Harz. Die Bundeswehr plant für Mitte Mai ein sogenanntes "Karrierecamp" auf dem Brocken, wie der Landkreis Harz im Januar auf seiner Website bekannt gegeben hatte. Bei der Veranstaltung auf dem Gipfel des Berges sollen die vielfältigen Karrierechancen der Bundeswehr einer breiten Masse vorgestellt werden, wie es seinerzeit seitens des Landkreises hieß. Doch nun könnte eine Petition Bewegung in die Angelegenheit bringen.
Mit 1.141 Metern ist der Brocken im Landkreis Harz die höchste Erhebung Norddeutschlands. Nicht nur Menschen aus der Region, sondern auch zahlreiche Touristen schätzen ihn heute sowohl im Sommer als auch im Winter als beliebtes Ausflugsziel inmitten des Nationalparks Harz. Der Berg blickt dabei auf eine wechselvolle Geschichte zurück – während der Zeit des Kalten Krieges war er ab August 1961 militärisches Sperrgebiet der DDR und somit für die Bevölkerung in Ost und West unerreichbar. Erst am 3. Dezember 1989 wurde er unter dem Druck von 6.000 Demonstranten, die sich zu einem Sternmarsch formiert hatten, wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Nationalparkverwaltung äußert sich kritisch
Wie berichtet, sehen Bundeswehr und Landkreisverwaltung im Brocken aufgrund der vielen Besucher den idealen Standort, um neue Rekruten für das Militär zu gewinnen. „Die Bundeswehr gehört in die Mitte der Gesellschaft“, so Harzkreis-Landrat Thomas Balcerowski. Kritischer sieht die Angelegenheit die Nationalparkverwaltung Harz – in einer Pressemitteilung hatte sie massive Bedenken gegen die Veranstaltung geäußert, weil es sich bei der Brockenkuppe um ein äußerst sensibles Flora-Fauna-Habitat sowie Vogelschutzgebiet handele. Als Kompromiss habe man der Bundeswehr einen Alternativstandort außerhalb des Nationalparks vorgeschlagen.
Fast 15.000 Unterschriften gegen Camp
Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Sachsen-Anhalt kritisierte die geplante Veranstaltung und forderte das Verteidigungsministerium unlängst dazu auf, die Veranstaltung abzusagen und einen anderen Ort zu suchen. Nun sorgt eine Online-Petition für Aufsehen: Die Initiatorin forderte auf change.org, dass das geplante Camp der Bundeswehr nicht stattfindet, damit die sensible Vegetation des Harzes nicht durch unnötige Trittbelastungen zerstört und die Brut- und Rückzugsorte hiesiger Vogel- und Tierarten nicht gestört werden. Wie unter anderem der MDR berichtet, wurde die Petition mit mehr als 14.500 Unterschriften am vergangenen Mittwoch der Kreisverwaltung übergeben. Wie es mit dem Karrierecamp der Bundeswehr nun weitergeht, bleibt indes offen.

