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Experten referierten zur Personalbindung



Braunschweig

Experten referierten zur Personalbindung


Die Referenten Jens Zielsdorf (Tejo, rechts) und Sebastian Maaß (ValueNet, von links) mit den Round-Table-Gastgebern Thomas Buck (HR Informatiossysteme), Cordula Miosga (AGV) und Dr. Jens Bölscher (Welfenakademie). Foto: WelfenAkademie
Die Referenten Jens Zielsdorf (Tejo, rechts) und Sebastian Maaß (ValueNet, von links) mit den Round-Table-Gastgebern Thomas Buck (HR Informatiossysteme), Cordula Miosga (AGV) und Dr. Jens Bölscher (Welfenakademie). Foto: WelfenAkademie Foto: Jörg David/rp

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Braunschweig. Zwei Referenten zeigten kürzlich Lösungsansätze beim HR Round Table - einem Netzwerktreffen für Personalverantwortliche, das regelmäßig in der Braunschweiger WelfenAkademie stattfindet.



Sebastian Maaß von der Firma ValueNet und Jens Zielsdorf von der Tejo-Unternehmensgruppe referieren beim HR Round Table in der WelfenAkademie. Die Bindung der bewährten Mitarbeiter wird immer wichtiger für alle Unternehmen, mit deren guter Betreuung zudem leichter qualifiziertes Personal gewonnen werden kann. Beim HR Round Table in der Braunschweiger WelfenAkademie zeigte Sebastian Maaß, Geschäftsführer der ValueNet Consulting Mitte GmbH, Personalverantwortlichen aus 30 Firmen der Region, dass es dazu durchaus attraktive Lösungen gibt.

Als zweiter Referent erklärte Jens Zielsdorf, Leiter der Personalentwicklung der Tejo-Unternehmensgruppe, welche Besonderheiten bei der Rekrutierung von qualifizierten Verkäufern und Logistikern im Möbelhandel auftreten. Er ist in der Tejo-Unternehmensgruppe tätig, einem Teil der Tessner-Gruppe, die mit ihren Marken der fünftgrößte Anbieter auf dem deutschen Möbelmarkt ist.


Als Hausherr und Geschäftsführer der WelfenAkademie freute sich Dr. Jens Bölscher, dass dieses Netzwerker-Treffen der Personalverantwortlichen regelmäßig in der Akademie stattfindet. Thomas Buck, geschäftsführender Gesellschafter der Firma HR Informationssysteme, lädt dazu im Wechsel in die Akademie oder beim Arbeitgeberverband der Region Braunschweig ein, für die Geschäftsführerin Cordula Miosga die Runde begrüßte.

Bevor es in lockeren Gesprächen um den Austausch persönlicher Erfahrungen der Teilnehmer ging, erläuterte Sebastian Maaß die Angebote der Münchner ValueNet Group. Deren 120 Mitarbeiter nehmen den Personalabteilungen von Firmen bis hin zu Edeka Teile der Aufgaben ab. „Irgendjemand kümmert sich beispielsweise auch bei Ihnen um das Thema Altersvorsorge“, erklärte Maaß. Aber der oder die mache das meist nebenbei, während ValueNet dies Thema vertiefen und richtig ausschöpfen könne. Oder aber Schulungen zu allen Bausteinen anbieten, die ValueNet entwickelt habe. Alle seien dazu geeignet, sich am Markt von den Konkurrenten beim Werben um Fachkräfte abzuheben.

Mitarbeiter-Benefits sind wichtig



Die sogenannten Mitarbeiter-Benefits werden in Zeiten des wachsenden Fachkräftemangels immer wichtiger, versicherte Sebastian Maaß. „In der IT-Branche müssen sich doch die Firmen schon bei den gesuchten Experten bewerben, nicht umgekehrt,“ fand Maaß. Da komme es eben nicht allein auf das Bruttogehalt an. Die kleinen Extras gewinnen so zunehmend an Bedeutung, auch für die Motivation und Bindung der Stammbelegschaft. Und da gebe es im Einkommensteuergesetz einige Möglichkeiten, von denen die meisten nicht genutzt werden, von denen aber Betrieb wie Beschäftigte profitieren. ValueNet berate da, das Honorar ergebe sich aus der Steuer-Ersparnis des Kunden.

Der Tankgutschein als steuer- und sozialversicherungsfreie Zuwendung sei den meisten bekannt. Aber selbst bei diesen maximal möglichen 44 Euro pro Monat müsse geklärt sein, dass alle Vorgaben so erfüllt werden, dass die Betriebsprüfer des Finanzamts keinen Grund zur Beanstandung haben. Eine sichere Möglichkeit für steuerfreie Extras sei zudem die von ValueNet entwickelte Geldkarte, auf der monatliche Zuwendungen abgespeichert werden können und in zahlreichen Geschäften einlösbar sind.

Bei allen Vorschlägen von ValueNet werde deshalb die Zustimmung des zuständigen Finanzamts und bei Bedarf auch juristische Gutachten eingeholt. „Sie können für Ihre Beschäftigten sogar ein I-Phone leasen, mit steuerlichen Vorteilen für beide Seiten“, nannte Maaß ein weiteres Beispiel. Es müsse nur geklärt werden, zu welchem Preis das Gerät nach 24 Monaten endgültig in dessen Besitz übergehe – oder wenn der Handy-Nutzer nach sechs Monaten dennoch kündigen will.

Das Gefühl daheim angekommen zu sein, das sollen bei Möbel Schulenburg nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Kunden haben. „Im Haifischbecken des Möbelhandels“ sei es laut Jens Zielsdorf ebenfalls nötig, sich von den zahlreichen Wettbewerbern abzuheben. Jeder wisse ja, welche Flut an Möbelprospekten die Käufer in die Möbelhäuser locken soll.

Der 41-jährige Zielsdorf stellte zunächst die Tejo-Gruppe vor, die neun Schulenburg-Möbelhäuser in kleineren Städten sowie 19 Abholmärkte der Marke SB Lagerkauf betreibe. Tejo sei Teil der Tessner-Gruppe, die mit Roller unter anderem den ersten deutschen Möbel-Discounter führe und zuletzt 1,57 Milliarden Euro im Jahr umsetzte. Marktführer Ikea verkaufte Möbel für 4,57 Milliarden, der Online-Händler Amazon ist inzwischen auf Platz zehn geklettert mit 500 Millionen Euro Umsatz.

Im Gegensatz zum Internetkauf will Möbel Schulenburg laut Zielsdorf ein Einkaufserlebnis vermitteln. „Die Beratung ist bei uns zudem viel intensiver, entsprechend geschult muss das Verkaufspersonal sein“, erklärt Zielsdorf. Der Kunde merke schnell, ob ein Mitarbeiter Ahnung vom Produkt habe.

Entsprechend groß sei der Planungsbedarf bei der Personalentwicklung, verriet Zielsdorf. Nach der Einstellung neuer Mitarbeiter beginne eine intensive Schulungs-Phase, zudem gebe es 40 Auszubildende. Doch Weiterqualifizierung sei unabdingbar. „Dazu gibt es 165 Seminare, die meist von externen Anbietern oder unseren Lieferanten angeboten werden.“ Zwei davon müssen jährlich absolviert werden.

Bei der Beurteilung der Fähigkeiten der Mitarbeiter setzt die Tejo-Gruppe auf die Biostruktur-Analyse nach Paul D. Maclean. „Wir haben mit dieser Selbstanalyse sehr gute Erfahrungen gemacht, viele haben erkannt, wie sie ticken und wo sie ihre Stärken haben“, versichert Zielsdorf. Bei dem Verfahren werden Gefühl, Emotion und Ratio einem von drei Gehirnteilen (Stamm-, Groß- und Zwischenhirn) zugeordnet. Doch die Analyse habe laut Zielsdorf noch einen weiteren positiven Effekt: „Das Wir-Gefühl und das gegenseitige Vertrauen haben sich deutlich verbessert.“


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