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"Gestatten, Muslim" - Mehr Kontakt, weniger Vorurteile

von Alec Pein


Muslime der Islamischen Gemeinschaft aus Goslar kommen in der Rosentorstraße mit Bürgern ins Gespräch. Foto: Alec Pein
Muslime der Islamischen Gemeinschaft aus Goslar kommen in der Rosentorstraße mit Bürgern ins Gespräch. Foto: Alec Pein

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14.03.2016




Goslar. Am vergangenen Samstag gingen Muslime europaweit unter dem Motto "Gestatten, Muslim" auf die Straße um Menschen zu begegnen und über mögliche Vorurteile und Ängste zu sprechen. In Goslar waren zu diesem Tag Mitglieder der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) in der Rosentorstraße anzutreffen.

Eine Rose als Geschenk verstehen wohl die meisten Menschen als Zeichen der Zuneigung. Mit dem Verschenken der Blume signalisierten die Mitglieder der IGMG in der Rosentorstraße ihre Aufgeschlossenheit und luden so Bürgerinnen und Bürger zum Gespräch ein. Ergänzt wurde die Aktion von Informationsflyern, die jeder kostenfrei mitnehmen konnte. Darin wird die Aktion erklärt und wieso vor allem der gegenseitige Kontakt wichtig ist.

"Wir sind Teil unserer Stadt."


Die IGMG engagiert sich in sozialen Bereichen und unterstützt Ältere im Alltag oder Kinder bei Hausaufgaben. Als Teil der Stadt möchte die Gemeinschaft bei der Aktion Bürgerinnen und Bürger kennenlernen und ihre Fragen beantworten. Klar sei ihnen, laut der Faltbroschüre an den Rosen, dass der Islam in Deutschland zunehmend als Bedrohung empfunden werde. Die täglichen Terrormeldungen bringen auch Besorgnis in die islamischen Gemeinschaft und immer mehr Vorurteile in der Gesellschaft.

Mangelnder Kontakt schürt Vorurteile


Der mangelnde Kontakt zu Muslimen fördert dabei die Festigung der Vorurteile, die zum Großteil vor allem mit den Terrormeldungen suggeriert werden. Deshalb sei es wichtig vermehrt in Kontakt zu kommen. Das populärste Beispiel ist wohl der Begriff "Dschihad", der in Medienberichten über Jahre in engem Bezug zu Gewalttaten, ausgehend von Gruppen die sich selbst als Vertreter des muslimischen Glaubens bezeichneten, stand. "Es ist ganz einfach eine falsche Auslebung", erklärt man am Infostand gegenüber regionalHeute.de. Terrorgruppen missbrauchen die Glaubenslehre für ihre Zwecke. So wird der "Dschihad" dort zur gewaltsamen Durchsetzung eines Interesses, in diesem Fall der Verbreitung des Glaubens im "Heiligen Krieg". Nach Auffassung der Islamischen Gemeinschaft weist jedoch die Wortwurzel "dsch-h-d" mit der Übersetzung  "sich anstrengen" oder "sich bemühen" vielmehr in Richtung einer Lebensphilosophie: Ständig sollte man bemüht sein ein guter Mensch zu werden, anderen Menschen nützlich zu sein und seine Aufgaben so gewissenhaft wie möglich zu erledigen.


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