Frauen des VfL verlieren Anschluss zur Spitze


Unglücklich über die Neiderlage: Lena Goeßling. Foto: Frank Vollmer
Unglücklich über die Neiderlage: Lena Goeßling. Foto: Frank Vollmer | Foto: Frank Vollmer



Wolfsburg gegen Sand – vom Papier her eigentlich eine klare Sache. Im Vorjahr reichte es für die Gäste nur mit Müh und Not zum Klassenerhalt. Aber der Underdog hat sich massiv verstärkt und aufhorchen lassen: Gegen Leverkusen und sogar gegen Turbine Potsdam gingen die Punkte an Sand. von Frank Kornath

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War restlos bedient: Ralf Kellermann. Foto: Frank Kornath



Hinten dicht machen und nach vorne auf den Lucky-Punch hoffen – mit dieser Taktik haben schon viele Teams gewonnen. Sand rührte von Beginn Beton an, stand gut und ließ die Wolfsburgerinnen laufen. Chefcoach Ralf Kellermann hatte wohl geahnt, was da kam und auf schnelle Flügelspielerinnen gesetzt. Chancen gab es dadurch reichlic. Vanessa Bernauer setzte in der 7. Minute einen Kopfball aufs Tordach, Jakabfi verpasste die Führung in der 14. Minute um Haaresbreite. Nach einer halben Stunde flog Bachmann ganz knapp an einer Flanke vorbei. Die Gäste versteckten sich nicht und kamen ab und an  vors Wolfsburger Tor, aber Nationalkeeperin Almuth Schult war stets zur Stelle. Als die Zuschauer schon an ein 0:0 zur Pause dachten, gelang der Ex-Wolfsburgerin Jovanna Damjanovic eine Bogenlampe ins Tor zum überraschenden 0:1 (45).

Ralf Kellermann wechselte in der Halbzeit offensiv und brachte für Vanessa Bernauer Caroline Hansen. Auf dem Platz änderte sich wenig. Der VfL stürmte und Sand machte dicht. Und das Spiel wurde immer härter. Ralf Kellermann brachte frische Offensiv-Kräfte, sein Kollege stärkte die Defensive. Für die knapp 2.000 Zuschauer war dies eine Tortour. Immer wieder drückte der VfL und Sand verteidigte mit Frau und Maus. Das Leder wollte einfach nicht ins Tor. So blieb es bei der 0:1-Niederlage für das Favoritenteam. Für die Kellermann-Elf ist das in der engen Liga ein schwerer Schlag im Titelkampf. Lena Goeßling war die Enttäuschung deutlich anzumerken: „Die kommen einmal richtig vors Tor, wir haben den Ball schon und dann trudelt der ins Tor. Mit dem Spiel haben wir uns wieder alles kaputt gemacht, was wir zuvor gerade aufgebaut hatten.“

Da ist es nur gut, dass die direkte Konkurrenz auch nicht besser in Tritt kommt. Das interesiert Cheftrainer Ralf Kellermann aber wenig. „Wir wollen oben stehen, weil wir die Spiele gewinnen und nicht die anderen patzen. Von der ersten Halbzeit bin ich enttäuscht. Jetzt müssen wir gegen Leverkusen schnell wieder aufstehen.“Zeit zur Analyse bliebt Ralf Kellermann nicht – 14 Spielerinnen reisen schon morgen zu den Nationalmannschaften.

Zahlen & Fakten


VfL Wolfsburg:  Almuth Schult, Zsanett Jakabfi, Nilla Fischer (C.), Babett Peter, Anna Blässe, Vanessa Bernauer, Ramona Bachmann, Lara Dickenmann, Isabel Kerschowski, Lena Goeßling, Elise Bussaglia.

Jana Burmeister, Sinne Jensen, Tessa Wullaert, Stephanie Bunte, Verena Faißt, Caroline Hansen, Julia Simic.

Trainer: Ralf Kellermann

Schiedsrichter: Ines Appelmann (Alzey), Sonja Kuttelwascher, Hanna Schlemmer.

SC Sand: Kristina Kober, Cecilie Sandvej, Nisa Chioma Igwe (C.), Anne van Bonn, Julia Zirnstein, Angela Migliazza, Jovanna Damnjanovic, Claire Savin, Nina Burger, Jana Vojtekova, Isabelle Meyer.

Alexa Gaul, Sabine Stoller, Christine Veth, Saskia Meier.

Trainer: Alex Fischinger


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