Desorientiert und nervös: Auch Katzen können Demenz bekommen

Die Krankheit wird bei Stubentigern oft nicht sofort erkannt. Doch es gibt Symptome, auf die Tierbesitzer achten können.

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Symbolbild. | Foto: Pixabay

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Region. Durch bessere medizinische Versorgung und alltägliche Pflege erreichen immer mehr Katzen ein Alter, in dem sich kognitive Störungen bemerkbar machen. In der Fachsprache fällt dann immer häufiger die Diagnose einer kognitiven Dysfunktion (CDS), die umgangssprachlich auch als Demenz bei Katzen bezeichnet wird. Diese Erkrankung ist nicht heilbar – dennoch können Halter einiges tun, um die Beschwerden ihres Heimtiers zu mindern und die Wahrscheinlichkeit für schwere Verläufe schon vorbeugend zu reduzieren. Darüber informiert der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e. V. in einer Pressemitteilung.



„Früher wurden Verhaltensänderungen bei alten Katzen oft als ‚normales‘ Altern betrachtet. In den letzten Jahren ist das Bewusstsein für kognitive Dysfunktionen aber sowohl bei Tierärzten als auch bei Katzenhaltern gewachsen und die Diagnose wird häufiger gestellt“, beschreibt Tierärztin Susanne Arndt die Entwicklungen in der Anerkennung von Demenz als Krankheit bei Katzen.

Demenz wird oft nicht sofort erkannt


Da die Fortschritte maßgeblich erst in den letzten Jahren erzielt wurden, sei die Forschungsdichte bislang eher gering, so Arndt: „Die genauen Zahlen, wie viele Katzen betroffen sind, sind schwer zu bestimmen. In einer Studie wurde festgestellt, dass bei Katzen über 15 Jahren etwa 28 Prozent Symptome einer kognitiven Dysfunktion zeigen – eine andere Studie konnte diese Anzeichen in der gleichen Altersgruppe sogar bei 50 Prozent ausmachen. Erfahrungswerte aus unserer Praxis deuten darauf hin, dass CDS oftmals nicht sofort erkannt wird, weil Symptome wie veränderte Schlafmuster oder Desorientierung schleichend auftreten und von Haltern als normale Alterserscheinungen interpretiert werden.“

Ein zusätzliches Problem dabei ist, dass es keine eindeutige diagnostische Methode für die Katzendemenz gibt. Stattdessen erfolgt die Beurteilung hauptsächlich durch den Ausschluss anderer Erkrankungen. Erst wenn auch nach Blutuntersuchungen, Urinanalysen und bildgebenden Verfahren (z. B. Röntgen, MRT) andere Ursachen für Verhaltensveränderungen ausgeschlossen sind, kann die Diagnose kognitive Dysfunktion sichergestellt werden.

Typische Anzeichen von kognitiver Dysfunktion


Katzen mit CDS zeigen eine Vielzahl von Symptomen, die oft schleichend beginnen und sich im Laufe der Zeit verschlimmern können. Zu den häufigsten Anzeichen gehören Desorientierung, Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus, vermindertes Sozialverhalten, Unsauberkeit und mangelnde Körperpflege, Nervosität und Lautäußerungen sowie ein verändertes Fressverhalten. Generell sollten Halter immer aufmerksam beobachten, ob ihr Tier Verhaltensänderungen oder sogar -auffälligkeiten zeigt. Da Katzen Anzeichen für Erkrankungen gerne verstecken, sind das wichtige Signale und man sollte einen Tierarzt aufsuchen.

Vorbeugen und behandeln


Halter können schon bei jungen Katzen vorbeugen: „Es gibt keine Garantie, dass präventive Maßnahmen eine Demenz vollständig verhindern können, da viele Faktoren, etwa auch die genetische Veranlagung, eine Rolle spielen. Allerdings sprechen alle Anzeichen dafür, dass durch eine Kombination aus geistiger und körperlicher Stimulation sowie einer gesunden Ernährung die Wahrscheinlichkeit einer kognitiven Dysfunktion gesenkt werden kann.

Da kognitive Dysfunktionen nicht heilbar sind, zielen alle Empfehlungen und Maßnahmen darauf ab, die Beschwerden für die Katze bestmöglich abzumildern und das Fortschreiten der Krankheit abzubremsen. Wurde die Diagnose gestellt, gibt es vielfältige Behandlungsmöglichkeiten, wie Verhaltens- und Umweltanpassungen, bestimmte Ernährungsformen sowie medikamentöse Behandlung.

„Als fortschreitende Krankheit braucht CDS eine regelmäßige Überwachung und gegebenenfalls Anpassung der Behandlung“, erklärt Arndt. „Tierhalter sollten entsprechend genau darauf achten, wie die Katze auf die Therapie reagiert und dann gemeinsam mit dem behandelnden Tierarzt besprechen, was die nächsten Schritte sind.“