Peine

DGB-Frauen Peine besuchten Klinikum Peine

Das Thema war: „Von der Krankenpflegeschülerin zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im Klinikum Peine“.

Vor der Cafeteria des Klinikum Peine von links nach rechts:  Betriebsratsvorsitzende Christine Leckelt, Auszubildende Laura Schmalz, ver.di Vorsitzende Nanni Rietz-Heering, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Peine Silke Tödter, Leiterin der Pflegefachschule am Klinikum Peine Friederike Jürgens-Hermsdorf.
Vor der Cafeteria des Klinikum Peine von links nach rechts: Betriebsratsvorsitzende Christine Leckelt, Auszubildende Laura Schmalz, ver.di Vorsitzende Nanni Rietz-Heering, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Peine Silke Tödter, Leiterin der Pflegefachschule am Klinikum Peine Friederike Jürgens-Hermsdorf. Foto: Foto: ver.di Ortsverein Peine

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07.09.2020

Peine. Die DGB-Frauen Peine veranstalteten ihren 8. Hertha Peters Frauenstammtisch in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Peine am vergangenen Donnerstag in der Cafeteria des Klinikum Peine zum Thema: „Von der Krankenpflegeschülerin zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im Klinikum Peine“.


In ihrer Begrüßungsrede erinnerte Nanni Rietz-Heering, Vorsitzende der DGB_Frauen Peine an die Entstehungsgeschichte des Frauenortes Hertha Peters über den Landesfrauenrat Niedersachsen: Für die Anerkennung sei es damals wichtig gewesen, kontinuierlich öffentliche Angebote zur Belebung des Frauenortes zu machen. Die Ge- werkschaftsfrauen haben deshalb den Hertha Peters Frauenstammtisch initiiert, der seitdem ein- bis zweimal jährlich stattfände. In diesem Jahr war eine Reise zum Frauenort Anita Augspurg nach Verden geplant, die aber wegen der Coronapandemie kurzfristig abgesagt und ins kommende Jahr verschoben werden musste. Aus gegebenen Anlass, zur Unterstützung des Klinikums im Kampf um das insolvente Klinikum haben sich die DGB und ver.di Frauen für das Thema Ausbildung am Klinikum entschieden, da die neue, generalisierte Ausbildung zur Pflegefachkraft den Wandel in der Pflege ins Blickfeld rücke und alte Ausbildungen ablöse..

Zunächst berichtete die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Peine, Silke Tödter, was Hertha Pe- ters mit der Pflegefachschule zu tun hat. „Hertha Peters, Peiner Landrätin a.D. stiftete an ihrem 70. Geburtstag im April 1975 den Hertha-Peters-Preis, der erstmalig 1976 an die beste Schülerin Brigitte Baum (spätere Munk) vergeben wurde und seitdem jährlich verlie- hen wird. 1985 erhielt neben Rosel Schwart auch erstmalig Wolfgang Menne als Krankenpfleger diese Auszeich- nung. Damals, 1985, bewiesen 20 Krankenschwestern und 2 Krankenpfleger, dass sie dem Beruf voll gewachsen sind, denn keine/r fiel durch“, so Tödter. Der damalige Schulleiter, Direktor Franzkewitsch habe bei der Vergabe der Urkunden betont, dass es in dem Beruf darauf ankomme, „Verantwortung gegenüber den Patient/innen mit Gewissenhaftigkeit und Fürsorge zu verbinden“, zitierte ihn Silke Tödter und fragte,“ ob diese Grundsätze heute noch gelten“. Hertha Peters habe sehr für das Krankenhaus gekämpft und würde sich freuen, dass Landkreis und Stadt gemeinsam dafür gesorgt haben, das Krankenhaus zu retten und in kommunale Hände zurückzunehmen.

ver.di Vorsitzende, Nanni Rietz-Heering, moderierte anschließend den Talk mit der Leiterin der Pflegefachschule am Klinikum Peine, Friederike Jürgens-Hermsdorf, der Auszubildenden Laura Schmalz und der Betriebsratsvorsitzenden Christine Leckelt. Die 20-jährige Laura Schmalz, präsentierte sehr gekonnt die Inhalte ihrer 3jährigen Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin. Sie kam in Berufskleidung direkt vom Arbeitsplatz und musste nach ihren detaillierten Ausführungen auch wieder weiterarbeiten. Sie habe das 3. Lehrjahr gerade begonnen, der Unterricht bestehe häufig aus Gruppenarbeiten und sei sehr praxisnah. Die umfassende Betreuung durch die Praxisanleiter auf den Stationen habe ihr vor allem am Anfang der Ausbildung immer wieder Sicherheit gegeben und geholfen mit neu- en Herausforderungen umzugehen. „Wir können in alle pflegerischen Bereiche des Klinikums reinschnuppern und auch in die Funktionsbereiche wie Notaufnahme, Intensivstationen und Operationssäle. Dadurch können wir nach der Ausbildung besser entscheiden, in welchem Bereich wir arbeiten wollen.“ Der Einsatz auf der „Gyn“ habe ihr in der Ausbildung persönlich gut gefallen, ebenso die Arbeit auf der Intensivstation. Für den Beruf habe sie sich entschieden, weil sie anderen Menschen etwas Gutes tun wolle.

Friederike Jürgens-Hermsdorf arbeitet bereits seit den 80er Jahren am Klinikum in Peine. Aus ihrem großen Erfahrungsschatz als Ausbilderin und Schulleiterin erläuterte sie den Wandel in der Ausbildung in den letzten Jahrzehnten und stellte den seit 2019 gesetzlich neu verankerten Beruf der Pflegefachfrau/mann vor. „Mit Ausbildungsbeginn 2020 sei der neu gefasste Beruf als generalistische Ausbildung gestartet, der die 3 Berufe der Pflege vereine. Deshalb werden zukünftig keine AltenpflegerInnen, Gesundheits-und KrankenpflegerInnen sowie Kinderkrankenschwestern mehr ausgebildet. Der theoretische Unterricht beinhalte nun pflegefachliche Komponenten für alle Altersstufen und in der praktischen Ausbildung erlernen die Schülerinnen und Schüler die eigen- verantwortliche Pflege von Menschen aller Altersgruppen. Ein Faltblatt der AKH Gruppe zum neuen Berufsabschluss wurde verteilt und noch auf die Möglichkeit des dualen Studiums „Angewandte Pflegewissenschaften“ an der Ostfalia-Hochschule Wolfsburg hingewiesen.

Christine Leckelt, Betriebsratsvorsitzende des Klinikum Peine ergänzte die Ausführungen aus Sicht des Betriebsrates und erläuterte warum in diesem Jahr nur 11 Auszubildende übernommen werden konnten: „Wenn wir jährlich mit 25 Auszubildenden beginnen, heißt das nicht, dass alle bleiben. Einige brechen die Ausbildung ab, so haben wir im 3. Lehrjahr nur noch 19 Azubis- und jedes Jahr fallen auch einige durch, die dann die Möglichkeit haben, nach einem halben Jahr den nicht geschafften Prüfungsteil zu wiederholen. In den letzten beiden Jahren kam aber der Fakt der Insolvenz dazu und etliche Absolventen haben sich einen sicheren Arbeitsplatz in anderen Häusern gesucht. Das wird sich zukünftig hoffentlich wieder ändern“, hofft die Betriebsrätin.


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