Hornburg. Wenn man die Ferienwohnung der Familie Busse in Hornburg betritt, fühlt man sich sofort in die Zeit der 1920er und 1930er Jahre zurück versetzt. Bis zu vier Gäste können es sich dort gemütlich machen.
Das Haus in der Schloßbergstraße ist wie ein Tante-Emma-Laden eingerichtet. Der erste Blick fällt auf die Küchenecke mit Ladenschrank und die Bedientheke mit antiker Registrierkasse. An die Zeit vor hundert Jahren erinnert auch die Waage auf der rustikalen Schubladenkommode oder die Essecke mit Holzstühlen und Küchentisch vor dem Fenster. Von dort aus kann man den Turm der Burg sehen, die sich in direkter Nachbarschaft befindet.
Modernes Equipment gut versteckt
„Alles voll funktionsfähig“, erklärt Britta Busse. Moderne Geräte sind erstmal nicht sichtbar, aber durchaus vorhanden: Öffnet man zum Beispiel die Glastüren eines alten Hängeschranks, kommt ein Flachbild-Fernseher zum Vorschein. „Die passenden Möbel und Deko-Elemente haben wir aus ganz Deutschland gesammelt“, erzählt die Grundschullehrerin. Dabei wurde viel Wert auf passenden Farben gelegt, um ein harmonisches Gesamtbild zu erreichen.

Mit viel Liebe zum Detail hat Familie Busse den Wohnraum in einen Tante-Emma-Laden verwandelt. Foto: Matthias Kettling
Gemeinsam mit ihrem Mann Mark und den erwachsenen Töchtern Annalena und Johanna betreibt sie die liebevoll eingerichtete Ferienunterkunft. Das Ehepaar wohnt im nahen Beuchte, die Töchter in der Umgebung.
Im Stallgebäude neben dem kleinen Innenhof können Gäste Souvenirs kaufen, darunter Postkarten mit ländlichen Motiven, die eine Tochter fotografiert hat. Im Obergeschoss finden bis zu vier Besucher Platz zum Übernachten. Zwei rustikal eingerichtet Schlafräume sind mit jeweils zwei Betten ausgestattet und eine kleine Dachterrasse lädt zum Verweilen ein.
Die Familie hatte schon länger Interesse an dem Haus, das ursprünglich als Tante-Emma-Laden und später als Café genutzt wurde, bevor es leer stand. Im Jahr 2021 bot sich die Möglichkeit zum Kauf. Der frühere Besitzer war auch der Betreiber des Cafés, das er aus Altersgründen schließen musste. Bei der Besichtigung war es dann um Britta Busse geschehen, als sie das typische Klingeln der alten Türglocke hörte. Noch am selben Tag unterschrieben sie kurzentschlossen den Kaufvertrag.

Auch die Schlafräume sind rustikal eingerichtet. Britta Busse richtet die Betten für die nächsten Gäste her. Foto: Matthias Kettling
Wenig später begann die aufwendige Renovierung mit der Dachinstandsetzung. Außerdem fehlte eine zeitgemäße Heizung, und die Elektrik war veraltet. Fenster und Türen wurden ersetzt und die sanitären Anlagen erneuert. Fast täglich und nach Feierabend investierte die Familie Zeit in die Renovierung. Vieles wurde in Eigenregie erledigt: Britta lernte beispielsweise, wie man eine Wand verputzt. Ein 86-jähriger Nachbar half mit Rat – er mischte Sand in den Putz, um die gewünschte Struktur zu erzielen.
Gäste genießen Entschleunigung
Bereits ein halbes Jahr später, im Juni 2022, konnten die ersten Gäste begrüßt werden. Die Unterkunft zieht Gäste aus ganz Deutschland sowie aus Frankreich, Norwegen und der Schweiz an. Die Region mit Goslar, dem Harz, Wernigerode und Wolfenbüttel bietet viele Erholungsmöglichkeiten. Gäste genießen Wanderungen entlang des Grünen Bandes oder der Deutschen Fachwerkstraße. Viele schätzen den Kontakt zu den Gastgebern und die Entschleunigung im Ambiente alter Fachwerkstädte.
Britta Busse nutzt ihren Instagram-Kanal „Milchkannenzeit“, um für die Ferienwohnung zu werben. Interessenten können über die Webseite Buchungsanfragen stellen.