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Damit Integration gelingt: Paten für Flüchtlinge gesucht

von Sina Rühland


Foto: Sina Rühland

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14.03.2016


Braunschweig. Etwa 235 unbegleitete, minderjährige Flüchtling befinden sich aktuell in der Obhut des Braunschweiger Jugendamtes. Damit Integration gelingt und den jungen Flüchtlingen schnell Perspektive und Chance auf Bildung und Integration ermöglicht werden kann, hat die Stadtverwaltung das Projekt "Bildungspaten für junge Flüchtlinge" ins Leben gerufen.

Sechs Stiftungen engagieren sich erstmalig gemeinsam mit der Stadt Braunschweig und dem Deutschen Kinderschutzbund als Träger für die Bildungsintegration von jungen Flüchtlingen, die unbegleitet oder mit ihren Familien oft nach langen und schwierigen Fluchtwegen nach Braunschweig gekommen sind. Ihre Zahl steigt kontinuierlich an,  aktuell sind es etwa 235. Dies stellt Braunschweig vor große Herausforderungen. Für das wirkliche Ankommen in Deutschland sollen künftig ehrenamtliche Begleiter die jungen Menschen in den Zugängen zu Bildung, Ausbildung und Arbeit und als elementare Voraussetzung bei dem Erlernen der Sprache individuell unterstützen. Die Stiftungen im Rahmen ihrer Schwerpunkte, zum Beispiel Ausbildungsförderung oder Interkulturelle Kompetenzangebote, unterstützen. Sie können dabei also auf bestehende Angebote zurückgreifen und nutzen ihre Netzwerke. Aufgabe der Bildungspaten sei es dann, für ihre Schützlingen passende Angebote auszuwählen, zu vermitteln und die jungen Flüchtlinge auf diesem Weg zu begleiten, so die Leiterin der Braunschweiger Migrationsbüros Doris Bonkowski. "

"Wir nutzen gebündelt die gesammelte große Kompetenz der Stiftungen bei dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe", sagte Sozialdezernentin Dr. Hanke. "Jede der Stiftungen trägt auf ihrem Tätigkeitsfeld etwas bei, dadurch ergänzen sich die Angebote hervorragend. Der Kinderschutzbund koordiniert den gesamten Prozess gemeinsam mit den Stiftungen und der Stadt in einem Steuerungskreis." So werde die Qualität der Betreuung gewährleistet. Die Stadt Braunschweig habe das Konzept und die Inhalte des Bildungspatenprojekts entwickelt.

Eine Chance für die Gesellschaft


Die Dezernentin unterstrich die Bedeutung einer dauerhaften, erfolgreichen Integration. "Junge, gut integrierte, gut ausgebildete Menschen sind eine Chance für unsere Gesellschaft. Wir werden in den kommenden Jahren einen großen Bedarf an Fachkräften haben." Das Projekt sei bereits im Integrationskonzept, über das der Rat am Dienstag entscheide, genannt. "Wir zeigen damit: Wir haben parallel zum Thema Flüchtlingsunterbringung in den vergangenen Monaten unter Hochdruck an der langfristigen Aufgabe Integration gearbeitet. Das Konzept wird mit Leben gefüllt."

Weitere Paten gesucht


Zurzeit werden bereits 28 Paten für die neue Aufgabe durch den Kinderschutzbund und das Büro für Migrationsfragen geschult. Sie beschäftigen sich derzeit zum Beispiel mit rechtlichen Grundlagen, der interkulturellen Kommunikation oder dem Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen. Im Sommer wird es einen weiteren Kurs für Bildungspaten geben. Die Initiatoren haben Bürgerinnen und Bürger, die sich beim Thema Integration engagieren, angeschrieben mit der Bitte, Pate zu werden. Daher kommen die Patinnen und Paten aus der ganzen Stadtgesellschaft, aus allen Altersstufen. Wer interessiert ist, Pate zu werden, kann sich beim Büro für Migrationsfragen oder dem Kinderschutzbund melden.

In den nächsten Tagen kommen die Bildungspaten erstmals in Kontakt kommen mit den unbegleiteten minderjährigen Jugendlichen, die in städtischen Einrichtungen untergebracht sind, und ihre Unterstützung als persönliche Bezugspersonen und verlässliche Begleiter starten. Etwa 20 Jugendliche werden in einem ersten Schritt von der Betreuung durch Bildungspaten profitieren. Ausgewählt werden sie von den Einrichtungen, in denen sie untergebracht sind. Die Unterstützung soll vor allem denen zugutekommen, die einen besonderen Hilfebedarf haben.

Kontakt: Interessierte können sich beim Kinderschutzbund melden: E-Mail: antje.wingert@dksb-bs.de/Telefon: 0176 63108395


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