Wolfenbüttel

Gemeindedirektorin äußert sich zu Vorwürfen des Heimbeirates


Die Sickter Gemeindedirektorin Petra Eickmann-Riedel. Foto: Privat
Die Sickter Gemeindedirektorin Petra Eickmann-Riedel. Foto: Privat Foto: Privat

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13.07.2016


Sickte. Der Sickter Heimbeirat beklagte mehrfach, auch öffentlich (regionalHeute.de berichtete), neben fehlenden Mülleimern auch eine unzureichende Barrierefreiheit rund um den Herrenhauspark. Von der Gemeindedirektorin Petra Eickmann-Riedel habe man auf Anfrage keine Antwort auf ein Schreiben erhalten, so der Heimbeirat in einer Mitteilung. Eickmann-Riedel verfasste eine Gegendarstellung, die wir an dieser Stelle ungekürzt veröffentlichen:
Gegendarstellung von Gemeindedirektorin Petra Eickmann-Riedel zum
Thema: „Heimbeirat des Seniorenzentrums Sickte fordert Absenkung von Bordsteinen“…

Derzeit scheint in Sickte ein „Sturm im Wasserglas“ zu toben. Das könnte man den vielen Zeitungsartikeln der letzten Tage entnehmen. Man könnte es aber auch als „Sommertheater“ bezeichnen. Was ist geschehen?

Das weitläufige Gelände im Herzen von Sickte beherbergt nicht nur den Sitz der Samtgemeindeverwaltung im historischen Herrenhaus, sondern seit vielen Jahren auch das Seniorenzentrum.
Wie in den Medien berichtet, scheint es für die Seniorinnen und Senioren – sofern in der Mobilität eingeschränkt – kaum möglich den Herrenhauspark zu verlassen. Der Grund ist, nach Aussage des Heimbeiratsvorsitzenden Dieter Lorenz, dass rollstuhlfahrende Seniorinnen und Senioren aus dem Seniorenheim umzukippen drohen, wenn sie eine Straße überqueren wollen.

Im Namen des Heimbeirates bat er per Mail die Gemeinde Sickte um das Auflegen eines Programms „Absenken von Hochborden“ sowie äußerte er zwei weitere Bitten, die aber keine neuen Themen sind. Das Aufstellen von Mülleimern ist bereits in der Umsetzung, die Herrichtung der Wege bereits in einem Projekt eingeplant.

Politik und Verwaltung waren sich einig, dass im Vorfeld der gemeindlichen Gremien erst einmal die in dem Schreiben beschriebenen Missstände überprüft werden müssen. Der Herrenhauspark und seine äußerliche Einrahmung mit Gehwegen haben schon seit Jahrzehnten Bestand, ebenso wie die weiteren Fußwege, die von hier zu den verschiedenen Zielen der Fußgänger führen. Oder eben der in der Mobilität eingeschränkten Personen.

Die Samtgemeindeverwaltung schaut, handelt und hilft, wenn es denn Bedarf gäbe. Und ihre Chefin, gleichzeitig Gemeindedirektorin, bleibt mit Absicht ohne Rede und Gegenrede, frei nach dem Motto: „Besser kritisiert als ignoriert. Ich kann wunderbar leben mit schlechter Kritik“, trotz der unberechtigten Angriffe des Heimbeiratsvorsitzenden in seinen Artikeln.

Die Verwaltung hat geprüft und festgestellt, das Herrenhausgelände kann ringsum über abgesenkte Bordsteine auch mit rollenden Gefährten verlassen werden, ob Rollstuhlfahrer oder Mütter mit Kinderwagen, alle Straßen können überquert werden. Ohne bedeutende Schwierigkeiten lassen sich auch das Ortszentrum und die umliegenden Wohngebiete erreichen. Abgesenkte Bordsteine sind überall vorhanden, wo erforderlich.
Das, was man heute Genderplanung nennt, ist in Sickte umgesetzt. Dabei muss bedacht werden: Kein rollstuhlfahrender Senior oder Seniorin des Seniorenzentrums bewegt sich ohne eine Begleitung, die ihn oder sie schiebt.

Entgegen der Angriffe in den Artikeln, hat die Gemeindedirektorin die Politik der Gemeinde Sickte eingebunden. Das ist notwendig, da der Rat über kostspielige Maßnahmen entscheidet und nicht die Gemeindedirektorin. Die Politik hat beraten und vereinbart kein Antwortschreiben zu fertigen, sondern das persönliche Gespräch mit dem gesamten Heimbeirat zu suchen.

Eine entsprechende Einladung ist dem Vorsitzenden des Heimbeirates Dieter Lorenz zugegangen. Einladender war der Bürgermeister der Gemeinde Sickte.
Dieses persönliche Gespräch scheint aber nicht genehm.
Die Antwort des Vorsitzenden Dieter Lorenz lautet: „ Wir werden die Einladung in unserer Heimbeiratssitzung in der übernächsten Woche beraten und dann die Meinung des Heimbeirates dem Bürgermeister mitteilen.“ Was diese Meinung beinhalten soll ist unbekannt. Vielleicht das Ablehnen eines persönlichen Gespräches?
Man sollte eigentlich meinen, dass man gemeinsam Lösungen erarbeiten will. Aber ist das überhaupt gewünscht?

Nun war auch die CDU-Fraktion in Sickte unterwegs, mit Rollstuhl selbstverständlich, und hat sich die Lage angesehen. Hier hat man nun festgestellt, dass trotz abgesenkter Borde immer noch eine hohe Sturzgefahr besteht. Hier ist nun die Rede von dem Absenken abgesenkter Borde. Ein entsprechender Antrag ist angekündigt. Schauen wir mal…… schließlich gibt es immer etwas zu verbessern… auch in Sickte..

Dem ist aus Sicht der Verwaltung und der Gemeindedirektorin nicht viel hinzuzufügen
Sommertheater? Man kann sich des Gefühls nicht erwehren, die Kommunalwahl naht. Die Verwaltung und ihre Chefin haben auch noch andere, erfolgreichere, bessere Engagements. Sie müssen sich um wirkliche Belange der Bürgerinnen und Bürger und um viele derzeit wichtige Projekte kümmern. Ihr Motto ist nicht: „Um Kritik zu vermeiden: Tu nichts, sag nichts, sei nichts!“ Solche Auseinandersetzungen sind da einfach nur ärgerlich.

Nun sollte man endlich einmal miteinander reden anstatt übereinander… deshalb….

Liebe Heimbeiratsmitglieder, ein gemeinsames Gespräch wäre für eine gute Zusammenarbeit sehr sinnvoll und wichtig, vor allem um die Wogen im Wasserglas zu glätten.


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