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Salzgitter: Etappenziel im Endlager Konrad erreicht



Salzgitter

Etappenziel im Endlager Konrad erreicht

Der Vortrieb für den Bau der Umladestation zwischen Schacht Konrad 2 und dem künftigen Endlagerbergwerk ist abgeschlossen

Archivfoto
Archivfoto Foto: Rudolf Karliczek

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Salzgitter. Beim Bau des Endlagers Konrad in Salzgitter haben Bergleute der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) jetzt die räumlichen Voraussetzungen für den Bau der Umladestation zwischen Schacht Konrad 2 und dem künftigen Endlagerbergwerk geschaffen. Dies berichtet das BGE am Dienstag.



Damit Abfallbehälter ins Endlager Konrad gebracht werden können, muss in 850 Metern Tiefe eine Umladestation gebaut werden. Dort werden die mit dem Förderkorb in die Tiefe beförderten Behälter auf ein Fahrzeug umgesetzt und in die Einlagerungskammern gebracht werden.

Damit diese Umladestation überhaupt gebaut werden kann, musste zunächst der erforderliche Hohlraum unter Tage geschaffen werden. Diese Arbeiten sind jetzt abgeschlossen. Bergleute haben Ende April den letzten von mehr als 2.800 Gebirgsankern eingebaut. Er sitzt zehn Meter tief im Gestein und bildet gemeinsam mit den übrigen Ankern und einer etwa 15 bis 20 Zentimeter dicken Betonschicht das Grundfundament des Tunnelbauwerks, in dem die Umladestation für schwach- und mittelradioaktive Abfälle entsteht. Die in einer Tiefe von rund 850 Metern stattfindenden Arbeiten zwischen Schacht Konrad 2 und dem zukünftigen Endlagerbergwerk konnten damit nach zwischenzeitlichen Schwierigkeiten erfolgreich abgeschlossen werden.


„Das ist ein wichtiger Schritt für den Bau des Endlagers“, sagt der technische Geschäftsführer der BGE, Dr. Thomas Lautsch. „Der große Hohlraum für die Umladestation direkt am Schacht Konrad 2 ist eine bergbauliche Herausforderung, die wir nun gemeistert haben – und das ohne einen meldepflichtigen Unfall.“ Die Bauarbeiten für die Umladestation hatten im Herbst 2017 begonnen. Damals wurde die Schachtröhre in einer Tiefe zwischen 840 und 875 Metern im Durchmesser von ursprünglich sieben auf neuneinhalb Meter vergrößert. Anschließend haben die Vortriebsarbeiten für die Umladestation begonnen. Der benötigte Hohlraum hat einen Durchmesser von bis zu 13 Metern und eine Länge von 60 Metern. 9.400 Kubikmeter Gestein mussten für den Bau ausgebrochen und abtransportiert werden.

Ausbaukonzept geändert


Der Bau des Hohlraums erfolgte in drei Durchgängen. Zuerst wurde das Gestein im Deckenbereich herausgebrochen und das Gebirge gesichert. Danach erfolgte der mittlere Bereich. Während der untere Bereich gebaut wurde, zeigte das Früherkennungssystem zur Gebirgsüberwachung Auffälligkeiten. Das geologische Verhalten machte eine Anpassung des Ausbaukonzeptes notwendig. Es wurden unter anderem offen gelassene Stauchfugen verschlossen und für die weitere Auffahrung der Bauzustand verstärkt. Die Verzögerungen blieben insgesamt gering und der Bau konnte nahezu planmäßig abgeschlossen werden. Dafür sind die Arbeiten intensiviert und organisatorisch umgestellt worden. "Zwar haben wir hier etwas Zeit verloren. Wichtiger ist aber, dass wir einen sicheren Ausbau gewährleisten, der für die Betriebsphase des Endlagers nahezu wartungsfrei sein wird“, sagt Dr. Thomas Lautsch.

Schnittstelle zwischen Schacht und Endlagerbergwerk


Der große Durchmesser der Strecke ist notwendig, um den sogenannten Portalhubwagen, der später die Abfallgebinde aus dem Förderkorb auf ein Transportfahrzeug hebt, in der Umladestation unterbringen zu können. Bis die Bauarbeiten weitergehen können, dauert es noch einige Zeit. Zuerst müssen die einwirkenden Kräfte aus dem Gebirge, der sogenannte Gebirgsdruck, abklingen beziehungsweise sich neu verteilen. Das kann mehrere Monate dauern und wird weiterhin durch ständige geotechnische Messungen beobachtet.

Die BGE ist eine bundeseigene Gesellschaft im Geschäftsbereich des Bundesumweltministeriums. Die BGE hat am 25. April 2017 die Verantwortung als Betreiber der Schachtanlage Asse II sowie der Endlager Konrad und Morsleben vom Bundesamt für Strahlenschutz übernommen. Zu den weiteren Aufgaben zählt die Suche nach einem Endlagerstandort zur Entsorgung der in Deutschland verursachten hochradioaktiven Abfälle auf der Grundlage des im Mai 2017 in Kraft getretenen Standortauswahlgesetzes. Geschäftsführer sind Stefan Studt (Vorsitzender), Steffen Kanitz (stellv. Vorsitzender), Beate Kallenbach-Herbert (kaufmännische Geschäftsführerin) und Dr. Thomas Lautsch (technischer Geschäftsführer).


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