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Derzeit elf Obdachlose in Wolfenbüttel - Wohnheim wird oft zur Dauerlösung

Die Bewohner der Unterkunft haben Probleme, wieder eine eigene Wohnung zu finden.

von Alexander Dontscheff


Die Obdachlosenunterkunft in der Salzdahlumer Straße.
Die Obdachlosenunterkunft in der Salzdahlumer Straße. Foto: Julia Fricke

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10.09.2020

Wolfenbüttel. Derzeit sind in der Stadt Wolfenbüttel elf Personen offiziell als obdachlos gemeldet. Auf der Parkbank schlafen müssen diese allerdings nicht, sie sind in der Unterkunft in der Salzdahlumer Straße untergebracht. Dass es für die Bewohner gar nicht so einfach ist, wieder eine eigene Wohnung zu finden, darüber berichtete die Stadtverwaltung in einem Sachstandsbericht im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Jugend und Soziales am heutigen Donnerstag.


Durchschnittlich sei das Wohnheim mit acht bis zehn Personen belegt. Zusätzlich gebe es in dem Wohnheim einen Bereich, in dem Asylbewerber wohnen. Von diesen würden zehn von 14 einer Arbeit nachgehen. Außerdem gebe es ein sogenanntes Durchgangszimmer, wo im Notfall immer ein Bett zur Verfügung gestellt werden kann, erklärte Sachgebietsleiterin Christa Bröder.

Für eine Stadt wie Wolfenbüttel sei eine Zahl von elf Obdachlosen nicht viel. Auch wenn man sich die Zahl von jährlich 35 Zwangsräumungen vor Augen halte. Da werde eine gute Arbeit geleistet, befand Bernd Retzki, Sozialdezernent des Landkreises Wolfenbüttel. Der Landkreis ist die zuständige Sozialbehörde und für finanzielle Leistungen zuständig.

Bewohner bleiben durchschnittlich zwei bis vier Jahre


Was dagegen etwas Sorgen bereitet, ist die durchschnittliche Verweildauer in der Unterkunft. Ursprünglich als Übergangslösung für einige Monate gedacht, bleiben die Bewohner nun zwei bis vier Jahre in der Unterkunft, berichtete Christa Bröder. Die Gründe dafür seien mannigfaltig. Von persönlichen Problemen mit Alkohol oder der Psyche, über Ängste, aus der gewohnten Umgebung gerissen zu werden bis hin zur Lage auf dem Wohnungsmarkt. "Oft haben diese Menschen eine Geschichte, in der Schulden oder gar Zwangsräumungen eine Rolle spielen. Da ist es nicht so leicht, einen Vermieter zu finden, der dies akzeptiert", berichtete Bröder. Da es nun endlich wieder sozialen Wohnungsbau in Wolfenbüttel gebe, biete sich hier vielleicht eine neue Perspektive.

500 Euro für die Suppenküche


Im Rahmen der Sitzung stimmte der Ausschuss einem SPD-Antrag einstimmig zu, der Suppenküche, die das Heim regelmäßig mit Frühstückspaketen beliefert, einen Sonderzuschuss in Höhe von 500 Euro zu bewilligen. Stadtrat Thorsten Drahn stellte zudem in Aussicht, dass der Ausschuss in kleineren Gruppen die Unterkunft besuchen könne.


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