Braunschweig

Fahrraddemo am Schlossplatz: Umweltinitiativen fordern Klima-Rettungsschirm

Am Freitag startet die Demonstration um mehr Klimaschutz und ein Umdenken in der Politik und Wirtschaft hin zu einer ressourcenschonenden Energiewende.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Pixabay

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27.05.2020

Braunschweig. Am vergangenen Samstag demonstrierten Greenpeace und der ADFC mit anderen Verbänden für mehr Rechte im Straßenverkehr (regionalHeute.de berichtete). Nun startet am Freitag um 17:00 Uhr am Schlossplatz ein Bündnis von über 20 klimafreundlichen Initiativen und Parteien die erste große Fahrraddemo in diesem Jahr. Das Motto lautet: „Klima-Rettungsschirm! Autoprämien stoppen! Freispruch für Klimaschützer/innen von #blockVW!“ Dies berichtet die Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig in einer Pressemitteilung.


„Es wäre absurd, wenn wir mit ‚Rettungsschirmen‘ jetzt nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen würden“, so Dr. Britta Hirschberger von Extinction Rebellion. „Fördermittel sollten einerseits die Konjunktur ankurbeln, andererseits aber dafür eingesetzt werden, die Klimakatastrophe abzumildern. So brauchen wir zum Beispiel für die Verkehrswende Kapital für die Bahn, für Straßenbahnen, Busse und den fahrrad- und menschenfreundlichen Umbau unserer Städte. Auch die Umstellung auf hundert Prozent Erneuerbare Energien sollte als Schlüsselindustrie beschleunigt werden.“

"Energiewende mitbetreiben"


„Das Stahlwerk in Salzgitter macht uns vor, wie man mit Hilfe von Forschung und Entwicklung von Kohle auf Wasserstoff umsteigen kann und damit riesige Mengen CO2 einspart. Nebenan baut Alstom die ersten Wasserstoffzüge. Was spricht dagegen, VW zu fördern für wasserstoffgetriebene Busse, LKWs, Trecker, Züge, Landmaschinen, Baumaschinen, vielleicht sogar Schiffe und Flugzeuge anstatt für rückwärtsgewandte Technologien? Es ist doch allgemein bekannt, dass Elektroautos keine nachhaltige Lösung sind. Wir müssen die Arbeitsplätze auch langfristig erhalten!“ ergänzt Renate Rosenbaum von der BIBS.
Die Biologin Sabine Sambou sorgt sich um das Stadtklima: „Wir brauchen jetzt dringend Mittel für die sterbenden Wald- und Stadtbäume, die uns vor der Klimakatastrophe schützen, aber selbst daran zugrunde gehen. Wir haben das dritte Dürrejahr in Folge. Die Stadt Braunschweig hat nicht einmal genug Mittel, für alle verstorbenen Bäume andere nachzupflanzen und die noch lebenden ausreichend zu gießen. Dabei müssten wir eigentlich in Regenwassernutzung und -versickerung und tausende neue Stadtbäume investieren.“

„Ein neues Waldgesetz und Mittel für naturnahe Waldbewirtschaftung sind nötig, um zu verhindern, dass die Forstwirtschaft die leidenden Wälder weiterhin hemmungslos ausbeutet. Das sieht man leider auch bei uns, zum Beispiel bei der SBK im Naturschutzgebiet Riddagshausen und im Querumer Forst, im Elm und sogar im Naturschutzgebiet Mascheroder Holz. Alte Bäume kann man nicht nachpflanzen!“ ergänzt Biologin Birgit Huvendieck von der BI Baumschutz.

"Freispruch für #blockVW"


Am 13. August 2019 hatten Klimaaktivisten sich vor dem VW-Werk in Wolfsburg an Gleise gekettet und sich von einer Kanalbrücke abgeseilt. Damit blockierten sie einen Autozug mit über hundert Neuwagen, das Werksgleis und den Kanal. Außerdem wurde die Globus-Skulptur in der Autostadt besetzt, um Forderungen für eine klimafreundliche Verkehrswende in die Öffentlichkeit zu tragen. Am 2. Juni ist der erste Prozesstag für einen der Beteiligten.

„Wir fordern Freispruch für alle Beteiligten, denn unsere Gesellschaft braucht solche mutigen Menschen und Aktionen, da die Politik es nicht schafft, die nötigen Maßnahmen gegen die Klimakatastrophe zu ergreifen und durchzusetzen“ plädiert Klimaschützer Marten Reiß von der Gruppe Sambattac.




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