Flucht vor Trump - Zieht es vermehrt US-Amerikaner in die Region?

regionalHeute.de wollte von den Einwanderungsbehörden in unserer Region wissen, wie sich der Zuzug aus den Vereinigten Staaten entwickelt hat.

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Donald Trump (Archiv)
Donald Trump (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur

Region. Vor ziemlich genau einem Jahr begann die zweite Amtszeit von Donald Trump als Präsident der USA. In dieser Zeit wurde nicht nur außenpolitisch viel Porzellan zerschlagen, auch innerhalb der Vereinigten Staaten rumort es. Zuletzt sorgte die Tötung einer unbewaffneten Frau durch Polizisten der Einwanderungsbehörde (ICE) für große Proteste. Selbst US-Ikone Bruce Springsteen sprach von "Gestapo-Methoden gegen Mitbürger".



Doch wie wirkt sich das auf die Bevölkerung der USA aus? Gibt es eine Flucht vor Trump? Wir wollten von den Einwanderungsbehörden in unserer Region wissen, wie sich der Zuzug aus den Vereinigten Staaten entwickelt hat. Dabei wollten wir wissen, wie viele Personen im vergangenen Jahr 2025 und in den ersten Tagen des neuen Jahrs aus den USA in die jeweilige Stadt gezogen sind und welche Staatsangehörigkeit diese Personen hatten. Zum Vergleich sollten die Daten aus den Jahren 2020 bis 2024 genannt werden.

Werte im einstelligen Bereich


Die Stadt Gifhorn vermeldet für 2026 (Stand 14. Januar) noch keinen Zuzug aus den USA. 2025 waren es fünf Personen, drei US-amerikanische und zwei deutsche Staatsangehörige. In den Jahren 2022 bis 2024 waren es jeweils drei Personen pro Jahr (2024: US, deutsch, französisch. 2023: dreimal deutsch. 2022: US, deutsch, peruanisch). Die meisten Einwanderer aus den USA gab es im Jahr 2021 mit elf, darunter sieben Deutsche, zwei US-Amerikaner, ein Inder und ein Kolumbianer. 2020 waren es sechs Personen (fünf US-Amerikaner, ein Brite).

In die Stadt Braunschweig wanderten in diesem Jahr (Stand 14. Januar) bereits drei Personen aus den USA ein, allesamt mit deutscher Staatsangehörigkeit. 2025 waren es 82 Personen mit den Staatsangehörigkeiten Deutsch, US-Amerikanisch, Bangladeschisch, Koreanisch, Estnisch, Indisch, Iranisch, Japanisch, Polnisch, Türkisch und Spanisch. In Zahlen aufgeschlüsselt werden die Angaben nicht. Auch die Zahlen für die Jahre 2020 werden seitens der Stadt nicht einzeln genannt. Insgesamt waren es 318 Personen, was aufgerundet 64 Personen pro Jahr ergibt. Die Staatsangehörigkeiten sind Deutsch, Afghanisch, US-Amerikanisch, Chinesisch, Koreanisch, Französisch, Indisch, Iranisch, Italienisch, Libanesisch, Polnisch, Schweizerisch, Spanisch und Türkisch.

Zuzug nach Peine


Im Jahr 2026 ist bislang (Stand 14. Januar) kein Zuzug aus den USA in die Stadt Peine erfolgt. Im Jahr 2025 sind insgesamt 16 Personen aus den USA nach Peine zugezogen. Sechs Personen haben die US-amerikanische Staatsangehörigkeit, fünf Personen haben die deutsche Staatsangehörigkeit, vier Personen haben die ukrainische Staatsangehörigkeit und eine Person ist Doppelstaatler und hat sowohl die deutsche als auch die amerikanische Staatsangehörigkeit.

In den Jahren 2020 bis 2024 bewegten sich die Zuzüge aus den USA nach Peine dagegen im einstelligen Bereich. 2024 waren es drei Personen. Alle haben die US-amerikanische Staatsangehörigkeit. 2023 sind sechs Personen aus den USA zugezogen (viermal US, einmal italienisch und einmal deutsch). 2022 waren es drei Personen (einmal US-amerikanisch, einmal deutsch und einmal deutsch/syrisch), 2021 vier Personen (dreimal US und einmal deutsch / amerikanisch / irakisch) und 2020 sechs Personen (zweimal deutsch, dreimal deutsch / amerikanisch und einmal deutsch/bulgarisch).

Kaum Zuzug nach Salzgitter, Helmstedt und Goslar


Auch in der Stadt Salzgitter liegen für 2026 (Stand 15. Januar) noch keine Daten vor. Im Jahr 2025 sind weniger als drei Personen aus dem Gebiet der USA nach Salzgitter gezogen. Da Zahlenwerte unter drei aufgrund der Pflicht zur Geheimhaltung nicht veröffentlicht werden dürften, könne man keine weitere Aussagen treffen, so die Stadt. Im Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2024 seien insgesamt 16 Personen aus den USA nach Salzgitter gezogen (zehn Personen US-amerikanisch, fünf Personen deutsch und eine Person mit einer aus Gründen des Datenschutzes nicht zu benennender Staatsangehörigkeit). Der Schnitt pro Jahr liegt also knapp über drei.

Die Stadt Helmstedt vermeldet weder für 2026 (Stand 15. Januar) noch für 2025 Zuzüge aus den USA. Im Jahr 2024 war es eine Person (US-amerikanisch). Etwas heraus sticht das Jahr 2023 mit sieben Personen (fünfmal deutsch, einmal amerikanisch und einmal deutsch / amerikanisch). In den Jahren 2020 bis 2022 war es jeweils eine Person (zweimal deutsch, einmal amerikanisch).

In der Stadt Goslar gab es in diesem Jahr (Stand 16. Januar) noch keinen Zuzug aus den USA, 2025 war es eine Person (US-amerikanisch). Deutlich mehr, nämlich zwölf Personen (drei deutsch, acht amerikanisch und einmal türkisch) waren es 2024. 2023 waren es zwei Personen (beide US.amerikanisch), 2022 sechs Personen (dreimal deutsch, zweimal amerikanisch und einmal malaysisch) und 2021 drei Personen (zweimal deutsch und einmal amerikanisch. 2020 gab es keine Zuwanderer aus den Vereinigten Staaten.

Kein Trump-Effekt in Wolfenbüttel


Auch in der Stadt Wolfenbüttel hat es seit Anfang des Jahres bis zum 19. Januar noch keine Anmeldung aus den USA gegeben. Im Jahr 2025 haben sich neun Bürgerinnen und Bürger aus den USA in Wolfenbüttel angemeldet. Alle haben die US-amerikanische Staatsangehörigkeit, wovon eine Person noch zusätzlich die haitianische Staatsangehörigkeit besitzt. im Jahr 2024 zogen neun Personen aus den USA nach Wolfenbüttel, von denen drei die deutsch / amerikanische, fünf die amerikanische und eine die amerikanisch / britische Staatsangehörigkeit besitzen.

Den größten Zuzug gab es 2023 mit 17 Bürgerinnen und Bürger, von denen vier die deutsche, drei die amerikanische, fünf die deutsch / amerikanische, drei die brasilianische, eine die polnische und eine die nigerianische Staatsangehörigkeit besitzen. Im Jahr 2022 zogen 14 Personen (zehnmal US, einmal ukrainisch, zweimal deutsch und einmal deutsch / amerikanisch), 2021 13 Personen (fünfmal deutsch, sechsmal US und zweimal deutsch / amerikanisch) und 2020 zwei Personen (US) aus den Vereinigten Staaten nach Wolfenbüttel.

Seitens der Stadt Wolfsburg gab es bislang keine Antwort.

Insgesamt geringer Zuzug


Vergleicht man die Zahlen so lässt sich kein eindeutiger Trend oder gar Trump-Effekt ausmachen. Während in manchen Städten die Zuwanderung aus den USA im letzten Jahr tatsächlich höher war, gibt es auch Gegenbeispiele mit einem deutlich größeren Zuzug in den Jahren unter Joe Biden. Insgesamt ist die Wanderungsbewegung aus den USA in unsere Region doch eher gering.