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"Der grüne Hagenmarkt darf nicht zerstört werden!"

Die BIBS kritisiert die Pläne der Stadt zur Neugestaltung. Neben dem Erhalt und Neuanpflanzung von Robinien wird auch eine rein nichtkommerzielle Nutzung des Platzes gefordert.

von Alexander Dontscheff


Archivbild
Archivbild Foto: Alexander Dontscheff

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14.10.2020

Braunschweig. Ende September stellte die Stadt Braunschweig im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung die Pläne zur Umgestaltung des Hagenmarktes vor. Man plane unter anderem die letzten Robinien auf dem Platz, die den Sturm 2017 überstanden hatten, zu entfernen und durch andere Bäume zu ersetzen. Dies kritisiert nun die BIBS im Stadtbezirk Innenstadt in einer Pressemitteilung.



Wie aus einem Bericht auf der Homepage der Stadt Braunschweig hervorgeht, sieht der von der Verwaltung favorisierte Entwurf des Planungsbüros Ackers Partner Städtebau vor, die noch bestehenden hochkronigen Robinien zu entfernen und neue Baumarten zu pflanzen, um damit ein neues einheitliches Grünraumkonzept zu erreichen. Verwendung finden sollen hier dann eher niedrigkronige und umweltrobustere Bäume.

"Investition noch lange nicht abgeschrieben"


Die BIBS fordert dagegen den Erhalt des jetzigen Ensembles. Im April 1982 habe der Bezirksrat Innenstadt einstimmig beschlossen, den Platz um den Heinrichsbrunnen neu zu gestalten, erinnert die BIBS in ihrer Pressemitteilung. Stadtgestalter Antonio Mander vom Stadtplanungsamt habe seinerzeit eine Bepflanzung mit 44 mittelgroßen Robinien und eine Anlage von Rasenflächen auf dem noch vorhandenen Platz vorgeschlagen. Robinien seien extrem genügsam, flachwurzlig auf dichteren Böden, schnellwüchsig und klima- sowie schadstoffresistent mit prachtvollen Blüten, die als Bienenweide (Akazienhonig) dienten. "Die 28 kostenlosen Bänke mit 56 Sitzplätzen um den plätschernden, denkmalgeschützten Heinrichsbrunnen lassen bis heute den lärm- und feinstaubintensiven Verkehr bei Aufenthalt ein wenig vergessen", betont Friedrich Walz, Mitglied im Stadtbezirksrat Innenstadt. Zusammen mit den feinstrukturierten Wegen, die sternförmig auf den Brunnen zulaufen und von FußgängerInnen und RadfahrerInnen gern benutzt werden sowie einem Ent- und Bewässerungssystem unter der Erde habe die Neugestaltung 2,6 Millionen DM gekostet. Diese Investition sei noch lange nicht abgeschrieben. Diese vorausschauend geplante Anlage habe denkmalschutzwürdige Bedeutung. Nach Wegfall des Schlossgartens und des Pocketparks vor der ehemaligen, denkmalgeschützten Stadtbibliothek sei das Bedürfnis nach grünen Plätzen sowohl von Besucherinnen und Besuchern, als auch Bewohnerinnen und Bewohnern Braunschweigs größer denn je. Der Park trage sowohl zur CO2-Senkung als auch zur Verbesserung des Stadtklimas bei.

Es besteht geradezu die Pflicht, die im Oktober 2017 vom Orkan gefällten Robinien zu ersetzen. Diejenigen Robinien, die standfest geblieben sind, wären als Naturdenkmale auszuzeichnen.

- Friedrich Walz, Vertreter der BIBS im Stadtbezirksrat Innenstadt


Die Robinie sei zum Baum des Jahres 2020 ernannt worden. Es biete sich also an, wieder 20 bis 30 mittelgroße Robinien - den vorhandenen Platz umrahmend und Haushaltsmittel sparend – nachzupflanzen.

"Es gibt genug Sitzplätze für die Gastronomie"


Derzeit habe die Stadt rund um diese wertvolle, einzigartige grüne Platzanlage den Gewerbetreibenden 208 Freisitzplätze zur kommerziellen Nutzung genehmigt. 
Dies sei völlig ausreichend und damit könne dieser Park wie in den letzten 38 Jahren weiterhin nichtkommerziell von aller Welt genutzt und genossen werden, so Walz abschließend.

Die Pläne zur Neugestaltung des Hagenmarktes gehen noch durch die politischen Gremien.


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