Das geht an die Psyche: Finanzielle Sorgen, aufgegebene Hobbys

Eine weitere Studie bestätigt die größten Sorgen der Deutschen. Einschränkungen könnten dabei auch psychische Folgen haben, so die Marktforscher.

Immer mehr Menschen machen sich Sorgen um die Zukunft.
Immer mehr Menschen machen sich Sorgen um die Zukunft. Foto: Pixabay

Region. Im Oktober haben die Marktforscher von YouGov im Auftrag der Lowell Gruppe eine Umfrage gestartet, in der über 2.000 Bürger repräsentativ in Bezug auf die steigenden Lebenshaltungskosten befragt wurden. Die Umfrage habe bestätigt, dass Strom- und Gaspreise die Deutschen besonders sorgen. Doch es seien nicht nur die steigenden Lebensmittelkosten, die die größte Belastung darstellen. Ein Punkt alarmiert die Forscher besonders.



Aufgrund der hohen Inflation spüren die Verbraucher bei fast jedem Einkauf die getiegenen Preis. Die Studie sollte nun klären, in welchen Bereichen sich die größten Belastungen bemerkbar machen und wie die Deutschen auf die Zukunft blicken. Acht von zehn Befragten beklagten dabei besonders die teuren Lebensmittel.

Ergebnis im Detail


Laut Umfrage findet eine Mehrheit (82 Prozent), dass vor allem die gestiegenen Kosten für Lebensmittel und Konsumgüter des täglichen Bedarfs die Hauptschuld an der steigenden finanziellen Belastung tragen. Etwa die Hälfte der Befragten (49 Prozent) nennt zudem die höheren Mietkosten als Grund und etwas mehr als ein Drittel (35 Prozent) blickt beunruhigt auf die Gesundheitskosten.

"Grund zur Sorge sollte vor allem machen, dass mehr als die Hälfte der befragten Bürger (53 Prozent) Angst haben, diese notwendigen Lebenshaltungskosten in Zukunft nicht mehr bezahlen zu können", erklären die Marktforscher. Dazu passe, dass jeder Dritte (33 Prozent) erwarte, sich deswegen verschulden zu müssen. Bezogen auf einzelne Faktoren des Preisanstiegs nennen 44 Prozent der Befragten die Kosten für Strom und Gas als wesentlichen Preistreiber.

"Zukunftspläne werden gerade reihenweise zu den Akten gelegt: Investitionen in ein eigenes Haus, aber auch Hochzeits- und Urlaubspläne werden auf Eis gelegt, um sich in dieser Situation finanziell nicht noch mehr zu belasten", heißt es weiter. Knapp die Hälfte (49 Prozent), hätten sich diesen Aussagen angeschlossen.

Junge Generation fürchtet um die Rente


Fast ein Viertel (24 Prozent) der 18 bis 24-Jährigen zeige sich besorgt, in dieser Situation nicht mehr genug in ihre Altersvorsorge einzahlen zu können. Allerdings gebe es in der sogenannten Gen-Z auch eine Gruppe von immerhin 16 Prozent, die mit den steigenden Kosten und ihren Ursachen nicht viel anfangen können. Im Gegensatz dazu sei die Generation der über 55-Jährigen deutlich besorgter: drei von vier (77 Prozent) Befragten aus dieser Altersgruppe hätten angegeben, hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Perspektive sehr unsicher zu sein.

Männer, Frauen, Wohnen und Freizeit


Männer kümmerten sich offenbar in vielen Fällen, um Ausgaben für die Hausfinanzierung und Wohnnebenkosten und erwarten hier eine wachsende Verschuldung (33 Prozent). Bei den Frauen sei aufgefallen, dass sie offenbar eher bereit sind, bei den Freizeitaktivitäten zu sparen. Doppelt so viele Frauen (18 Prozent) wie Männer würden ihre Freizeitaktivitäten sogar vollständig aufgeben, um den steigenden Ausgaben etwas entgegenzusetzen.

Sorge um psychische Gesundheit


Jens Kellersmann, Pressesprecher der Lowell Gruppe in der DACH-Region, kommentiert die Umfrageergebnisse: „Die steigenden Lebenshaltungskosten führen nicht nur zu mehr Sorgen und Ängsten bei den Menschen. Wenn soziale Kontakte und sportliche Aktivitäten eingeschränkt oder gar gestoppt werden, sehen wir bald vermutlich auch negative Folgen für die psychische Belastbarkeit und Gesundheit der Menschen.“ Umso wichtiger sei es, die Finanz- und Haushaltsplanung sorgfältig in die eigenen Hände zu nehmen.


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