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DHL soll Impfstoffe liefern - Datum für die Zulassung jetzt in Sicht



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DHL soll Impfstoffe liefern - Datum für die Zulassung jetzt in Sicht

Zum Jahresende entscheidet die EU-Kommission über eine Zulassung für die Vakzine der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna. Anschließend könne sofort mit der Auslieferung begonnen werden. In Niedersachsen soll DHL die Verteilung an die Impfzentren übernehmen.

von Marvin König


DHL soll die herausfordernde Logistik für die Impfstoffe stemmen. (Symbolbild)
DHL soll die herausfordernde Logistik für die Impfstoffe stemmen. (Symbolbild) Foto: regionalHeute.de

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Region. Bis zum 15. sollen sämtliche Impfzentren in den Niedersächsischen Kommunen einsatzbereit sein - auch die Logistik soll zeitnah stehen. Das Land Niedersachsen hat laut Sozialministerin Carola Reimann jetzt einen Logistikvertrag mit dem Dienstleister DHL über die Lagerung und Auslieferung der Impfstoffe geschlossen, die teils bei -20 Grad (Moderna) oder bei -80 Grad (Biontech/Pfizer) gelagert werden müssen. Mit einer bedingten Zulassung wird bei der Tagung der EU-Kommission am 28. Dezember gerechnet.



Landesweit ist die geplante Anzahl von 60 Impfzentren auf nur noch 50 zusammengeschrumpft. Hintergrund sei laut Sozialministerin Reimann die Tatsache, dass man als Grundlage ein Impfzentrum je 150.000 Einwohner geplant hatte, die Kommunen aber eigenmächtig entscheiden konnten, ob sie diese Zahl unterschreiten. Braunschweig hätte beispielsweise zwei Impfzentren beim Land anmelden können, hat sich jedoch für nur eines in der Stadthalle entschieden. "37 Impfzentren (in Niedersachsen) haben Einsatzaufträge erhalten. Der Rest folgt in den nächsten Stunden und Tagen", berichtet Reimann.

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Der Einsatzauftrag sei laut Reimann der "Marschbefehl" an die Kommunen, mit dem Aufbau der Infrastruktur und der Logistik vor Ort zu beginnen. Hierfür stehen durch die Ausrufung des "Katastrophenfalls" auch Kräfte des Katastrophenschutzes zur Verfügung.

DHL soll die Logistik stemmen


Die Vorbereitungen für die COVID-Impfungen bezeichnete Reimann als "gewaltige organisatorische Herausforderung auf allen Ebenen". Das Land habe einen Vertrag mit dem Logistikdienstleister DHL unterzeichnet. DHL soll dafür Sorge tragen, dass Impfzentren und Krankenhäuser zeitnah beliefert werden. "Wir haben einen Logistiker gefunden der die schwierigen Lager- und Transportbedingungen leisten kann. Wir sind sicher, dass die Logistik in guten Händen ist", so Reimann. Der Impfstoff der Hersteller Biontech/Pfizer muss bei -80 Grad gelagert und transportiert werden, kann aber in speziellen Boxen mit Trockeneis etwa 15 Tage sicher verwahrt und transportiert werden.

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Die Logistik beim Serum des Herstellers Moderna ist mit einer Lagertemperatur von -20 Grad damit deutlich weniger aufwändig. Der Impfstoffkandidat des britisch-schwedischen Pharmakonzers AstraZeneca, der ebenfalls um eine EU-Zulassung ringt, lasse sich sogar bei Kühlschranktemperaturen lagern. Der Standort für das DHL-Lager, welches für die Lagerung der Seren von Biontech und Moderna ausreichend kühle Bedingungen bereitstellt, befinde sich in den Niederlanden. Das andere Lager mit "normalen" Kühlmöglichkeiten bei Temperaturen um die 2 Grad sei in Hessen.

Impfstoffe ab dem Jahreswechsel


Reimann hoffe sehr, zum Jahreswechsel mit den Impfungen beginnen zu können. Am 28. Dezember findet eine Sitzung des Arzneimittelausschusses auf EU-Ebene statt. Am selben Tag muss die EU-Kommission die Auslieferung der Seren anordnen. Ab diesem Zeitpunkt könne das Vakzin dann auch sofort vertrieben werden. "Es gibt noch acht oder neun weitere Impfstoffkandidaten, die in der zweiten oder dritten Studienphase sind. Es wurde in Aussicht gestellt, dass die im ersten Quartal 2021 ihre Zulassung beantragen", fügt Reimann hinzu. Ab dem Datum der Zulassung soll auch die internetbasierte Terminvereinbarung möglich sein.


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