Region. Am heutigen Samstag feiern Katzenfreunde den Weltkatzentag – ein Anlass, die eigenen Samtpfoten mit einem Leckerli oder einer Extra-Kuscheleinheit zu verwöhnen und einen Blick darauf zu werfen, warum Katzen für viele Menschen weit mehr als Haustiere sind. Denn die tierischen Begleiter schenken nicht nur Freude, sondern können sich auch positiv auf unser Wohlbefinden auswirken.
Katzen bereichern das Leben ihrer Menschen. Sie sind nicht nur treue Weggefährten, sondern können auch das Wohlbefinden steigern und sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Studien zeigen, dass Menschen mit Haustieren oft glücklicher, ausgeglichener und weniger gestresst sind. Der einfache Grund: Tiere urteilen nicht. Sie schenken uns Aufmerksamkeit, Zuneigung und Nähe – ganz ohne Erwartung. Diese Verbindung kann wie ein emotionaler Anker im hektischen Alltag wirken.
Einsamkeit lindern, Nähe schenken
Gerade für Menschen, die allein leben, können Katzen wichtige Begleiter sein. Sie sorgen für feste Abläufe, geben dem Tag Struktur und vermitteln das Gefühl, gebraucht zu werden. Das Füttern, Spielen und die gemeinsame Zeit mit dem Tier schaffen kleine Rituale, die vielen Katzenhaltern Halt geben. „Ein Haustier kann Einsamkeit lindern und Kontakte fördern“, erklärt Dr. Helena Auber, leitende Ärztin für Arbeitsmedizin, Arbeitssicherheit und Umwelt am Klinikum Braunschweig.
Auch in Pflegeeinrichtungen oder im privaten Umfeld zeige sich immer wieder, wie positiv sich Tiere auf das emotionale Erleben von Menschen auswirken können. Die Gesellschaft eines Tieres kann Nähe schaffen und für Momente der Freude sorgen.
„Kuschelhormon“ wird ausgeschüttet
Allein das Streicheln einer Katze kann messbare Auswirkungen haben. Der Blutdruck kann sinken, der Puls beruhigt sich und das Stresshormon Cortisol kann reduziert werden. Gleichzeitig wird Oxytocin ausgeschüttet – das sogenannte „Kuschelhormon“, das für Bindung und Wohlgefühl sorgt. „Bei angenehmen Berührungen wird Oxytocin und Serotonin ausgeschüttet. Die Folge: Puls und Blutdruck sinken und wir entspannen – es sei denn, man hat Angst vor Tieren“, sagt Dr. Auber.
Gerade Katzen schaffen durch ihre ruhige Art für viele Menschen besondere Momente der Entspannung. Das Schnurren, die Nähe auf dem Sofa oder die kleinen täglichen Begegnungen mit dem Tier können helfen, nach einem stressigen Tag zur Ruhe zu kommen.
Kleine Rituale mit großer Wirkung
Katzen gelten als unabhängig – doch wer mit einer Samtpfote zusammenlebt, weiß: Sie bauen enge Beziehungen zu ihren Menschen auf. Sie erkennen vertraute Stimmen, suchen Nähe und zeigen auf ihre eigene Art Zuneigung. Ob morgendliche Begrüßung, die gemeinsame Pause oder die tägliche Spielrunde: Katzen bringen feste Abläufe in den Alltag. Diese Routinen können gerade für ältere Menschen eine wertvolle Bereicherung sein.
So zeigen Katzen ihre Zuneigung
Katzen sprechen ihre eigene Sprache. Wer ihre Körpersprache versteht, erkennt viele kleine Zeichen von Vertrauen und Nähe.
Der „Milchtritt“:
Wenn Katzen mit ihren Pfoten abwechselnd auf einer Decke, dem Schoß oder ihrem Menschen treten, erinnert das an ihre Zeit als Kitten. Das Verhalten stammt aus der Säugezeit und wird oft mit Geborgenheit und Wohlbefinden verbunden.
Körperkontakt suchen:
Legt sich eine Katze auf den Arm, drückt sich eng an ihren Menschen oder legt sogar ihre Pfote auf ihn, ist das ein Zeichen von Vertrauen. Sie sucht Nähe und fühlt sich in der Gegenwart ihres Menschen sicher.
Anstupsen und Reiben:
Wenn eine Katze ihren Kopf oder Körper an ihrem Menschen reibt, verteilt sie Duftstoffe und zeigt: Dieser Mensch gehört zu ihrer vertrauten Umgebung.
Langsames Blinzeln:
Ein langsames Blinzeln gilt als freundliche Geste unter Katzen. Wer zurückblinzelt, kann diese kleine Liebeserklärung erwidern.
Schnurren und Nähe:
Viele Katzen schnurren, wenn sie entspannt sind und sich wohlfühlen – etwa beim Kuscheln oder beim Liegen neben ihrem Menschen.
Auch Katzen bringen Bewegung in den Alltag
Zwar ersetzen Katzen keinen Spaziergang wie ein Hund, dennoch gehören Beschäftigung und Versorgung zur täglichen Routine. Spielen, Füttern, Pflege und gemeinsame Aktivitäten halten Katzenhalter aktiv und schaffen regelmäßige Aufgaben.
Doch nicht nur die Aktivität zählt: Sich um ein anderes Lebewesen zu kümmern, kann das eigene Wohlbefinden stärken. „Das Kümmern ist ein wichtiger, protektiver Gesundheitsfaktor. Glücksstudien zeigen, dass es Menschen besser geht, die sich um andere kümmern“, sagt Dr. Auber.
Ein Schnurren, das gut tut
Ob neugieriger Freigänger oder gemütlicher Stubentiger: Katzen sind für viele Menschen weit mehr als Haustiere. Sie sind Begleiter, Gesellschaft und ein fester Bestandteil des Alltags.
Zum Weltkatzentag dürfen die Samtpfoten deshalb einmal besonders verwöhnt werden. Denn manchmal reicht schon ein leises Schnurren auf dem Schoß, um den Alltag ein bisschen leichter zu machen.

