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Niedersachsen bereitet Transport von Corona-Impfdosen vor - Das sind die Nebenwirkungen



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Niedersachsen bereitet Transport von Corona-Impfdosen vor - Das sind die Nebenwirkungen

Landesweit sollen bis zu 60 Impfzentren zur Verteilung eines möglicherweise schon bald verfügbaren Corona-Impfstoffes eingerichtet werden.

von Marvin König


Die Vorbereitungen für Flächendeckende Corona-Impfungen schreiten weiter voran. (Symbolbild)
Die Vorbereitungen für Flächendeckende Corona-Impfungen schreiten weiter voran. (Symbolbild) Foto: Pixabay

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Region. Das Land will noch in dieser Woche einen Vertrag mit einem Logistikdienstleister für die "herausfordernde" Verteilung der Corona-Impfstoffe abschließen. "Der, von dem am häufigsten die Rede ist" sei laut Staatssekretär Heiger Scholz der Impfstoffkandidat der Firmen Pfizer und Biontech. Mit einem Logistikvertrag soll eine Möglichkeit geschaffen werden, den Impfstoff bei den erforderlichen -70 Grad Celsius lagern und transportieren zu können. Das Kühlhaus, so Scholz in der Landespressekonferenz, müsse bewacht werden. Die Impfstoffhersteller haben derweil Informationen über mögliche Nebenwirkungen herausgegeben.



Der bislang vielversprechendste Impfstoffkandidat wurde von der deutschen Firma Biontech in Kooperation mit dem US-Pharmakonzern Pfizer vorgestellt. Er soll einen 95 prozentigen Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus bieten. Bei Personen über 65 Jahren liege die Wirksamkeit bei 94 Prozent. Der Impfstoff habe bei einer Gruppe von 43.000 Probanden meist nur leichte bis moderate Nebenwirkungen verursacht, die schnell wieder abgeklungen seien. Als einzig "schwere" Nebenwirkung nannte der Hersteller bei zwei Prozent der geimpften Personen Kopfschmerzen und Müdigkeit bei 3,8 Prozent der Probanden, die meist nach Verabreichung der zweiten Dosis aufgetreten seien. Die Verabreichung von zwei Dosen sei nach Unternehmensangaben nötig, um den höchstmöglichen Schutz zu erreichen. Gerade bei älteren Personen seien weniger und mildere Nebenwirkungen aufgetreten.

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Eine logistische Herausforderung


Die große Herausforderung: Der Impfstoff muss bei Temperaturen von -70 Grad Celsius gelagert werden. Pfizer und Biontech haben dafür spezielle Kühlbehälter entwickelt, in denen eine Lagerung bis zu 15 Tage möglich sein soll, vorausgesetzt es wird regelmäßig Kohlendioxid in fester Form, sogenanntes "Trockeneis" nachgefüllt. Heiger Scholz: "Die Möglichkeit in der Menge Impfstoff zu lagern, in der wir sie benötigen, ist so nicht vorhanden." Das Land Niedersachsen, so Scholz weiter, werde daher noch in dieser Woche einen Vertrag mit einem großen Logistikdienstleister abschließen, der eine Kühleinrichtung mit entsprechender Kapazität vorhält.

Sicherheitsdienst am Kühlhaus


Welcher Dienstleister das sein soll und wo dieser sein Kühlhaus unterhält, wolle Scholz aus Sicherheitsgründen nicht sagen. "Wir gehen davon aus, dass dieses Kühlzentrum gesichert ist. Aber wir gehen davon aus, dass da wo der Impfstoff über Nacht gelagert wird, dass wir da einen Sicherheitsdienst einstellen", berichtet Scholz weiter und erklärt weiter: "Wenn der Impfstoff vorbereitet wird, kann er auch ein paar Tage bei normalen Kühlschranktemperaturen gelagert werden und muss, wenn er zubereitet wird, innerhalb von fünf bis acht Stunden verimpft werden."

Wer wird zuerst geimpft?


Noch bestünden laut Staatssekretär Heiger Scholz Unsicherheiten bezüglich der Priorisierung bei der Verteilung der Impfdosen. Der Impfstoffkandidat von Pfizer und Biontech sei letztendlich zwar "der, von dem am meisten die Rede ist", ob er das Rennen um die Zulassung gewinnen wird, sei aber noch nicht abschließend sicher. "Es wird darauf ankommen, welcher Impfstoff dann zur Verfügung steht und für wen er zugelassen wird. Es ist denkbar, dass ein bestimmter Impfstoff für Kinder und Jugendliche gar nicht zugelassen wird, oder für Hochaltrige. Das würde dann bedeuten, dass diese Gruppe nicht geimpft wird", erklärt der Staatssekretär. "Das werden wir wissen, wenn wir wissen welche Impfstoffe zur Verfügung stehen werden."

Im Auge habe man aber besonders vulnerable Personen und die Menschen, die das Gesundheitssystem aufrecht erhalten. Weitere Priorität hätten Angestellte im Bereich öffentliche Sicherheit und Ordnung. "Es ist vielleicht so, dass man da auch ohne die nationale Akademie der Wissenschaft drauf gekommen wäre. Das sehen die aber selbst auch so", scherzt Scholz. So sei erst einmal ein Raster vorgegeben, das noch verfeinert werden soll. "Dazu werden kurz vor Weihnachten und hoffentlich vor dem 15. Dezember die ständige Impfkommission des Robert-Koch-Institutes, der Ethikrat und die Akademie der Wissenschaften Leopoldina Empfehlungen abgeben", so Scholz zum weiteren Vorgehen.

"Ich gehe davon aus, dass wir am Anfang des Personal in Krankenhäusern impfen werden. Dafür brauchen wir die Impfzentren gar nicht, das organisieren die Krankenhäuser selber. Vielleicht werden in diesem ersten Schritt auch Menschen in Alten- und Pflegeheimen geimpft", gibt der Staatssekretär einen Ausblick. "Dort würden dann mobile Impfteams in die Alten- und Pflegeheime gehen. Das sind aber eben alles noch Szenarienpläne." Eine allgemeine Impfpflicht soll es in Deutschland nicht geben. Das hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in der Vergangenheit immer wieder betont.


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