Braunschweig

Das Kleidercenter bleibt über 2017 hinaus bestehen


Den vielen Ehrenamtlichen, darunter geflüchtete Menschen, Hauptamtliche und Absolventen von Arbeitsgelegenheiten, wurde anlässlich des Tages der offenen Tür im Kleidercenter "Jacke wie Hose" in der Petzvalstraße 50b für den großartigen und noch andauernden Einsatz gedankt. Das Bild zeigt unter anderem Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke (Vierte von rechts), Heike Blümel (Mitte hinten links) und Dr. Christos Pantazis (Vierter von links) vom DRK-Kreisverband sowie Norbert Schäfer (Dritter von links) und Christiane Leonhardt (Mitte hinten rechts) von der Volkshochschule.  Foto: DRK-Kreisverband BS-SZ, Karsten Mentasti
Den vielen Ehrenamtlichen, darunter geflüchtete Menschen, Hauptamtliche und Absolventen von Arbeitsgelegenheiten, wurde anlässlich des Tages der offenen Tür im Kleidercenter "Jacke wie Hose" in der Petzvalstraße 50b für den großartigen und noch andauernden Einsatz gedankt. Das Bild zeigt unter anderem Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke (Vierte von rechts), Heike Blümel (Mitte hinten links) und Dr. Christos Pantazis (Vierter von links) vom DRK-Kreisverband sowie Norbert Schäfer (Dritter von links) und Christiane Leonhardt (Mitte hinten rechts) von der Volkshochschule. Foto: DRK-Kreisverband BS-SZ, Karsten Mentasti Foto: DRK-Kreisverband BS-SZ, Karsten Mentasti

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21.11.2017

Braunschweig. Bei einem Tag der offenen Tür im Kleidercenter „Jacke wie Hose“ erklärten Vertreter der Stadt sowie der beiden Träger der Einrichtung, des DRK-Gesellschaft Braunschweig-Salzgitter Sprungbrett gGmbH und der Volkshochschul-Tochter Arbeit und Leben GmbH, das zunächst auf zwei Jahre angesetzte Projekt über das Jahr 2017 hinaus fortzusetzen.


Die Einrichtung in Braunschweig hatte nach nur zweimonatiger Vorbereitungszeit inmitten der großen Flüchtlingswelle im Februar 2016 seinen Betrieb aufgenommen. Die Stadt Braunschweig werde die Räumlichkeiten in der Petzvalstraße 50b auch weiterhin zur Verfügung stellen, unterstrich Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke. Christian Blümel, Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes, und Norbert Schäfer, Geschäftsführer der VHS-Gesellschaft Arbeit und Leben, berichteten, dass auch die hauptamtliche Unterstützung bis auf weiteres gesichert sei. Das teilt der DRK-Kreisverband Braunschweig-Salzgitter e.V. mit.

Um das Kleidercenter an fünf Tagen pro Woche zu öffnen, sei eine enge Zusammenarbeit zwischen hauptamtlichen Vertretern des Roten Kreuzes und der Volkshochschule, Langzeitarbeitslosen, die durch das Jobcenter vermittelt wurden, sowie ehrenamtlichen freiwilligen Helfern notwendig. Nur so seien die täglichen Herausforderungen zu bewältigen, sagte Heike Blümel, Projektkoordinatorin von der DRK-Braunschweig-Salzgitter Sprungbrett GmbH.

Scham ist fehl am Platz


Die Mitarbeiter nehmen Spenden von Braunschweigern entgegen, die direkt im Kleidercenter oder in den beiden rund um die Uhr erreichbaren Altkleidercontainern vor der Petzvalstraße 50b abgegeben werden. „Die Kleidung wird dann auf Beschädigungen überprüft, sortiert und gewaschen. „Der ganze Prozess findet hier vor Ort statt“, erläuterte Norbert Schäfer. Anschließend werden die Waren präsentiert wie in einem Kaufhaus, in dem die Kunden nach einem bestimmten Schlüssel kostenlos einkaufen können. „Unter den Besuchern des Kleidercenters gibt es keine Scham, auf Kleiderspenden angewiesen zu sein“, berichtete Heike Blümel.

Derzeit sind 15 Freiwillige im Kleidercenter im Einsatz, davon sieben mit Migrationshintergrund. Daher seien Beratungen in den Sprachen Deutsch Englisch, Französisch, Serbisch, Russisch, Arabisch, Türkisch, Kurdisch und Italienisch möglich. Im Schnitt besuchen 51 Besucher pro Tag pro Tag die Einrichtung in der Petzvalstraße, um sich nach einem festgelegten Schlüssel mit Kleidung und – sofern vorhanden – Hygieneartikeln zu versorgen. In den Genuss kommen Braunschweiger mit Braunschweig-Pass sowie hier registrierte Flüchtlinge mit Ausweis. Insgesamt werden im Laufe dieses Jahres rund 12.000 Kunden erwartet.

„In wenigen Tagen kam 90 Tonnen an Hilfsgütern zusammen"


Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke und Dr. Christos Pantazis, Vorsitzender des Präsidiums des Rotkreuz-Kreisverbandes, erinnerten an den Höhepunkt der Flüchtlingswelle im Herbst 2015 und die große Bereitschaft der Bevölkerung, Kleider- und Spielzeug zu spenden und ehrenamtliche Hilfe anzubieten. Da in der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen in Braunschweig-Kralenriede keine Kapazitäten zur Entgegennahme von Spenden zur Verfügung gestanden hatten, entschieden Stadt und DRK seinerzeit, zunächst alle Spenden in der DRK-Kaufbar in der Helmstedter Straße zu sammeln. „In wenigen Tagen kam 90 Tonnen an Hilfsgütern zusammen, dazu erklärten 400 Freiwillige ihre Bereitschaft zu helfen“, erinnerte Pantazis. „Es war eine Lawine der Hilfsbereitschaft“, betonte Hanke. Einige Ehrenamtliche sind bis heute mit dabei, andere sind neu hinzugekommen.

Hanke, Pantazis und Schäfer dankten neben den bis zu 15 hauptamtlichen Mitarbeitern des Roten Kreuzes und der Volkshochschule vor allen den Ehrenamtlichen. „Braunschweig zeigt großes Herz“, fasste Dr. Christos Pantazis zusammen. Er führte außerdem aus, dass „Stadt, Volkshochschule, Jobcenter und DRK beim Aufbau des Kleidercenters beispielhaft kooperiert hätten, getrieben von dem Bestreben, schnell, wirksam und ohne bürokratischen Aufwand Menschen in ihrer Not zu helfen“.

Das Kleidercenter „Jacke wie Hose“ in der Petzvalstra0e 50b in Braunschweig-Gliesmarode wurde im Februar 2016 in Betrieb genommen und einen Monat später offiziell eröffnet. Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags zwischen 10 und 12 Uhr sowie 14 und 16 Uhr und freitags zwischen 10 und 12 Uhr.

Das wird derzeit benötigt:


Derzeit werden an Spenden vor allem kleine Geschenke zu Weihnachten, Windeln und Damenhygiene-Artikel in geschlossenen Packungen sowie Kleidung für Mädchen und Jungen im Teeny-Alter und für junge Männer benötigt. Außerdem Männerschuhe vor allem in den kleineren Größen 40, 41 und 42.


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