Dax legt leicht zu - Anleger zurückhaltend vor Nvidia-Zahlen

Am Mittwoch hat der Dax leicht zugelegt.

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Frankfurter Börse | Foto: via dts Nachrichtenagentur

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Frankfurt/Main. Am Mittwoch hat der Dax leicht zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 26.286 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem Start im Minus drehte der Dax bis zum Mittag leicht ins Plus. Anschließend baute er seine Zugewinne aus, bevor er einen Teil davon wieder abgab.


"Wie das Kaninchen vor der Schlange scheint auch ein Großteil der weltweiten Investoren vor den Quartalszahlen des KI-Highflyers Nvidia gelähmt und beinahe handlungsunfähig", kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. "Insgesamt aber ist der Optimismus vor dem Event der Woche größer als die Angst vor Enttäuschungen. Nur so ist es zu erklären, dass sich auch der Dax Schritt für Schritt und Tag für Tag weiter nach oben kämpfen kann."

Unterstützung bekomme der Markt von den weiter rückläufigen Rohölpreisnotierungen und damit abnehmenden Inflationssorgen. "Das nahm auch den heutigen Aussagen zu weiteren potenziellen Leitzinsanhebungen der Europäischen Zentralbank etwas den Wind aus den Segeln", erklärte der Analyst. "Denn die Energiepreise wirken insbesondere über Zweitrundeneffekte stark nach und bereiten deshalb einigen europäischen Geldpolitikern Sorgen."

Im Fokus bei den Einzelwerten standen heute die Aktien von Qiagen, die wegen erneuter Übernahmespekulationen gesucht wurden, so Lipkow. "Die abnehmende Konjunkturunsicherheit und die sich abzeichnende Entspannung im Nahen Osten über die Energiepreise ließen zudem Banken und Finanzwerte wieder attraktiv erscheinen. Auf der Verliererseite finden sich die Aktien des Indexschwergewichts SAP, die nach einer Analystenabstufung heute unter Verkaufsdruck standen", erklärte er.

Mit den Quartalszahlen von Nvidia stehe am Abend der nächste Rally-Test im Kalender. "Umsatz und Gewinn sollten zwar tendenziell am oberen Ende der Erwartungen veröffentlicht werden", so Lipkow. "Aber die Frage ist, ob allein das schon reicht, um die Stimmung im Halbleitersektor weiter zu stimulieren, und wie sich der Markt für Rechenzentren nach Meinung des Nvidia-CEOs Huang zukünftig entwickeln wird."

Danach dürften viele Anleger ihre Entscheidungen treffen, wie sie in den kommenden Monaten in diesem Sektor investieren, erklärte er. "Etliche Sektoren wie Halbleiter, Bau und Energie haben zuletzt stark profitiert und die Aktienmärkte auf immer neue Rekorde getrieben", so Lipkow. "Nun muss sich zeigen, ob die Annahmen noch Gültigkeit besitzen und wie hoch die Dynamik in den Sektoren bleibt."

Bis kurz vor Handelsschluss standen die Papiere von Heidelberg Materials und Deutscher Bank an der Spitze der Kursliste. Das Schlusslicht bildeten die SAP-Aktien.

Unterdessen sank der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im September kostete 66 Euro. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund 11 bis 14 Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.

Der Ölpreis sank ebenfalls: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 88,31 US-Dollar, das waren 27 Cent oder 0,3 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Mittwochnachmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1651 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8583 Euro zu haben.