Goslar

Das Sprengstoffwerk Tanne und seine Folgewirkungen


Vom Werk Tanne geht Gefahr aus. Foto: Jürgen Wode
Vom Werk Tanne geht Gefahr aus. Foto: Jürgen Wode

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28.06.2017

Clausthal-Zellerfeld. Am Mittwoch, 5. Juli um 19.30 Uhr referiert der Clausthaler Geologe Dr. Friedhart Knolle vom BUND-Regionalverband Westharz in der Evangelischen Studentengemeinde, Graupenstraße 1a, zum Werk Tanne in Clausthal-Zellerfeld. Noch in diesem Jahr sollten neue Untersuchungen des Landkreises auf eine Altlast des Werks beginnen.



Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten begannen die ersten Planungen für einen massiven Ausbau der Spreng- und Kampfstoffproduktion in Deutschland. Dazu gehörte auch die heute nur unter seinem Tarnnamen „Werk Tanne“ bekannte TNT-Produktionsstätte am Stadtrand von Clausthal-Zellerfeld.

Das Werksgelände ist zum größten Teil bewaldet und befindet sich im Besitz der IVG. Der Großteil der Fläche ist jedoch wegen des dort vorhandenen Gefährdungspotenzials immer noch nicht frei zugänglich. Bereits Anfang 1934 hielten Experten im Oberharz Ausschau nach einem geeigneten Gelände. Dabei wurden sie bei Clausthal fündig. Ende 1936 war die Sprengstoff-Fabrik in ihren Grundzügen bereits fertiggestellt. Wie viele seiner Schwesterwerke war auch Tanne ein "Schlafwerk", das nach seiner Fertigstellung zunächst "eingemottet" wurde, um dann kurz vor dem Überfall auf Polen in Betrieb genommen zu werden.

Das Gift ist bei heute im Grundwasser


In der Sprengstoff-Fabrik Tanne wurde zum einen der Sprengstoff Trinitrotoluol (TNT) hergestellt, weiterhin wurden TNT und andere angelieferte Sprengstoffe in Bomben, Minen und Granaten abgefüllt. Ein wichtiger dritter Bereich war die Sprengstoffaufbereitung aus Fehlchargen und Beutemunition. Reste der Sprengstoffe und ihre hochgiftigen Abbauprodukte, die teils krebserregend sind, finden sich bis heute im Werk und im Grundwasser unter dem Werk und belasten die Umwelt. Sogar im Wasser des 13 Lachter-Stollens bei Wildemann und des Ernst August-Stollens bei Gittelde konnte das Gift aus Werk Tanne nachgewiesen werden. Der Neutralisationsschlamm der Kläranlage des Werks Tanne wurde zum Teil mitten im Stadtgebiet von Clausthal-Zellerfeld abgelagert, so im Bereich des Ostbahnhofs und des ehemaligen TUS-Sportplatzes. Der Schlamm enthält bis heute ein erhebliches Potential krebserregender Stoffe und wird bald näher untersucht.

Als Ergänzung zum Vortrag wird am Samstag, 8. Juli ab 10 Uhr eine zirka vierstündige Exkursion ab Eingang Werk Tanne angeboten. Leider darf das Werk selbst aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden, aber es gibt auch im Umfeld genug zu erkunden. Bitte festes Schuhwerk nicht vergessen.


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