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Fridays for Future kritisiert geplante Erdgas- und Erdölabgabesenkung in Niedersachsen



Fridays for Future kritisiert geplante Erdgas- und Erdölabgabesenkung in Niedersachsen

Die niedersächsische Landesregierung plane derzeit eine Senkung der Förderabgaben für Erdgas ab 2022 von 27 Prozent und die Abgabe auf Erdöl von 18 Prozent auf jeweils 10 Prozent.

Symbolfoto
Symbolfoto Foto: Anke Donner

Braunscweig. Am heutigen Freitag fanden in vielen deutschen Städten Fridays for Future-Aktionen gegen den massiven Ausbau fossiler Gasinfrastruktur statt. Unter dem Motto "Gas ist keine Brückentechnologie!" kritisierten die Klimaaktivisten auch in Braunschweig insbesondere die Pläne der niedersächsischen Landesregierung, die Förderabgabe auf Erdöl und Erdgas auf den bundesrechtlichen Mindestsatz zu senken und bis 2030 festzuschreiben. Dies teilt Fridays For Future Braunschweig in einer Pressemitteilung mit.



Hendrik Thölking, 24, Student: „Die Umwelt- und Gebäudeschäden, die in Niedersachsen durch das Fracking von Erdgas entstehen, müssen ausgeglichen werden. Deshalb ist die Beibehaltung der bisherigen Förderabgaben für Öl und Gas und der erweiterte Ausbau der erneuerbaren Energien zum Erreichen der Energiewende und zum Schutz unseres Niedersächsischen Lands unumgänglich.“

Die niedersächsische Landesregierung plane derzeit eine Senkung der Förderabgaben für Erdgas ab 2022 von 27 Prozent und die Abgabe auf Erdöl von 18 Prozent auf jeweils 10 Prozent. Für 2020 solle außerdem rückwirkend eine vollständige Befreiung und für 2021 eine Senkung auf 5 Prozent erfolgen. Damit verzichte sie nach eigenen Angaben auf mindestens 250.000.000 Euro. Nach Rechtsstreitigkeiten mit Unternehmen der Industrie solle die Änderung bereits kommende Woche im Januarplenum verabschiedet werden.



Niedersachsen sei Deutschlands Erdgasförderland Nummer 1, ganze 94 Prozent des Erdgases würden hier produziert. Zeitgleich habe Erdgas 2017 fast die Hälfte aller Emissionen des Primärenergieverbrauchs verursacht. Häufig werde bei der Förderung und beim Transport Methan freigesetzt, mit einer 34 bis 86 Mal höheren Treibhauswirkung als CO2. Zusätzlich sei es in den letzten Jahren in Niedersachsen immer wieder zu Erdbeben durch Fracking und einem erhöhten Krebsrisiko in den betroffenen Regionen gekommen.

Nele Evers, 16, Schülerin: "Erdgas ist keine Brückentechnologie und erst recht nicht klimafreundlich! Die Gasförderung in Niedersachsen ist ein klimapolitisches Desaster. Wir brauchen eine Energiewende hinzu 100 Prozent Erneuerbare Energien und keine fossilen Energien, die von heute an noch jahrzehntelang laufen würden. Diese Senkung der Abgaben wäre eine klare Hilfe und Unterstützung für die gefährliche Erdgasindustrie im Land. Die Große Koalition muss Schluss machen mit dreckigem Gas."


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