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CDU-Deutschlandfrühstück: "Freiheit ist das wichtigste Gut"

von Thorsten Raedlein



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03.10.2014


Salzdahlum. Zum traditionellen "Deutschlandfrühstück" am Tag der Deutschen Einheit hatte der CDU-Kreisverband Wolfenbüttel am Freitag in den Kammerkrug Salzdahlum eingeladen. In diesem Jahr konnte Regina Albrecht als Gastrednerin gewonnen werden, die über ihre Erlebnisse im Rahmen ihrer Flucht aus der DDR erzählte. 

Regina Albrecht stammt aus Ost-Berlin. Bevor sie 1971 in die Bundesrepublik ausreiste, studierte sie Wasserwirtschaft an der Ingenieurschule in Magdeburg. In der Bundesrepublik arbeitete sie in verschiedenen Ingenieurbüros und engagierte sich kommunalpolitisch in ihrer Gemeinde.Verliebt in einen Westberliner Studenten, mit dem sie noch heute verheiratet ist, geriet sie als Oberschülerin ins Visier des Staatsicherheitsdienstes. Mit ihren 18 Jahren war ihre Stasi-Akte schon über 160 Seiten stark. Wie sie erzählte, hatte die DDR-Regierung hatte alles unternommen, um die Grenze auszubauen. Sogar Kirchen seien für den Mauerbau gesprengt worden. Am Ende hatte der Staat 1400 Kilometer Grenze zu unterhalten.

Nach dreijähriger Überwachungszeit, in der sie auch verhaftet und verhört wurde, plante sie 1971 mit ihrem westdeutschen Freund die Flucht. Zunächst gruben Fluchthelfer einen unterirdischen Tunnel von Ost- nach Westberlin. Dieser Weg in den Westen blieb ihr allerdings versperrt, weil die Stasi den Tunnel einen Tag vor dem Fluchtversuch entdeckte. Kurze Zeit später gelang es Regina Albrecht, die DDR endgültig zu verlassen. In einem umgebauten Tank eines Autos versteckt, blieb sie an den Grenzen von Rumänien und Jugoslawien nach Österreich unentdeckt und konnte so in die Bundesrepublik Deutschland fliehen. 12.000 Mark kostete das junge Paar damals die Flucht durch einen Fluchthelfer. Viel Geld für zwei Studenten. Aber sie trafen auf einen menschlichen Helfer, der nicht nur das Geld sah, sondern helfen wollte. Er bot ihnen eine Ratenzahlung an, wenn die Flucht gelingen würde.

"Die Freiheit ist das wichtigste Gut", begründete Regina Albrecht ihr lebensgefährliches Fluchtabenteuer, von dem noch heute das Fluchtauto im Berliner Museum am Checkpoint Charlie zeugt.

Die Freiheit zu verteidigen, dazu forderte auch CDU-Kreisvorsitzender Frank Oesterhelweg auf. Der Kreisverband sei leider die einzige Organisation im Kreis, die am 3. Oktober zu einer Veranstaltung einlade. Auch heute noch gäbe es Angriffe auf die Freiheit – zum Beispiel durch die Verfolgung aufgrund des religiösen Glaubens. Aufpassen müsse man, dass die Bundeswehr oder der Verfassungsschutz nicht weiter geschwächt würden. "Wir müssen auch bereit sein, unsere Freiheit zu verteidigen", so Oesterhelweg.


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