Wolfenbüttel. Im Mai des vergangenen Jahres kam es in der Wolfenbütteler Innenstadt zu einer brutalen Tat. Zwei Brüder sollen am Nachmittag des 9. Mai versucht haben, eine Frau zu töten, indem sie die damals 31-Jährige aus dem Fenster warfen. Nun müssen sich die Männer vor dem Landgericht Braunschweig verantworten. Ihnen werden versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.
Angeklagt sind ein 34-jähriger und ein 42-jähriger Mann aus Wolfenbüttel, die sich derzeit in Untersuchungshaft befinden. Laut Staatsanwaltschaft soll der 34-jährige Angeklagte am Tattag die spätere Geschädigte in ihrer Wohnung aufgesucht haben, um die gemeinsamen Kinder zu sehen und über eine mögliche Fortsetzung der zuletzt abgekühlten Beziehung zu sprechen. Als die Frau eine Wiederaufnahme der Beziehung ablehnte und ankündigte, zu ihrer Schwester fahren zu wollen, soll der Mann in heftige Wut geraten sein. In der Folge habe er mehrfach gezielt mit der Faust auf ihr Gesicht eingeschlagen.
Massive Gewalt in der Wohnung
Der Streit habe sich vom Wohnzimmer in den Flur verlagert, als die Geschädigte versucht habe, die Wohnung zu verlassen. Der Angeklagte soll sie an den Haaren festgehalten und zu Boden gezogen haben. Im Flurbereich habe er eine Metallvase ergriffen und der Frau gegen den Kopf geschlagen, wodurch sie benommen wurde. Anschließend habe er sie zurück ins Wohnzimmer gezerrt und die körperlichen Angriffe fortgesetzt.
Brüder fassen grausamen Entschluss
Zu einem späteren Zeitpunkt soll der 42-jährige Angeklagte die Wohnung betreten haben. Die Geschädigte lag laut Anklage bereits geschwächt und verletzt am Boden. Die beiden Männer sollen darüber gesprochen haben, wie es weitergehen solle. Dabei habe der 34-Jährige vorgeschlagen, die Frau aus dem Fenster zu werfen, um sie zu töten. Der 42-Jährige habe sich entschieden, daran mitzuwirken.
Sturz aus zehn Metern Höhe
Gemeinsam sollen die Angeklagten die Geschädigte hochgehoben und zu einem geöffneten Fenster getragen haben. Trotz ihres instinktiven Versuchs, sich am Fensterrahmen oder an der Wand abzustützen, sei sie mit dem Rücken voran aus dem Fenster gestoßen worden. Die Frau stürzte aus rund zehn Metern Höhe in einen betonierten Innenhof.
Frau wird lebensgefährlich verletzt
Durch den Sturz erlitt die Geschädigte lebensbedrohliche Mehrfachverletzungen, die eine sofortige intensivmedizinische Notfallbehandlung erforderlich machten. Nur durch schnelles ärztliches Eingreifen konnte ihr Leben gerettet werden.
Der Prozess startet am 18. Februar, es sind weitere 12 Verhandlungstermine angesetzt. Das Urteil könnte demnach am 3. Juni fallen.


