunschweig sind keineswegs eine neue Bekanntschaft. Die Briten spielten bereits zu Jolly-Joker-Zeiten in der Löwenstadt, später folgten Auftritte in der Meier Music Hall und im Lokpark. Am Freitagabend kam nun das Westand dazu. Im Gepäck hatten Mesh ihr aktuelles Album „The Truth Doesn’t Matter“.

Blackbox aus der Schweiz sorgten für den Support.
Blackbox aus der Schweiz sorgten für den Support. Foto: #fotobully


Mesh-Sänger Mark Hockings.
Mesh-Sänger Mark Hockings. Foto: @fotobully


Mehr als neun Jahre lagen zwischen der vorherigen Studioplatte „Looking Skyward“ und dem im März erschienenen neuen Album. Entsprechend trägt auch die aktuelle Tour den Namen „The Truth Doesn’t Matter“. Wer nun ausführliche Erklärungen zur langen Pause, zum neuen Material oder Geschichten aus mehr als drei Jahrzehnten Bandgeschichte erwartet hatte, wartete allerdings vergeblich. Auch Mesh hielten sich mit Worten zurück.


Das Westand war gut gefüllt.
Das Westand war gut gefüllt. Foto: @fotobully


Das bedeutete jedoch keineswegs, dass auf der Bühne wenig passierte. Statt langer Moderationen folgte Stück auf Stück. Der typische Mesh-Sound aus elektronischen Flächen, druckvollen Rhythmen und Mark Hockings' markanter Stimme stand im Mittelpunkt. Dabei traf neues Material auf eine Bandgeschichte, die bis ins Jahr 1991 zurückreicht. Mesh gehören zu jenen Acts der elektronischen Szene, die sich über Jahrzehnte ein treues Publikum aufgebaut haben – und das war auch im Westand zu spüren.

Blackbox im Westand.
Blackbox im Westand. Foto: #fotobully


Eine stimmungsvolle Lichtshow durfte bei Mesh nicht fehlen.
Eine stimmungsvolle Lichtshow durfte bei Mesh nicht fehlen. Foto: @fotobully


Vielleicht passte es deshalb sogar, dass an diesem Abend nicht jedes Stück erklärt werden musste. Viele im Saal wussten ohnehin, weshalb sie gekommen waren. Und während beim Konzert von Bluegrass Cash nur wenige Meter entfernt im KufA Haus beinahe jeder zweite Song noch eine Geschichte mit auf den Weg bekam, funktionierte der Abend im Westand genau andersherum: Blackbook und Mesh ließen vor allem die Musik reden.