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EU-Kommission sichert weitere 300 Millionen Dosen BioNTech/Pfizer-Impfstoff

Ob diese Option genutzt wird, müssen die Mitgliedsstaaten entscheiden. Die ersten zusätzlichen Dosen würden im zweiten Quartal 2021 geliefert.

Der Impfstoff von BioNTech/Pfizer im Impfzentrum in Braunschweig.
Der Impfstoff von BioNTech/Pfizer im Impfzentrum in Braunschweig. Foto: Alexander Dontscheff

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08.01.2021

Brüssel. Die Europäische Kommission hat den EU-Mitgliedstaaten am heutigen Freitag vorgeschlagen, weitere 200 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs der Firma BioNTech/Pfizer zu bestellen; verbunden mit der Option auf weitere 100 Millionen Dosen. Damit hat die EU ihren Mitgliedstaaten insgesamt bis zu 600 Millionen Dosen dieses Impfstoffs gesichert, der bereits in der gesamten EU verwendet wird. Das teilt die Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland in einer Pressemitteilung mit.



Die Kommission habe die Verträge gemacht, ob diese Option genutzt werde, müssten die Mitgliedsstaaten entscheiden, erklärt die Kommission auf Nachfrage. Es sei auch denkbar, dass einzelne Staaten, denen der Pfizer-Impfstoff zu teuer sei, auf seinen Anteil verzichte und dieser von einem anderen Land gekauft werde.

75 Millionen Dosen ab dem zweiten Quartal


„Ich freue mich besonders, dass von diesem neuen Auftrag bereits ab dem zweiten Quartal 75 Millionen Dosen zur Verfügung stehen werden. Der Rest würde dann im dritten und im vierten Quartal 2021 geliefert werden“, sagte EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen heute (Freitag) in Brüssel. „Europa wird mehr als genügend Impfstoff haben in einem verlässlichen Zeitrahmen. Und das zeigt eben auch, dass der Weg, den wir gemeinsam in Europa eingeschlagen haben, der richtige Weg ist.“

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„Wir haben gemeinsam ein breites Portfolio an Impfstoffen angelegt. Das war auch richtig, denn wer wusste schon im Sommer, welcher Impfstoff zum Schluss das Rennen macht?“, sagte von der Leyen. Von Anfang an habe die Europäische Kommission in den Ausbau der Produktionskapazitäten investiert, bereits im Juni auch bei BionTech.

Zusätzliches Werk in Marburg


Mit BioNTech-Pfizer gibt es bereits einen Vertrag, der also ohne langwierige Verhandlungen aufgestockt werden konnte – ermöglicht dadurch, dass mit dem zusätzlichen Werk in Marburg nun eine entscheidende Erweiterung der Produktionskapazitäten in Sicht ist. „Es ist ein bewährter Impfstoff - also ist das ganze Zulassungsverfahren erledigt. Die Mitgliedsstaaten kennen ihn - also wissen sie, wie sie damit umgehen müssen, sie kennen die Logistik dahinter. Und deshalb bringt das Planungssicherheit und zusätzlichen Schwung für die Impfungen in ganz Europa und in unserer Nachbarschaft“, sagte von der Leyen.

Die EU hat nun ein breites Portfolio an Impfstoffen mit unterschiedlichen Technologien erworben und bis zu 2,3 Milliarden Impfdosen für Europa und seine Nachbarschaft gesichert. Zusätzlich zum BioNTech/Pfizer-Impfstoff wurde mit Moderna ein zweiter Impfstoff autorisiert. Weitere Entscheidungen folgen in Kürze. Dieses Portfolio ermöglicht es der EU nicht nur, ihre gesamte Bevölkerung mit Impfstoff zu versorgen, sondern auch Impfstoffe für ihre Nachbarn und Partner zur Verfügung zu stellen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat heute zudem die Entscheidung getroffen, dass aus einer Ampulle des BioNTech-Pfizer-Impfstoffs nicht nur fünf, sondern sechs Impfdosen gewonnen werden können.


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