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Eltern und Schüler fordern: Neue IGS nur mit Neubau



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29.09.2014


Mit einem offenen Brief zur aktuellen IGS-Diskussion in Braunschweig wenden sich Stadtelternrat und Stadtschülerrat vor der Ratssitzung am Dienstag an die Ratsmitglieder. Den Brief veröffentlichen wir ungekürzt und umkommentiert.
In Ihrer Sitzung am 30. September 2014 wird Ihnen ein Änderungsantrag, DS 3567/14, die 6. IGS betreffend, zur Abstimmung vorgelegt. Der Stadtelternrat und der Stadtschülerrat begrüßen ausdrücklich die Gründung einer weiteren IGS in der Stadt Braunschweig, wenn der Schulentwicklungsplan zu dem Ergebnis kommt, dass die Gründung erforderlich ist, um dem Elternwillen und den Schülerwünschen gerecht zu werden. Die Zahlen der Ablehnungen an den IGSen der Stadt lassen den Schluss zu, dass es dazu kommen werde.

Die Anmeldezahlen an alle anderen Schulen in der Stadt machen aus Sicht des Stadtelternrates und des Stadtschülerrates aber auch deutlich, dass die Schulen in unserer Stadt alle bis zur Belastungsgrenze gefüllt sind. Im Falle einer neu zu gründenden, fünfzügigen IGS würde sich die Schülerzahl in den Schulen des dreigliedrigen Systems um maximal 150 Schüler reduzieren. Dies bedeutet bei einer Gleichverteilung der reduzierten Anmeldungen an den 17 anderen Schulen eine Reduzierung von 8 – 9 Schülern pro Jahrgang. Dieser Tatbestand ermöglicht laut Klassenbildungserlass keine Zusammenlegung von Klassen oder die Reduzierung der Zügigkeit in irgendeiner der Schulen, geschweige denn Schließung. Im Gegenteil die Klassenstärken würden sich dann endlich den oft viel zu kleinen Klassenräumen in unseren Schulen anpassen. Dem zusätzlichen Raumbedarf durch inklusive Beschulung und dem geänderten Raumkonzept der Binnendifferenzierung im Unterricht wäre dann immer noch nicht Rechnung getragen Aus diesen Gründen der aktuellen Situation fordern der Stadtelternrat und der Stadtschülerrat die Neugründung einer IGS mit einem Neubau für diese Schule zu verbinden. Da sich die Standort- und Kostenfragen für einen Neubau wahrscheinlich nicht innerhalb der im Antrag genannten Fristen klären lassen, kann auch das Ergebnis des Schulentwicklungsplanes zur Gründung einer 6. IGS abgewartet werden. Dort werden sicherlich auch die veränderten Anmeldezahlen an den Gymnasien nach Einführung des G9 und der Abschaffung der Schullaufbahnempfehlung nach Klasse 4 berücksichtigt werden.

Der Zeitgewinn bringt auch die Absicherung in der Entscheidung, ob die IGS Heidberg die Oberstufe genehmigt bekommt. Dieser Aspekt ist für Eltern und Schüler wesentlich. Eine Schule zu besuchen, das Abitur als Schulabschluss anzustreben und nach Identifikation mit der Schule gezwungenermaßen für die Oberstufe wechseln zu müssen, ist von Schüler- und Elternseite indiskutabel. Der Zeitgewinn bringt hoffentlich auch den Vorteil einer noch besseren Stundenausstattung im Ganztagsbereich, so dass die neugegründeten IGSen der letzten und zukünftigen Jahre sich der Stundenausstattung der länger bestehenden IGSen noch stärker anpassen werden, als es durch die Zuweisung des Kultusministerium im Sommer schon passierte. Dann könnten wir dem Elternwillen nach einer IGS endlich nachkommen, ohne ein Zwei-Klassen-System zu bedienen. Damit haben wir Ihnen gute Gründe genannt, den Antrag nicht anzunehmen.

Wir erwarten mit Spannung Ihre Entscheidung.

Petra Mellen für den Stadtelternrat           Lennart Wawro für den Stadtschülerrat


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