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Ehrenbürgermeister feiert 75. Geburtstag und der Saal singt Happy Birthday ***mit Foto-Galerie***

von Thorsten Raedlein



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17.11.2013


Wolfenbüttel. Heinz Dieter Eßmann, Ehrenbürgermeister der Stadt Wolfenbüttel feiert am heutigen Sonntag seinen 75. Geburtstag. Aus diesem Anlass hatte die Stadt zum Empfang in den Theatersaal des Schlosses eingeladen. Das MTV Blasorchester gab zu Ehren des Jubilars ein Konzert – und der ganze Saal sang Happy Birthday.


Thomas Pink hielt die Laudatio auf Heinz Dieter Eßmann. Foto:



"Lieber Heinz Dieter, ich gratuliere Dir ganz herzlich und denke, die heutige Feier wird Dir und uns allen viel Freude bereiten", begrüßte Bürgermeister Thomas Pink Jubilar und Gäste. In seiner Laudatio hob er die tiefe Verwurzelung Eßmanns mit der Lessingstadt hervor. "Davon abgesehen, dass Dieter Eßmann nicht nur über viele Jahre, Jahrzehnte unsere politische Landschaft geprägt hat, – nein man muss ihn unabdingbar als ein Wolfenbütteler Urgestein bezeichnen. Heinz-Dieter Eßmann und Wolfenbüttel – das sind untrennbare Namen", so der Bürgermeister. Eßmann sei bei seinem Amtsantritt 1974 nicht nur mit 36 Lenzen der jüngste Bürgermeister, den die Stadt jemals hatte gewesen, er war, so Pink, auch der am längsten amtierende. Über 22 Jahre habe er sich mit hohem Engagement, eiserner Willens- und Durchsetzungskraft jedoch auch viel Freude und Humor in dieses Amt eingebracht. Er habe in diesem Amt gelebt. "Wir alle haben ihm sehr viel zu verdanken. Es war daher mehr als gerechtfertigt, ihm einen Titel zu verleihen, den es bislang in Wolfenbüttel noch nicht gab. Heinz Dieter Eßmann ist nunmehr seit zehn Jahren unser Ehrenbürgermeister. Dieser Titel trifft den Nagel auf den Kopf, denn Heinz Dieter Eßmann hat in seiner aktiven Zeit dem Amt des Bürgermeisters im wahrsten Sinne des Wortes Ehre angetragen", unterstrich Pink.

Hierbei hätten ihm Werte und Tugenden geholfen, die er bereits in seiner Jugendzeit entwickelt habe. Mit Zielstrebigkeit, verbunden mit einer enormen Begeisterungsfähigkeit und Überzeugungskraft habe Heinz Dieter Eßmann sein Leben in der Politik, aber auch auf den vielen anderen Feldern seines Wirkens gemeistert. "Er war und ist dabei auch immer ein Mann mit Ecken und Kanten geblieben, der auch die harte Auseinandersetzung nicht gescheut hat, es dabei aber nie an der gebotenen Fairness hat fehlen lassen. Es sind diese Charaktertypen, die uns heute gerade auf der politischen Ebene oftmals fehlen. Menschen, die trotz der Mitgliedschaft im Club der klaren Aussprache auch von politischen Gegnern respektiert und geschätzt werden. Anders als viele stromlinienförmige Lobbyisten, die zu Weilen die heutige Politiklandschaft prägen", unterstrich der Laudator. Eßmann sei auch immer ein Bürgermeister zum Anfassen gewesen, er habe immer ein Ohr für die Menschen, die Vereine und Verbände gehabt und er konnte - und dieses Attribut gilt noch heute – richtig feiern, es krachen lassen und dabei viele Menschen erheitern, erfreuen und mitnehmen.

[image=124939 alignright]Heinz Dieter Eßmann lernte zunächst den Beruf des Großhandelskaufmanns, danach absolvierte er auch noch eine Lehre als KFZ-Mechaniker. "Beide Berufe gute Standbeine für eine sichere berufliche Zukunft. Doch unser Jubilar war schon in seiner Jugend keiner, der sich auf erreichten Erfolgen ausruhen wollte. Also besuchte er zusätzlich auch noch die Abendschule und wurde zu einem der ersten ausgebildeten Werbekaufleute Deutschlands. Zeitgleich erfolgte ein Fernstudium zum Betriebswirt. Manche seiner Altersgenossen haben sicher lieber die Freizeit genossen, Heinz Dieter Eßmann aber hatte andere Ziele vor Augen, die er erreichen wollte. Diese Beharrlichkeit in Zielsetzungen für sich und andere zeichnet dich bis heute aus, lieber Dieter", so Pink. Seine somit bereits in jungen Jahren erworbenen Qualifikationen machten ihn zum Geschäftsführer des hiesigen Autohauses Wolfenbüttel. Aber auch seine politischen Ambitionen traten nun mehr und mehr in den Vordergrund und somit trat er in die CDU ein.

Vollblutpolitiker und Sportsmann


Als er dann Bürgermeister der Stadt wurde habe er es geschafft, aus dem damals gesetzlich vorgeschriebenen Nebeneinander von Bürgermeister und Stadtdirektor nicht Spannung, sondern Gemeinsamkeit und Freundschaft werden zu lassen. Und dies sei damals nicht immer üblich gewesen. So pflegte Heinz Dieter Eßmann sowohl mit dem damaligen Stadtdirektor  Helmut Riban, als auch mit seinem Nachfolger Werner Hühne stets ein freundschaftliches Verhältnis. Man könne ohne jeglichen Zweifel sagen, dass Eßmann seine Aufgabe nicht nur darin sah, ein würdiger Repräsentant innerhalb von Wolfenbüttel zu sein, sondern dass er mit großer Leidenschaft um die Position Wolfenbüttels innerhalb der Region und darüber hinaus gekämpft habe.

"Ich weiß, dass Du, lieber Heinz Dieter, manchmal auch sehr stur sein kannst und ich kann mich noch gut erinnern, dass Du Anfragen, ob Du bereit wärst, eventuell ein höheres politisches Amt anzustreben, stets ablehnend beschieden hast. Irgendwann im Jahr 1993 war es dann aber soweit, als es gelang, Dich zu einer Kandidatur für den Deutschen Bundestag zu überreden. Meine Damen und Herren, ich verrate Ihnen nichts Überraschendes, wenn ich anmerke, dass Heinz-Dieter Eßmann nicht nur kandidiert hat, sondern anlässlich der Wahl 1994 auch sogleich in den Bundestag einzog, wo er sich auch schnell einlebte und sich als haushaltspolitischer Sprecher der CDU im Innenausschuss und engagierter Sportpolitiker betätigte. Was dann danach passierte, gehört zu den weniger schönen Episoden deiner politischen Zeit und auch der CDU. Aber im Gegensatz zu anderen hast du dich immer weiter engagiert, niemals über Bande gespielt, wie andere, und bist zu einem guten Ratgeber für viele heute im politischen  Leben agierende Menschen geworden. Einer der wichtigsten Charakterzüge Dieter Eßmann war es nach stürmischen Auseinandersetzungen den anderen zu verzeihen", erzählte der Bürgermeister.


Wegbegleiter und Freunde kamen in den Theatersaal um Heinz Dieter Eßmann zum 75. Geburtstag zu gratulieren. Foto:



Eßmann sei aber nicht nur ein Vollblutpolitiker, er sei auch ein Sportsmann im besten Geiste. Zunächst als erfolgreicher Handballspieler, später als nicht minder erfolgreicher Leichtathlet sei er weit über die Grenzen Wolfenbüttels hinaus bekannt gewesen. Und nach der aktiven Zeit wurde er langjähriger Sportsfunktionär in seinem MTV. Nachdem Heinz Dieter Eßmann im Jahre 1968 zum Vorsitzenden des MTV Wolfenbüttel gewählt wurde, habe er mit großem Einfallsreichtum und der dazugehörigen Energie aus dem einstigen Turnvater-Jahn-Verein einen der modernsten deutschen Vereine mit inzwischen über 6000 Mitgliedern gemacht. Für eine Stadt von der Größe Wolfenbüttels sei das eine beinahe astronomische Zahl.

"Im Jahre 1988 versuchte er sich dann auch noch als Fallschirmspringer – als Tandemfallschirmspringer – wir waren tief beeindruckt und Dieter danach schwer verletzt! Ich glaube, danach hast du so einen Quatsch nicht mehr gemacht, oder? Trotzdem beeindruckend war es schon, dass er kurz nach der unsanften Landung auf dem Schlossplatz und erheblichen Fußverletzung noch den damaligen Sevres – Lauf startete und eine Woche später beim Treffen der Partnerstädte in Sevres wieder mit dabei war! Dieter war eben schon immer ein ganz harter Kerl!", betonte Pink. "Lieber Dieter, wenn man dich da so sitzen sieht, glaubt man gar nicht, dass du heute schon ein doch reifes Mannesalter erreicht hast. Andererseits, wenn man dann deine Vita betrachtet, wären es eigentlich Geschichten für 150 Jahre pralles Leben gewesen."

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