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Eltern-Taxis sorgen vor Schulen für Chaos und Gefahr

von Christoph Böttcher


Oft stellen Eltern ein Risiko für Schulkinder dar. Foto: Max Förster
Oft stellen Eltern ein Risiko für Schulkinder dar. Foto: Max Förster Foto: Max Förster

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18.01.2017

Helmstedt. Vor vielen Schulen der Republik zeigt sich jeden Morgen das gleiche Bild: Unzählige Eltern, die den Nachwuchs mit dem Auto bis vor das Schulgebäude fahren. Die vermeintliche Hilfe stellt jedoch auch ein beträchtliches Risiko für die Kinder dar.



Im Landkreis Helmstedt hatdiese Situation mittlerweile derart chaotische und gefährliche Zustände angenommen, dass sich Vertreter von Kommunen und Schulen mit der Polizei beraten haben. Als Experte stand Ulf Barnstorf, Verkehrssicherheitsberater der Polizei Helmstedt, Rede und Antwort. regionalHeute.de sprach nun ebenfallsmit ihm über das Problem und die weiteren Planungen im Landkreis.

Barnstorf sagte, dass das von den Eltern verursachte Chaos ein hohes Sicherheitsrisiko für die Kinder darstelle und im Gegensatz zu nicht angeschnallten Kindern nicht nur diese, sondern auch Fußgänger gefährde. Die eingeladenen Vertreter bestätigten alle, derartige Probleme an ihren Schulen zu beobachten. Daher sollen bei einem Folgetreffen im März Maßnahmen besprochen werden, um diese Gefahr zu beseitigen. Dazu sollen zunächst die Eltern über die Thematik aufgeklärt werden, da diese, so Barnstorf, ja nicht böswillig handeln würden, sondern nur am Schutz ihrer Kinder interessiert seien.

"Kinder solltenWege öfter selbstständig zurückzulegen"


Um Eltern davon zu überzeugen, dass ihrem Nachwuchs geholfen sei, wenn die Kinder den Schulweg selbstständig und in gewissem Maße zu Fuß gingen, sollen die Vorteile davon herausgestellt werden. Barnstorf ist es da besonders wichtig zu betonen, dass "die Kinder erst erlernen, sich im Straßenverkehr zu bewegen und dass dies mit Übung einhergeht. Wenn Eltern jedoch den Nachwuchs überall hinfahren, nicht nur zur Schule, sondern auch zu Freizeitaktivitäten, kann kein Lerneffekt einsetzen." Zusätzlich würden die Kinder auf diese Weise auch weniger schnell selbstständig, da die elterliche Fahrt bequemer sei.

"Außerdem fördert der morgendliche Fußweg zur Schule die Aufmerksamkeit der Kinder, aufgrund frischer Luft und Bewegung," sagte Barnstorf. So würde der kindliche Bewegungsdrang befriedigt und die Schüler erst richtig wach. "Auch nehmen die Kinder auf dem Fußweg deutlich mehr Vitamin B durch Sonnenstrahlung auf, was wiederum das Knochenwachstum stärkt." Barnstorf möchte den Eltern hier allerdings keine Vorwürfe machen, da diese oft gar nicht wüssten, welche Vorteile ein alternativer Schulweg für die Kinder hat.


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