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Der Verein "SuPer-Salzgitter": Hilfe für Menschen in Not



Salzgitter

Der Verein "SuPer-Salzgitter": Hilfe für Menschen in Not

von Alexander Panknin


Gründungsmitglieder Gianluca Calabrese und Patrick Wassmann vor dem Vereinshaus. Foto/Video: Alexander Panknin
Gründungsmitglieder Gianluca Calabrese und Patrick Wassmann vor dem Vereinshaus. Foto/Video: Alexander Panknin

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Salzgitter. Bereits seit seiner Gründung 2016 setzt sich der Verein SuPer-Salzgitter für Menschen mit Suchtproblemen ein. Gianluca Calabrese (42) biete zusammen mit seinem Team ein niedrigschwelliges Präventionsangebot gegen Sucht und Kriminalität. regionalHeute.de hat den Verein besucht.



Der Name ist Programm, wie Gründungsvater Calabrese erklärt. Super kommt vom italienischen superare und bedeutet so viel wie überwinden. Als Abkürzung heißt es auch "Sucht und Prävention erfolgreich realisieren".

Nicht nur hier hat sich der Verein Gedanken gemacht, auch in das Konzept wurde viel Überlegung gesteckt. Die Frage war: Wie kann man Menschen, die mit Sucht und Kriminalität kämpfen, am besten helfen? Daraus entstand die Idee ein besonders niedrigschwelliges Hilfsangebot anzubieten. Da gibt es nicht viel Papierkram bei SuPer-Salzgitter: Ein Anruf genügt, der Verein sorgt dann für eine passende Unterstützung. Und die ist ganz individuell, wie Calabrese erzählt. Das kann zum Beispiel einfach ein Gespräch sein, jemand der zuhört, oder einfach nur ein Schlafplatz.


Als Vereinsheim dient ein Gartenhaus in der Nähe des Kinder- und Jugentreffs Graffitian der Swindonstraße. Dort können Hilfesuchende einen Unterschlupf finden, ihren Alltagssorgen entfliehen. Der Verein hat rund 15 Mitglieder, die Hälfte davon haben bereits bei der Gründung mitgeholfen. Jeder bringt dort seine eigenen Erfahrungen und sein Wissen mit ein, so bekommt jeder den Ansprechpartner, den er braucht. Denn das Klientel ist breit gefächert, von der 7. Klasse bis ins hohe Erwachsenenalter - jeder mit ganz individuellen Ansprüchen. Wichtig sei dabei auch die Haltung gegenüber den Menschen. Der Verein zeigt Gefahren auf, wo Prävention hilft, erarbeitet aber auch Wege aus einer Sucht heraus - mit viel Verständnis und ohne Vorwurfscharakter.

Gianluca Calabrese


Der Lebensweg von Gianluca Calabrese (41) hätte selbst nicht steiniger sein können. Schon seit seiner Jugend abhängig von Drogen, bewegte sich der Vereinsgründer ein Großteil seines Lebens auf Abwegen zwischen Sucht und Kriminalität. Insgesamt acht Jahre Gefängnis und viele schwere Stunden haben ihn geprägt. Nur mit viel Disziplin und durch harte Arbeit, vor allem an sich selbst, schaffte Calabrese den Wegweg von den Drogen.


Diese prägenden Zeiten und seine Erfahrungen im Umgang mit Menschen aus dem Drogen-Milieu sorgten dafür, dass er einen besonderen Draht zu den Hilfesuchenden hat. Calabrese kann sich in die Situation einfühlen, wirkt bei Beratungen aber vor allem eines: authentisch. Dies sei auch der Grund, warum der Zuspruch so groß sei. Viele Hilfesuchenden schätzten seine direkte Art.

VieleIdeen für Hilfsangebote


Aktuell laufen neben der persönlichen Beratung auch Schulungen an öffentlichen Einrichtungen. So hat der Verein bereits an der TU Braunschweig und in Schulen referiert . Hier steht besonders die Suchtprävention im Vordergrund. Schüler sollen für das Thema sensibilisiert werden und so möglichst gar nicht erst in die Sucht abrutschen. Dabei spielt in Salzgitter auch die Gewaltprävention eine große Rolle.

Im Gespräch mit regionalHeute.de zeigt Calabrese, dass der Verein viele weitere Ideen hat, wie man den Menschen bei der Bewältigung ihrer Probleme Helfen kann. Das neue Projekt "Garten" ist ein soziales Kompetenztraining. Dabei soll Jugendstraftätern die Chance gegeben werden ihre Probleme aufzuarbeiten und zu lernen, wie schön es ist, in einer Gemeinschaft Aufgaben zu bewältigen. Zusammen sollen die Teilnehmer Obst und Gemüse anpflanzen und bei der Gartenarbeit Strukturen für das gemeinsame Leben erlernen.


Sorgentelefon und Kontakt


Wenn Hilfe nötig ist, dann muss es schnell gehen. Deswegen bietet der Verein ein eigenes Sorgentelefon.Als Anlaufstelle für alle Altersgruppen, alle sozialen Schichten und für jegliche Suchtprobleme, konnteSuPer-Salzgitter bereits über 650 Menschen eine Beratung anbieten.

Viele Beratungsstellen in Niedersachsen verweisen in Krisensituationen an solche Notrufnummern. Unter den Telefonnummern 05341 -3059484 oder 0176-43574022 des Vereins ist immer ein Gesprächspartner zu erreichen. Per E-Mail ist eine Kontaktaufnahme untersuper.salzgitter@gmx.net möglich.


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