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Fukushima mahnt: “Atomanlagen jetzt abschalten!” - Lutz Seifert: Bundestag sendet positives Signal



Fukushima mahnt: “Atomanlagen jetzt abschalten!” - Lutz Seifert: Bundestag sendet positives Signal

von Marc Angerstein





[image=5e1764cb785549ede64ccfa9]Wie in über 100 Orten im gesamten Bundesgebiet fand am Samstag auch in Wolfenbüttel eine Mahnwache unter dem Motto: „Fukushima mahnt: Atomanlagen abschalten!“ statt.

Genau elf Monate nach dem Beginn des dreifachen Super-GAU von Fukushima wollten die Atomkraftgegner den Blick der Öffentlichkeit auf die weiter andauernde Katastrophe in Japan lenken. Am selben Tag gab es in Tokio eine Anti-Atom-Großdemonstration.



"Mit dieser Mahnwache soll die Verbundenheit mit den Protesten in Japan hergestellt werden. Die japanische Anti-Atom-Bewegung ruft heute zu einer Großdemonstration in Tokio und zu weiteren Demos an den AKW-Standorten auf. Ganz bewusst finden diese Proteste nicht am 11. März, sondern einen Monat früher statt, denn im März wird die Trauer um die Opfer des Tsunamis im Mittelpunkt stehen und nicht die Atompolitik", erklärt Lutz Seifert von den Vahlberger Asse-Aktivisten in der Wolfenbütteler Fußgängerzone.


[image=5e1764cb785549ede64ccfaa]"Gerade die Katastrophe in Fukushima zeigt, dass die Kerntechnik nicht beherrschbar ist. Neuere Simulationen, die im November veröffentlicht wurden, legen eine viel weitergehende Kernschmelze nahe als bisher angenommen wurde. In Reaktor 1 ist nahezu der gesamte Kernbrennstoff geschmolzen, hat den Reaktordruckbehälter vollständig verlassen und ist tief in den Beton eingedrungen. Doch auch diese Annahme könnte noch zu optimistisch sein. Möglicherweise hat sich der heiße Kernbrennstoff noch tiefer in den Beton eingebrannt als in der Simulation angegeben und Radionuklide können direkt in das Grundwasser gelangen. Den tatsächlichen Zustand des Kernbrennstoffs kennt man nicht. Für das eigentliche Problem, wie der gesamte Kernbrennstoff entfernt und entsorgt werden könnte, gibt es bisher noch keinen Plan. Jahrzehntelang wird man noch mit den Problemen an den Atomanlagen Fukushima Daiichi kämpfen. Atomenergie darf keine Zukunft haben. Die Risiken sind unverantwortlich. Aus diesem Grunde ist es wichtig die Risiken bei der Energieversorgung zu minimieren. Erneuerbare Energien sind der Ausweg. Der größte Unfall bei einer Windkraftanlage ist sicherlich, wenn eine Windkraftanlage umfällt. Dieser Unfall ist tragisch und gefährlich aber doch sehr lokal. Der Unfallort kann nach Abschaltung des Stromanschlusses ohne weitere gesundheitliche Gefahr betreten werden. Bei einem Unfall wie in Fukushima ist dies über Jahrzehnte nicht möglich", führt Seifert aus.

Der Bundestag hat über die Stilllegung des Atommülllagers Asse beraten. Es herrscht Einigkeit unter allen Parteien, dass der Atommüll schnellstmöglich aus dem maroden Bergwerk geholt werden sollte. Lutz Seifert bezeichnete diese Bundestagsdebatte gegenüber WolfenbüttelHeute.de als "positives Signal". "Der bisherige Zeitverzug ist aber nicht zu entschuldigen. Man hätte in den letzten ein, zwei Jahren längst die Roboter entwickeln können, die jetzt gebraucht werden, um die Asse zu räumen."

Fotos: Marc Angerstein/ WolfenbüttelHeute.de


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