Der Wolf wird jagdbares Wild - CDU fordert Land zum Handeln auf

Der Bundesrat hat am heutigen Freitag der Änderung des Bundesjagdgesetzes zugestimmt. Mögliche Konsequenzen müssten auf Länderebene gezogen werden.

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Symbolbild | Foto: Pixabay

Berlin. Der Bundesrat hat am heutigen Freitag der Änderung des Bundesjagdgesetzes zugestimmt. Damit wird der Wolf künftig als jagdbare Tierart geführt. Die Länder erhalten die Möglichkeit, den Wolfsbestand über Managementpläne zu steuern und – je nach Erhaltungszustand – gezielt in Bestände einzugreifen. Das berichtet die Gifhorner Landtagsabgeordnete Lena-Sophie Laue (CDU) in einer Pressemitteilung.



Konkret bedeutet das: Bei einem günstigen Erhaltungszustand können Wölfe im Rahmen festgelegter Jagdzeiten bejagt werden. Gleichzeitig werden Eingriffe bei Schäden, etwa nach Nutztierrissen, erleichtert. Der Artenschutz bleibt dabei bestehen und ist weiterhin an klare Voraussetzungen gebunden.

Weidetierhaltung dauerhaft möglich?


Hintergrund sei ein zunehmender Konflikt im ländlichen Raum: Trotz hoher Investitionen in Herdenschutz komme es weiterhin zu Rissen. Für viele Betriebe gehe es längst nicht mehr nur um wirtschaftliche Schäden, sondern auch um die Frage, ob Weidetierhaltung dauerhaft möglich bleibt, meint Lena-Sophie Laue. Für die CDU im Landkreis Gifhorn ist deshalb klar: Jetzt kommt es auf Niedersachsen an.

„Jetzt gibt es keine Ausreden mehr. Unsere Tierhalter brauchen klare Regeln und schnelle Entscheidungen“, sagt die Landtagsabgeordnete Lena-Sophie Laue. Entscheidend sei, dass die neuen Möglichkeiten konsequent genutzt würden – etwa durch klare Jagdzeiten und die gezielte Entnahme von Problemwölfen.

"Realistische und praxisnahe Lösungen"


Auch auf Bundesebene wird die Verantwortung nun bei den Ländern gesehen. „Wir haben die Grundlage geschaffen. Jetzt müssen die Länder für eine praxistaugliche Umsetzung sorgen“, so der Bundestagsabgeordnete Alexander Jordan aus Helmstedt. Rückenwind komme zudem aus Europa. Die Europaabgeordnete Lena Düpont betont, dass die Absenkung des Schutzstatus auf EU-Ebene den notwendigen Spielraum geschaffen habe: „Das ist die Voraussetzung für realistische und praxisnahe Lösungen vor Ort – für eine sichere Koexistenz von Mensch, Weidetier und Wolf.“

Wie groß der Druck vor Ort ist, beschreibt der Gifhorner CDU-Kreisvorsitzende Frederick Meyer: „Wir erleben im Landkreis Gifhorn immer wieder Risse – trotz Zäunen und Herdenschutz. Für viele Betriebe geht es längst um die Existenz. Wenn wir die Weidetierhaltung erhalten wollen, brauchen wir jetzt klare und verlässliche Regeln im Umgang mit dem Wolf.“

"Nicht länger verstecken"


Auch aus kommunaler Sicht ist die Erwartung klar formuliert. Telse Dirksmeyer-Vielhauer, Fraktionsvorsitzende der CDU im Gifhorner Kreistag, erklärt: „Die heutige Entscheidung ist eine gute Nachricht für die Weidetierhalter – auch bei uns vor Ort. Jetzt können sich Umwelt- und Landwirtschaftsministerium nicht länger hinter Berlin oder Brüssel verstecken, sondern müssen zügig einen praxistauglichen Wolfsmanagementplan vorlegen.“

Die CDU fordert die Landesregierung auf, kurzfristig einen tragfähigen Managementplan zu erarbeiten und besonders betroffene Regionen spürbar zu entlasten.

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