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Weniger Plastik: Hier werden FFP-2-Masken aus Bambus produziert



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Weniger Plastik: Hier werden FFP-2-Masken aus Bambus produziert

Ein Start-up-Unternehmen aus Wolfenbüttel stellt umweltfreundlichere Masken her.

von Anke Donner


Die Firma Gauss PSS in Wolfenbüttel stellt Produkte aus Bambus her. Unter anderen auch FFP-2-Masken.
Die Firma Gauss PSS in Wolfenbüttel stellt Produkte aus Bambus her. Unter anderen auch FFP-2-Masken. Foto: Axel Otto

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Wolfenbüttel. Seit Monaten gehören Nasen- und Mundbedeckungen zu unserem Alltag und sollen uns vor Ansteckung und Übertragung des Coronavirus schützen. Aus dieser Situation heraus hat ein Wolfenbütteler Start-up-Unternehmen für sich eine Geschäftsidee entwickelt: eine FFP-2-Maske aus Bambus.



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Wie Lei Wang, Geschäftsführer der Wolfenbütteler Firma Gauss PSA, im Gespräch mit regionalHeute.de erzählt, enthält die umweltfreundlichere Maske aus Bambus etwa 50 Prozent weniger Plastik, als herkömmliche Masken. Derzeit arbeite man daran, bei der Herstellung gänzlich auf Plastik zu verzichten. "Wir glauben, dass wir den Plastikanteil bis zum nächsten Jahr noch einmal um 20 oder 25 Prozent reduzieren können", erklärt er. Das Schwierigste bei der Herstellung einer 100-prozentigen Biomaske sei der Filter in der Maske, der derzeit aus Polyprolylen besteht. Das würde aber sicher noch zwei oder drei Jahre dauern. "Hier gibt es im Moment keine umweltfreundliche Lösung. Wir arbeiten aber mit dem Fraunhofer-Institut daran, eine Alternative zu finden, die die gleiche Wirkung hat, aber aus umweltfreundlichem Material besteht", berichtet Lei Wang. Die Maske ist unter anderem in der Wolf-Apotheke in Wolfenbüttel erhältlich.



Am Exer wird produziert.
Am Exer wird produziert. Foto: Axel Otto


Die Idee, die Öko-Masken herzustellen, sei im vergangenen Jahr während der Pandemie entstanden, berichtet Lei Wang. "Wir haben schnell gemerkt, dass wir bei der Herstellung von Masken sehr viel Kunststoff verbrauchen. Und seitdem beschäftigen wir uns mit dem Thema, wie man weniger Kunststoff verwenden kann", so der Biochemiker. Dann habe man angefangen zu forschen und mehrere Materialien aus der Natur untersucht und ausprobiert. Unter anderem Hanf, Mais und Baumwolle. Am Ende sei Bambus dann die beste Lösung gewesen. Da Wang selbst aus China stammt, kenne er die Eigenschaften von Bambus sehr gut und hat sich diese Erfahrung hier in Deutschland zunutze gemacht.

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Bei der Herstellung verzichtet man auf einen chemischen Prozess: "Der Bambus wird mechanisch mit einem Wasserstrahl bearbeitet. So bleiben auch die Vorteile des Bambus erhalten", sagt Wang. Bambus sei ein robuster und schnellwachsender Rohstoff, der auch in großen Mengen verfügbar sei. Im Moment bezieht das Unternehmen seinen Bambus noch aus China. Das Ziel des Unternehmens sei aber, Bambus auch zukünftig in Süd-Europa anzubauen, so Wang. Und nicht nur der Aspekt der Nachhaltigkeit wurde bei der Entwicklung berücksichtigt, so der Geschäftsführer. Die Masken gelten als vollständiges Atemschutzgerät, bieten einen guten Tragekomfort und seien auch für Allergiker und Asthmatiker wegen des natürlichen Materials und Herstellungsprozesses geeignet.

Die Bio-Küchenrolle


Nicht nur Masken werden aus Bambus hergestellt.
Nicht nur Masken werden aus Bambus hergestellt. Foto: Axel Otto


100-Prozent biologisch abbaubar sind aber andere Produkte des Unternehmens. Denn aus Bambus werden dort inzwischen auch Küchenrollen und waschbare Allzwecktücher entwickelt und hergestellt. Die Vermarktung dazu soll nun bald anlaufen. Wenn das von Erfolg gekrönt sein sollte, wolle man auch andere Produkte entwickeln, sagt Wang, der das Unternehmen 2020 aus eigener Kraft gründete und finanzierte. Fördermittel seien jedoch auch beantragt worden. Man sei guter Dinge, dass diese auch bewilligt werden, aber auch so würden die Geschäfte gut laufen. "Wir sind eines der ersten Unternehmen, die FFP-2-Masken selber herstellen", sagt er nicht ohne Stolz und blickt schon ein wenig in die Zukunft. Denn sollte alles wie bisher so gut laufen, wolle man Expandieren, da die Räume am Exer irgendwann nicht mehr reichen werden. Eine geeignete Immobilie werde bereits gesucht. Man wolle aber auf jeden Fall in der Region bleiben, verspricht Wang.


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