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Genügend Kapazitäten? Gymnasien unter der Lupe der Verwaltung

von Nick Wenkel


Im Jahr 2020 wird es keine Schulabgänger geben. Reichen die räumlichen Kapazitäten an den Schulen für einen zusätzlichen Jahrgang? Fotos: Anke Donner
Im Jahr 2020 wird es keine Schulabgänger geben. Reichen die räumlichen Kapazitäten an den Schulen für einen zusätzlichen Jahrgang? Fotos: Anke Donner

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13.02.2018

Wolfenbüttel. Nachdem mit dem „Gesetz zur Änderung des Niedersächsischen Schulgesetzes“ vom 3. Juni 2015 das Abitur nach neun Jahren („G9“) wieder eingeführt wurde, berät die Wolfenbütteler Politik nun, wie mit der künftigen Schulsituation hinsichtlich der Kapazitäten umzugehen ist.


Problematisch dabei: Diese gesetzliche Novellierung führt dazu, dass der letzte „G8-Jahrgang“ im Jahr 2019, der erste „G9-Jahrgang“ im Jahr 2021 das Abitur absolviert. Im Jahr 2020 wird ein zusätzlicher Jahrgang an den Gymnasien aufgenommen, ohne dass Schulabgänger zu verzeichnen sein werden. Folglich seien voraussichtlich 12 oder 13 Klassen mit rund 350 Schülerinnen und Schüler zusätzlich an den drei städtischen Gymnasien zum Schuljahresbeginn 2020/2021 aufzunehmen. Dies ist einer Vorlage der Verwaltung zu entnehmen, die in der kommenden Schulausschusssitzung am 20. Februar beraten werden soll.

Maximal 28 Schüler pro Klasse


Um die Aufnahme dieser zusätzlichen Jahrgangsstufe möglichst reibungslos zu gewährleisten, habe die Verwaltung gemeinsam mit den Schulleitern der drei Gymnasien in den vergangenen Wochen die räumliche Situation an den Schulstandorten begutachtet. Erörtert wurden dabei folgende Aspekte: umfassende Berücksichtigung des Elternwillens, räumliche Situation des Schulbetriebs, Platzkapazitäten für Ganztagsangebote, Bewahrung des Schulprofils, möglichst stabile Zügigkeiten an allen Gymnasien, um schülerzahlenbezogene Veränderungen im Lehrerkollegium zu minimieren und die Begrenzung der Schülerzahlen pro Klasse. Insbesondere bei den jeweiligen Klassengrößen sehen Verwaltung und Schulleitung für die Zukunft Handlungsbedarf: „Hinsichtlich des letztgenannten Aspektes waren und sind die Schulleitungen sowie die Verwaltungeinvernehmlich der Auffassung, dass die Klassen in den Gymnasien künftig möglichst nicht mit der Höchstzahl von 30 Schülerinnen und Schülern besetzt sein sollten", heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Um unter anderem eine höhere Unterrichtsqualität zu gewährleisten, soll die Klassenstärke höchstens 28 Schülerinnen und Schülern umfassen.

Zusätzliche Schüler für das THG?


In Folge der Schulbegutachtung empfiehlt die Verwaltung, mit Beginn des kommenden Schuljahres die Gymnasialstrategie dahingehend anzupassen, dass bei einer empfohlenen Höchstzahl von 28 Schülerinnen und Schülern pro Klasse am Gymnasium im Schloss eine Fünfzügigkeit und an den Gymnasien Theodor Heuss (THG) und Große Schule jeweils eine Vierzügigkeit als Rahmen vorgegeben wird. Aufgrund der räumlichen Kapazitäten könnte dabei vor allem das THG eine entscheidende Rolle spielen. „Sollte in einem Jahr eine so hohe Zahl von Anmeldungen in der 5. Jahrgangsstufe der Gymnasien vorliegen, dass insgesamt mehr als 13 Klassen zustande kommen, würde angesichts noch freier räumlicher Kapazitäten zunächst das Theodor-Heuss-Gymnasium diese „zusätzlichen“ Schülerinnen und Schüler aufnehmen", heißt es in der Vorlage der Verwaltung.


Das THG könnte zusätzliche Schüler aufnehmen. Foto: Kai Baltzer


Ohne Erweiterungen und Profiländerungen


Die Stadt zeigt sich hoffnungsvoll, diese zusätzliche Jahrgangsstufe ohne umfangreiche Veränderungen aufzunehmen. Fazit der Verwaltung: „Mit dieser Anpassung werde es nach dem derzeitigen Stand der Planung im Einvernehmen mit den Leitungen der Gymnasien gelingen, die zusätzliche Jahrgangsstufe im Zuge der Wiedereinführung des „G9-Abiturs“ an den gymnasialen Standorten aufzunehmen, ohne dass räumliche Kapazitäten erweitert oder schulische Profile verändert werden müssten."


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