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Erfahrungsbericht: Goslarer Schüler entdecken Indien


Marcel Junge berichtet von seiner Reise nach Indien. Foto: Privat
Marcel Junge berichtet von seiner Reise nach Indien. Foto: Privat Foto: Privat

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08.11.2016

Goslarer. Marcel Junge aus der Klasse 11b der Adolf-Grimme-Gesamtschule besuchte im Oktober im Rahmen eines UNESCO-Projekts, gemeinsam mit seinem Lehrer Florian Rohlf und seiner Mitschülerin Skady Puls, Indien.



Den Erfahrungsbericht über seine Reise veröffentlichen wir ungekürzt und unkommentiert.
Im Rahmen eines UNESCO-Projektaustauschs reisten kürzlich zwei Schüler*innen und ein Lehrer der Adolf-Grimme-Gesamtschule (AGG) in den Süden Indiens. In Workshops erarbeiteten eine deutsche Delegation aus Berlin, Emden, Hamburg, München und Goslar gemeinsam mit einer Delegation aus Indien Projekte und mögliche Schulpartnerschaften. Die Begegnung der Kulturen fand vom 16. bis 20. Oktober statt. Für Skady Puls, Marcel Junge und Begleiter Florian Rohlf ein kleines Abenteuer. Aus dem kühlen Norden startete das Trio mit dem Flieger ab Frankfurt, um in Trivandrum das feuchttropische Klima Indiens kennen zu lernen. Kaum Zeit zum Eingewöhnen blieb den 30 Teilnehmern des UNESCO-Projektes. Bereits am ersten Tag stellten die Delegationen ihre bisherigen Projekte nach der Eröffnungsveranstaltung vor. Die 16-jährige Skady Puls und der 16-jährige Marcel Junge stellten das Projekt „Ein Morgen vor Lampedusa“, welches die AGG aufführte, vor.


Das Klassenzimmer in Indien. Foto: Privat



In den folgenden Tagen wechselten sich Workshops und Exkursionen ab. Themen wie Energie für Alle, Traditionen als mögliches Hindernis für den interkulturellen Dialog und die persönliche Verantwortung des eigenen Energieverbrauchs, unter Berücksichtigung des Klimawandels, beinhalteten die Workshops. Die Teilnehmer gingen auch der Frage einer globalen Bürgerschaft nach. Liegt hier der Schlüssel zu einer besseren Zukunft? Kreativ gestalteten sich die Workshops zu einer szenischen Installation und der Betrachtung einer neuen Welt als Aspekt der Gesellschaft. „Hier sind Kulturen aufeinander getroffen“, sagt Marcel Junge. Die Wahrnehmung und Akzeptanz zwischen Männern und Frauen in Indien ist im Vergleich zu Deutschland enorm unterschiedlich, gar ein verzerrtes Bild.

Die Exkursionen führten in eine Schule im Dschungel und in die International School of Trivandrum. Eine Schule im Dschungel unterscheidet sich komplett von einer deutschen Schule, auch von der International School of Trivandrum. Pfähle und ein Dach bilden den Klassenraum. Fenster und Türen sind nicht vorhanden. In einem Haus ist eine Klasse zu finden: Mädchen saßen links, Jungs rechts. Auch ist das Schulsystem nicht mit dem deutschen zu vergleichen, sind sich Skady und Marcel einig. Gleich nebenan ist eine Obstplantage der Schule mit Papayas, Bananen, Kokosnüssen oder auch Kakao. Hier bauen die Schüler das Obst selbst an. Die sprachlichen Herausforderungen meisterten die AGG-Schüler*innen unkompliziert. So konnte auch das Thema Schulpartnerschaften gemeinsam erörtert werden. Sind die kulturellen Ansichten auch unterschiedlich, die Wünsche und Sehnsüchte sind die Gleichen. Die Esskultur blieb allerdings gewöhnungsbedürftig.

Die Abschlusszermonie war im Grunde das Highlight der Begegnung. Die indischen Schüler*innen führten Tänze vor und das Schulorchester umrahmte die Präsentationen aus den Workshops. Für alle drei goslarer Teilnehmer eine große Erfahrung im fernen Indien. „Wir haben viel erlebt und nette Menschen kennen gelernt“, sagt Skady. Eine einmalige Gelegenheit auch für Lehrer Florian Rohlf: „Die intensive Arbeit in den Workshops und der Kontakt unter den Betreuern und auch besonders mit den Schüler*innen ist bemerkenswert gewesen.“. Die Projektbetreuung durch das deutsche UNESCO-Büro, unter der Leitung des Bundeskoordinators Herrn Hans-Jürgen Rickert, betreute alle Jugendlichen und Lehrer die ganze Woche. Nach einer über 24 stündigen Heimreise per Bus, Flugzeug, Bahn und Auto kamen alle drei wieder gesund und munter mit vielen Fotos und Geschichten zu Hause an. Alle drei waren da „wo der Pfeffer wächst“.


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